13.03.2010, 19:48 Uhr
Zwei Jahre nach dem Debakel von Valencia haben die deutschen Leichtathleten bei der ersten Hallen-WM am Persischen Golf endlich wieder Medaillenglanz verbreitet: Silber gab es in Doha für Stabhochsprung-Hoffnung Malte Mohr, Bronze für seinen Teamkollegen Alexander Straub und Kugelstoß-Koloss Ralf Bartels. Mit dreimal Edelmetall innerhalb einer halben Stunde hat sich das Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) am ersten Wettkampftag prächtig geschlagen. In Valencia waren die Deutschen 2008 ganz ohne Edelmetall geblieben.
Nach 21 Jahren gewann Europameister Bartels wieder eine Medaille für die deutschen Kugelstoßer bei einer Hallen-WM. "Das wird immer verrückter. Jetzt holst du mit 21 Metern gar nichts mehr. Ich bin erstaunt, dass ich auf diesem hohen Niveau mithalten kann. Vielleicht ist es bei mir wie mit Wein: Je älter, desto besser", meinte der 32- Jährige vom SC Neubrandenburg, der mit starken 21,44 Metern Dritter wurde. Gold sicherte sich wie schon 2004 und 2008 der Amerikaner Christian Cantwell mit 21,83 Metern. Zweiter wurde der Weißrusse Andrej Michnewitsch (21,68).
Vor 4000 Zuschauern im futuristischen Aspire Dome von Doha schwangen sich die deutschen Stabartisten wenig später zu einer erfolgreichen Double-Mission auf: Erstmals seit sieben Jahren standen wieder zwei DLV-Springer bei einer Hallen-WM auf dem Podest. Mit starken 5,70 Metern eroberte Youngster Mohr aus München Silber. Teamkollege Straub von der LG Filstal wurde Dritter mit 5,65 Metern. Gold ging an Freiluft-Weltmeister Steven Hooker aus Australien, der als Einziger 6,01 Meter überquerte. Danach versuchte sich Hooker dreimal vergeblich an 6,16 Meter - Sergej Bubkas 17 Jahre alter Hallen-Weltrekord (6,15) wurde nicht geknackt.
Hookers Landsmann Fabrice Lapierre machte das Glück der Aussies perfekt: Der Mann aus Down Under gewann mit 8,17 Meter überraschend Weitsprung-Gold. Immerhin um 19 Zentimeter sprang Christian Reif an Bronze vorbei: Der deutsche Hallenmeister aus Ludwigshafen wurde mit 7,86 Metern Fünfter. Ein Jahr nach seinem EM-Titel von Turin holte sich der ehemalige Dopingsünder Dwain Chambers auch sein erstes WM-Gold in der Halle: Der 31 Jahre alte Brite siegte über 60 Meter in der Weltjahresbestzeit von 6,48 Sekunden.
Kugelstoßerin Nadine Kleinert hatte das Finale erreicht, die zwei deutschen Weitspringerinnen setzten dagegen die Qualifikation in den Sand. Kleinert qualifizierte sich mit der sechstbesten Weite von 18,77 Metern für die Entscheidung am Sonntag. Für Sosthene Moguenara und Bianca Kappler war der Traum vom Edelmetall dagegen beendet. Beide kamen über 6,37 Meter nicht hinaus und schieden aus. "Dazu fällt mir nichts ein. Ich war gut vorbereitet, wollte bei meiner ersten WM alles so machen wie bei jedem anderen Wettkampf, aber es hat nicht geklappt", sagte die zweimalige deutsche Hallenmeisterin Moguenara.
Quelle: dpa
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