20.06.2010, 19:12 Uhr | sid, dpa
Jennifer Oeser freut sich über ihre EM-reife Form. (Foto: dpa)Weltklasseleistungen der deutschen Siebenkämpferinnen, kein deutscher Achttausender und Personalnot im Zehnkampf: Das internationale Mehrkampfmeeting in Ratingen war für die Starter des Deutschen Leichtathletik-Verbands (DLV) ein Wechselbad der Gefühle. Dabei ragte die WM-Zweite Jennifer Oeser mit 6427 Punkten im Siebenkampf heraus. Yordani Garcia (8288) sorgte bei den Männern für den dritten kubanischen Zehnkampf-Sieg in Ratingen nacheinander.
Oeser verteidigte ihre Führung gegen die mit 6386 Punkten ebenfalls stark auftrumpfende Lilli Schwarzkopf. "Das Wetter war nicht wirklich meins", sagte die 26-jährige Oeser zum kühlen und verregneten Wochenende und richtete den Blick auf die Europameisterschaften: "In Barcelona geht es ab. Mein Leistungsvermögen sollte noch mehr hergeben."
Bei der EM könnte Oeser die einzige deutsche Mehrkämpferin sein. Schwarzkopf übertraf die Norm von 6100 Punkten mit 6386 Zählern deutlich. Sie kündigte aber wegen ihres Studiums einen Verzicht auf ihren Startplatz an. Der DLV will noch das Gespräch mit ihr suchen und sie umstimmen. Auf den Plätzen drei und vier verpassten Maren Schwerdtner und Claudia Rath die EM-Norm.
Im deutschen Zehnkampf-Lager offenbarte sich eine große Personalnot. 8522-Punkte-Mann Michael Schrader, der frühere Hallen-Weltmeister André Niklaus und der Ratingen-Sieger von 2007, Arthur Abele, standen verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. U-20-Weltmeister Jan Felix Knobel gab zudem wegen Rückenproblemen auf. Norman Müller präsentierte sich als Kandidat auf ein EM-Ticket in schwacher Form. Er patzte nach einem durchwachsenen ersten Tag gleich zum Auftakt über 110 Meter Hürden und im Diskuswerfen, so dass die EM-Norm von 8000 Punkten für ihn schon früh nicht mehr erreichbar war. Müller (7609) wurde Sechster.
Den Ton gaben die Kubaner an: Yordani Garcia und der WM-Zweite Leonel Suarez (8243) belegten Platz eins und zwei. Bester Deutscher war Matthias Prey (7672) als Vierter. Mit Blick auf die EM droht dem DLV nun möglicherweise sogar ein Zehnkampf ohne Starter. Einziger qualifizierter Athlet ist der WM-Sechste Pascal Behrenbruch. Der 25-Jährige kämpft aber derzeit mit einem Anriss der Plantarsehne und war deshalb in Ratingen nicht angetreten.
"Irgendwann gibt es ein Jahr, das man als schlechtestes oder miesestes bezeichnen könnte. Das sieht in diesem Jahr danach aus", meinte der für die DLV-Zehnkämpfer verantwortliche Claus Marek zur Misere seiner Athleten.
Quelle: sid , dpa
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