13.07.2011, 11:22 Uhr
Der ehemalige Box-Weltmeister Lennox Lewis kritisiert Wladimir Klitschko. (Foto: Reuters)
Für Lennox Lewis sind die Klitschkos derzeit die unbestritten besten Boxer der Welt. Das liegt dem Briten zufolge am Kampfstil der beiden Brüder aber auch an den fehlenden Gegnern. Der Ex-Weltmeister ist sicher: Wäre er noch aktiv, kämen sie an ihm nicht vorbei. "Ich bin ein kompletterer Boxer, habe viel mehr Schlagarten in meinem Repertoire. Ich arbeite zum Körper, nah am Mann, schlage Aufwärtshaken", sagte der ehemalige Schwergewichtler im Interview mit der "Sport-Bild".
Nach seinem Rücktritt hat Lewis "keinen gesehen, der mein Erbe antreten könnte". In einem Kampf zwischen ihm in Bestform und Wladimir Klitschko in der jetzigen Verfassung "würde ich Klitschko k. o. schlagen, wahrscheinlich in den mittleren Runden", erklärte Lewis.
Beim Kampf zwischen Wladimir Klitschko und David Haye war Lewis als TV-Experte am Ring: Vom Auftreten Klitschkos war er enttäuscht. "Wladimir hat seinen Job erledigt, aber ich denke, dass er noch viel besser hätte boxen und David k.o. schlagen können", sagte der Ex-Weltmeister. Wladimir habe alles, was ein guter Boxer brauche: Das Gewicht, die Kraft, die Größe, die Reichweite und sogar die Schnelligkeit. Dennoch glaubt Lewis, dass er noch nicht sein ganzes Potential ausgeschöpft hat. "Er hat noch viel mehr zu bieten", ist sich Lewis sicher.
Unter anderem vermisst er bei Klitschko den Offensivdrang. Der Grund für diese Zurückhaltung könnte die Sorge um die eigene Sicherheit sein. "Alle sagen dass Wladimirs Kinn zu schwach sei. Ich denke, dass sogar Wladimir das geglaubt hat. Darum ist er defensiver, er schützt sein Kinn. Da hat er noch die Niederschläge von früheren Kämpfen im Hinterkopf." Statt auf Hayes Schläge mit eigenen Schlägen zu antworten oder auch einmal den Infight zu suchen, habe Klitschko nur geklammert.
Ein gebrochener Zeh sei Schuld für seine Niederlage gewesen. Dennoch lobt er seinen Gegner Wladimir Klitschko. zum Video
Der bessere der Brüder ist für Lewis eindeutig Vitali, gegen er im Jahre 2003 zum letzten Mal nach einem umstritten Kampf seinen Schwergewichts-Weltmeistertitel verteidigen konnte. Damals wurde der Fight nach der sechsten Runde wegen eines tiefen Cuts über dem linken Auge des Ukrainers abgebrochen. Zu diesem Zeitpunkt lag der ältere Klitschko auf den Zetteln der Punktrichter vorne. "Vitali boxt unbequem. Er ist groß und setzt seine Reichweite gut ein. Er schlägt gute Kombinationen und versteht es, den Gegner aus der Balance zu bringen. Vitali ist auf jeden Fall der Bessere."
Dass die ukrainischen Brüder, die zusammen alle Weltmeistertitel der vier großen Verbände in ihrem Besitz haben, den ganz großen Durchbruch in den USA bisher nicht geschafft haben, führt Lewis vor allem auf ihren Boxstil zurück: "Für Amerika boxen sie zu ruhig. Amerikaner wollen schockiert werden, so wie es beispielsweise Mike Tyson mit seinen brutalen Niederschlägen getan hat." Der Platz der Klitschkos in der Schwergewichtshistorie stehe aber außer Frage. "Ihre Stellung würde aber wie ein guter Wein erst mit der Zeit und den Jahren immer besser werden", sagte Lewis.
Quelle: t-online.de , sid
RH schrieb:
am 13. Juli 2011 um 17:51:52
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@Wortklauber
@Wortklauber,
Das Vitali damals nach Punkten vorne war spielt keine Rolle, wenn ein Boxer einem anderen sein Gesicht dermaßen
zu Brei schlagen kann, dann wird der Kampf eben abgebrochen, ansonsten hätte Vitali noch schlimmer ausgesehen, oder sogar gesundheitliche Schäden davongetragen.
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Wortklauber schrieb:
am 13. Juli 2011 um 17:09:46
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@BoxFan
Ali war ein Jahrhundertboxer, so einen wirst Du auch die nächsten 100 Jahre nicht mehr finden. Der konnte alles! Aber berühmt war
er weil er Ali war und Ali war eben DAS Großmaul! Es gab seither keinen so kompletten Boxer - leider. Aber dass der Klitschko Angst hatte glaube ich nicht. Der hat den Kampf ausschließlich von der Mitte aus gemacht, war aktiver und viel mehr im Vorwärtsgang. Vorsichtig, ist wohl richtiger! Er hat kontrolliert und aus guter Deckung geboxt - er hat geboxt!!!
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BoxFan schrieb:
am 13. Juli 2011 um 17:01:03
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wer boxt?
Um es noch mal klar zu machen was ich meine. Warum war Clay/Muhammad ali so berühmt und legendär? Nicht wegen seinem "großen
Maul". Sondern?
Weil er als einer der wenigen wirklich boxen konnte. Auslage wechseln.
Mal defensiv auf Konter, mal offensiv ( seine Beinarbeit z.B. ) Das hat da
z.B. Wladimir zu bieten ?? Jeder der sich mal in seiner Jugend ein , zwei
Boxkämpfe geliefert hat, sieht doch, daß er regelrecht Angst hat. Wie auch
gegen Haye - siehe "Glaskinn"
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