22.02.2009, 16:25 Uhr
Silke Spiegelburg springt Rekord. (Foto: imago) Hochspringerin Ariane Friedrich und die Stabartisten Danny Ecker sowie Silke Spiegelburg haben die deutsche Leichtathletik bei den nationalen Titelkämpfen in Leipzig aus der nacholympischen Lethargie gerissen. Für einen weiteren Schritt aus der Krise sollen die rund 40 DLV-Asse sorgen, die der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Montag für die Hallen-EM in zwei Wochen in Turin nominieren wird.
"Wir sind auf dem richtigen Weg nach Berlin", sagte Präsident Clemens Prokop ein halbes Jahr vor der Heim-Weltmeisterschaft in Berlin (15. bis 23. August).
WeltklasseAriane Friedrich springt 2,05 Meter hoch
Bei den Olympischen Spielen 2008 hatte es mit nur einem Bronze-Gewinn ein Debakel gegeben. "Wir tragen seit Peking einen kleinen, unsichtbaren Rucksack mit uns, in dem schon ein Schamgefühl ist", stellte DLV-Vizepräsident Leistungssport Eike Emrich fest. "Ich hoffe, dass wir uns im Laufe des nächsten Vierteljahres des Rucksacks entledigen und ohne Ballast zur WM laufen können." Genährt wurde diese Zuversicht vor allem von den Springern.
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Einen weiteren Beweis ihrer Leichtigkeit beim Überqueren der Latte zeigte Ariane Friedrich. Die 25 Jahre alte Frankfurterin meisterte die 2,00 Meter einmal mehr fast ohne Anstrengung. Eine Woche nach dem 2,05-Meter-Sprung in Karlsruhe gelang der Olympia-Siebten die Steigerung um einen weiteren Zentimeter allerdings nicht. "Die Latte ist leider nicht liegen geblieben", meinte die erfolgreiche Titelverteidigerin nach drei hauchdünn gerissenen Versuchen.
Als verlässliche Zugnummer erwies sich einmal mehr der Stabhochsprung. Im Kampf der Generationen zeigte sich der 31-jährige Danny Ecker (Leverkusen) mit 5,80 Metern als "Herr der Lüfte" und verdrängte die jungen Himmelsstürmer Alexander Straub (5,80 Meter) und Malte Mohr (5,75 Meter) auf die nachfolgenden Plätze. "Wichtig ist nicht das Alter, sondern die Höhe. Und Konkurrenz belebt das Geschäft, egal wie alt jemand ist", meinte Ecker.
Doppelten Grund zur Freude hatte bei den Frauen Silke Spiegelburg. Die 22-jährige Leverkusener Klubkollegin von Ecker gewann den Titel mit einem deutschen Hallen-Rekord. Mit 4,71 Metern übertraf sie die am 14. Januar 2007 aufgestellte alte Bestmarke von Carolin Hingst um einen Zentimeter. "Das ist das i-Tüpfelchen", meinte Spiegelburg.
Auch die Sprünge in den Sandkasten waren lange nicht mehr so weit. Auf den dritten Platz in der Welt flog Weitspringer Sebastian Bayer mit beachtlichen 8,13 Meter. Im Dreisprung der Frauen siegte Katja Demut überlegen mit 14,06 Meter, der zweitbesten Weite einer Deutschen überhaupt in der Halle hinter Petra Lobinger (14,36 Meter).
Überraschungen gab es im Sprint. Verena Sailer gewann über die 60 Meter sicher in 7,25 Sekunden. Bei den Männern rannte Stefan Schwab in 6,59 Sekunden allen davon - auch dem Titelverteidiger Tobias Unger, der als Fünfter mit unerwarteter Verspätung ins Ziel kam. Über 200 Meter spurtete Alexander Kosenkow in 20,78 Sekunden an die Spitze der europäischen Bestenliste, was mit Blick auf die Hallen-EM nichts nützt: Diese Distanz fehlt im Programm.
Quelle: dpa
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