19.06.2010, 17:51 Uhr | sid, dpa
Gute Voraussetzungen für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV): Die WM-Zweite Jennifer Oeser hat nach dem ersten Tag mit 3721 Punkten die Führung übernommen und liegt somit bei Halbzeit der deutschen Siebenkampf-Qualifikation für die Leichtathletik-Europameisterschaften in Barcelona vorne. Die Siebenkämpferin präsentierte sich beim Mehrkampf-Meeting in Ratingen in einer glänzenden Form und steuert ein Gesamtresultat von rund 6350 Zählern an. Bei den Zehnkämpfern hat der Kubaner Yordani Garcia (4182 Punkte) nach fünf Disziplinen die Spitzenposition inne.
"Ich glaube schon, dass mein Leistungsvermögen noch mehr hergibt. Das Wetter hat wirklich nicht gepasst", sagte Oeser, die ihre Führung an diesem Sonntag verteidigen will. Hinter Vorjahressiegerin Oeser liegt im Siebenkampf die EM-Dritte Lilli Schwarzkopf mit 3634 Punkten. Dabei wollte sie ursprünglich in diesem Jahr gar keinen Wettkampf bestreiten. Die Athletin von der LG Rhein-Wied kann am Wochenende die EM-Norm von 6100 Punkten deutlich übertreffen, auch wenn sie bei der Europameisterschaft in Barcelona nicht an den Start gehen wird: "Ich hatte ein Ruhejahr geplant, bin zwar in Ratingen angetreten, aber die EM ist kein Ziel für mich." Drittplatzierte wurde die Hannoveranerin Maren Schwerdtner (3542).
Der neue Siebenkampf-Bundestrainer Wolfgang Kühne könnte jetzt vor der Situation stehen, dass Schwarzkopf sogar die WM-Zweite Jennifer Oeser besiegt und erst danach endgültig auf Barcelona verzichtet. "Nach dem Wettkampf werden wir reden. Vielleicht sieht sie Chancen auf Platz eins bis sechs und ändert ihre Meinung. Wenn nicht: Sie hatte von vornherein gesagt, sie wolle ein Ruhejahr machen, sich im Juli/August auf den Abschluss ihres Sportstudiums konzentrieren. Zumindest will ich ihr keinen Strick draus drehen, wenn sie auf die EM verzichtet."
Im Zehnkampf hinterließen am verregneten ersten Tag die beiden Favoriten aus Kuba, Vorjahressieger Yordani Garcia und Vize-Weltmeister Leonel Suarez (4142 Zähler), den besten Eindruck. Der Hallenser Norman Müller, der um die EM-Norm von 8000 Punkten kämpft, zeigte sich vor 3490 Zuschauern nicht in Bestform. Der WM-Teilnehmer von 2009 muss als Dritter mit 4061 Punkten um seine Qualifikation zittern. "Das wird ein Kampf auf Biegen und Brechen", meinte Müller.
Weiter vom Pech verfolgt blieb der als EM-Kandidat gehandelte U-20-Weltmeister Jan Felix Knobel. Vor drei Wochen in Götzis von einem Stabhochsprung ohne gültigen Versuch aus der Bahn geworfen, musste er in Ratingen nach dem Weitsprung wegen einer Rückenverletzung aufgeben.
Diskuswerferin Nadine Müller hat bei der Team-Europameisterschaft der Leichtathleten im norwegischen Bergen für den ersten deutschen Einzelerfolg gesorgt. Die 24-jährige WM-Sechste aus Halle warf den Diskus 63,53 Meter weit, blieb aber mehr als vier Meter unter ihrer Weltjahresbestleistung. Zweite wurde die Olympiasiegerin von 2004, Natalia Sadowa aus Russland, mit 59,59 Metern vor der Ukrainerin Katerina Karsak, die 57,20 Meter erzielte.
Quelle: sid , dpa
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