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Leichtathletik: Gold, Silber und Bronze in Barcelona

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Nächster Medaillenpack: Gold, Silber und Bronze

30.07.2010, 21:05 Uhr | sid, dpa

Betty Heidler freut sich über ihr EM-Gold in Barcelona. (Foto: Reuters)

Betty Heidler freut sich über ihr EM-Gold in Barcelona. (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)

Deutscher Medaillenregen im Olympiastadion von Barcelona: Am Tag nach dem Gold über die 100 Meter der Frauen für Verena Sailer und dem Doppelsieg der Speerwerferinnen Linda Stahl und Christina Obergföll waren am vierten Wettkampftag der Leichtathletik-Europameisterschaft die deutschen Hammerwerferinnen und Stabhochspringerinnen an der Reihe. Und das i-Tüpfelchen setzte der Mittelstreckler Carsten Schlangen mit seinem begeisternden Endspurt über 1500 Meter.

Betty Heider schleuderte den vier Kilogramm schweren Hammer auf die Jahresbestweite von 76,38 Metern. Das bedeutete Gold vor Titelverteidigerin Tatjana Lysenko aus Russland (75,65) und der Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk aus Polen (73,56). Zuvor hatte Silke Spiegelburg mit 4,65 Metern Silber im Stabhochsprung erkämpft. Hinter der 24 Jahre alten WM-Vierten landete Landsfrau Lisa Ryzih höhengleich ebenso auf dem Podest. Die frühere Junioren-Weltmeisterin steigerte sich zu einer persönlichen Bestleistung. Schlangen erlief sich in 3:43,52 Minuten Silber - inmitten von drei Spaniern. Der schnellste war Arturo Casado (3:42,74).

"Ich weiß gar nicht, welche Medaille ich jetzt genau gewonnen habe", entfuhr es dem deutschen Abonnement-Meister Schlangen in seiner ersten Reaktion. Noch völlig außer Atem bejubelte er kurz darauf seinen gelungenen Coup: "Ich habe alles zwischen Platz eins und sechs für möglich gehalten, aber ich hätte nicht gedacht, dass ich am Ende nochmal zulegen kann." Der Architekturstudent sorgte damit für die erste deutsche EM-Medaille in dieser Disziplin seit dem Titelgewinn von Jens-Peter Herold 1990 für die DDR. Bei den letzten Großereignissen waren DLV-Läufer stets vorzeitig gescheitert.

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Der Bann der Deutschen ist gebrochen

Verena Sailer und Linda Stahl bescheren dem DLV in Barcelona gleich zwei Goldmedaillen innerhalb weniger Minuten. zum Video

Heidlers Hoffnungen erfüllen sich

"Ich wusste, was ich kann und hatte auf Gold gehofft", bekannte die freudestrahlende Heidler, die zuvor die schon erklärt hatte: "Mein Ziel ist mindestens Silber." Im zweiten Durchgang landete die deutsche Rekordlerin (77,12) den großen Wurf. Nur sie selbst packte im fünften Versuch mit 76,38 Metern noch einen drauf. Ihre Klubkameradin Kathrin Klaas war als WM-Vierte kläglich in der Qualifikation gescheitert. Für Heidler, 2006 EM-Fünfte und 2008 Olympianeunte, war es die dritte große Medaille der Karriere.

Freude und Ärger bei Silber-Spiegelburg

Für Silke Spiegelburg nach Silber bei der Hallen-EM die erste im Freien, für Ryzih und Schlangen die erste überhaupt. "Es wurde Zeit, dass diese Medaille kam. Ich hätte sie gern schon letztes Jahr in Berlin gewonnen", bekannte die Silber-Frau, um in Richtung der Siegerin Swetlana Feofanowa aus Russland hinzuzusetzen: "Swetlana war souverän. Aber auch bei mir lief es am Anfang noch sehr gut. Leider konnte ich am Ende nicht abrufen, was ich kann. Das ärgert mich." Mit 30 Jahren sicherte sich Feofanowa ihren zweiten EM-Titel nach dem Erfolg 2002 in München.Die zehnfache Weltrekordlerin meisterte 4,75 Meter und trat das Erbe ihrer Landsfrau Jelena Issinbajewa an, die 2006 in Göteborg EM-Gold gewonnen hatte und derzeit eine "schöpferische Auszeit" nimmt. Eine Riesen-Enttäuschung erlebte dagegen Carolin Hingst: Mit 4,72 Meter als Europas Beste angereist, reichte es für die Mainzerin im Feld der zwölf Springerinnen mit 4,35 Metern nur zum elften Platz.

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Lemaitre gewinnt nach den 100 auch die 200 Meter

Zwei Tage nach seinem Sieg über 100 Meter gewann Christophe Lemaitre mit einem beeindruckenden Schlussspurt auch Gold über 200 Meter. Beim siebten Sprintdouble der EM-Historie siegte der Franzose in 20,37 Sekunden vor dem lange führenden Briten Christian Malcolm (20,38) und Martial Mbandjock (20,42). "Ich genieße diesen Moment. Dies ist ein wichtiger Tag für Frankreichs Leichtathletik", sagte Lemaitre, der nach der Hälfte des Rennens noch weit zurückgelegen hatte. Europas neuer Sprintstar ist der 20-Jährige damit bereits, der erfolgreichste Athlet der EM kann er auch noch werden: Am 1. August läuft er mit der 4x100-Meter-Staffel um seinen dritten Titel.

Drei Russinnen vorn über die Stadionrunde

Marta Dominguez sackte mit Silber die erste Medaille für Gastgeber Spanien ein, musste sich im Finale über 3000 Meter Hindernis aber der Russin Julia Zarudnewa geschlagen geben. Über 400 Meter gab es sogar einen russischen Dreifachsieg: Tatjana Firowa gewann in der europäischen Jahresbestzeit von 49,89 Sekunden vor Ksenija Ustalowa und Antonia Kriwoschapka. Der Brite Andy Turner siegte über 110 Meter Hürden. Alexander John wurde im Endlauf Achter und Letzter.

Hoffmann verpasst 800-Meter-Endlauf

Hallen-Weltmeisterin Maria Sawinowa sicherte sich den Titel über 800 Meter. Die Jahres-Weltbeste siegte dank ihres famosen Schlussspurts in 1:58,22 Minuten und holte bereits das achte EM-Gold für Russland. Zweite wurde die Niederländerin Yvonne Hak, auf den dritten Platz lief die Britin Jennifer Meadows. Claudia Hoffmann, WM-Fünfte von Berlin mit der 4x400-m-Staffel, war in 2:01,19 als Gesamt-14. in den Vorläufen ausgeschieden und dabei eine Hundertstel über ihrem Hausrekord geblieben.

Europäische Jahresbestzeit über 400 Meter Hürden

Die Russin Natalja Antjuch triumphierte im Finale über 400 Meter Hürden. Die Olympia-Dritte von 2004 über 400 Meter setzte sich in europäischer Jahres-Bestzeit von 52,92 Sekunden klar vor dem Rest der Konkurrenz durch. Auf Platz zwei lief die Bulgarin Vania Stambolova (53,82), Dritte wurde die Britin Perri Shakes-Drayton (54,18). Die deutsche Meisterin Fabienne Kohlmann war im Halbfinale ausgeschieden. Die 20-Jährige hatte dabei ihre persönliche Bestzeit um zwei Zehntel auf die deutsche Saison-Bestmarke von 55,49 Sekunden gesteigert.

Belgischer 400-Meter-Erfolg

Kevin Borlee holte die erste Medaille für Belgien. In 45,08 Sekunden holte er sich den Titel über 400 Meter vor den Briten Michael Bingham und Marty Rooney, die beide in 45,23 Sekunden übe die Ziellinie kamen. Deutsche Athleten waren nicht am Start.

Siebenkämpferin Oeser winkt eine Medaille

Die WM-Zweite Jennifer Oeser liegt im Siebenkampf bei der Leichtathletik-EM in Barcelona auf Medaillenkurs. In den vier Disziplinen sammelte die 26-Jährige 3841 Punkte und liegt hinter Weltmeisterin Jessica Ennis aus Großbritannien (4080) und Olympiasiegerin Natalija Dobrinskaja aus der Ukraine (3970) an dritter Stelle. "Ich werde alles geben, um meinen Platz zu halten oder weiter nach vorn zu kommen", zeigte sich Oeser zufrieden und kämpferisch. Maren Schwerdtner ist vor dem zweiten Tag mit 3644 Punkten Achte. Claudia Rath belegt mit 3579 die 12. Position.

Friedrich gibt sich in der Hochsprung-Quali keine Blöße

Ariane Friedrich übersprang in der Qualifikation des Hochsprungs 1,90 Meter sowie die geforderten 1,92 Meter und blieb auf dem Weg ins Finale genauso ohne Fehlversuch wie Weltmeisterin Blanka Vlasic aus Kroatien. "Jetzt kann ich am Sonntag angreifen", sagte die WM-Dritte. Gold-Hoffnung Christian Reif stand im Weitsprung vor dem Aus, bevor er im letzten Sprung der Qualifikation mit Einstellung seiner Europa-Jahresbestmarke von 8,27 Metern die Fans erlöste. "Ich wollte es nicht so spannend machen. Technisch war der Sprung nicht mal gut."

Nytra über die Hürden im Halbfinale

Carolina Nytra wurde nach 12,89 Sekunden zwar nur Zweite ihres Vorlaufs über 100 Meter Hürden, erreichte aber genauso das Halbfinale wie Nadine Hildebrand und Cindy Roleder. "Ich habe versucht, nichts zu riskieren. Mein Ziel war und ist eine Medaille", sagte Nytra.

Höhne mit Magenkrämpfen auf Rang sieben

Beim Sieg des Franzosen Yohan Diniz im 50 Kilometer Gehen belegte André Höhne den siebten Platz und war darüber "extrem glücklich". Der 32-Jährige hatte mit Magenproblemen zu kämpfen. "Aber ich habe gezeigt, dass ich zur Weltspitze gehöre", meinte er stolz. "Es war hart. Aber habe mich durchgebissen."


Quelle: sid , dpa

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Kommentare (13)

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Thema: "Leichtathletik: Gold, Silber und Bronze in Barcelona"

Matze schrieb: am 4. August 2010 um 17:42:43
(0) (0) ali55
Ich denke, bei den Männern ist die Leistungsdichte unter den Athleten einfach größer und die Konkurrenz für die Deutschen darum
stärker. Damit will ich natürlich nicht das tolle Abschneiden unserer Frauen abwerten, Aber möglicherweise erklärt sich damit, warum es bei den Männern immer ein bisschen schlechter läuft. Das ist ja auch beim Wintersport - vor allem bei Biathlon - regelmäßig so.
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Matze schrieb: am 2. August 2010 um 23:43:09
(0) (0) GinoDull
Also bei Esser und Hingst stimme ich dir zu, da hätte wirklich mehr kommen können. Aber bei den anderen finde ich, Du setzt zu
hohe Maßstäbe an. Denn von Kappler hätte man niemals eine Medaille erwarten können, Kleinert findet bei der EM traditionell nie zu ihrer Form und bei Müller und Mohr fehlt es ganz einfach noch an internationaler Erfahrung. Und Spank war ja noch nicht einmal nominiert worden. Die vermeintlichen Flops lassen sich also alle erklären.
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GinoDull schrieb: am 31. Juli 2010 um 15:42:50
(0) (0) EM-Medaillen
@Rumbalotte: Mit deiner "Gratulation" kann man nicht einverstanden sein. Du bist halt auch nur ein "Erbsenzähler" der nur auf
die Anzahl der Medaillien schaut. Man muß doch die gesamte deutsche Leichtathletik-Mannschaft anschauen, da gibt es doch viel mehr Schatten als Licht. Bedenken wir doch die "Flops" von Esser, Mohr, Kappler, Kleinert, Müller, Spanck und vor allem Hingst. Interessant sind dann immer anschließend ihre Ausreden wie "böiger Wind", "zu früher Beginn", "keine lockeren Beine" usw
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