22.11.2011, 18:19 Uhr
Michael Ballack (r.) im Laufduell mit Raul Meireles. (Quelle: imago)
Das Drehbuch hat es so gewollt: Michael Ballack bestreitet sein 100. Europacupspiel ausgerechnet gegen seinen geliebten Ex-Klub FC Chelsea. Dass die Londoner aktuell in der Liga schwächeln, kommt dem in den letzten Wochen so starken Ballack gerade recht. Denn mit einem Sieg an diesem Mittwoch (ab 20.30 Uhr im t-online.de Live-Ticker) gegen den vermeintlichen Favoriten könnte Anführer Ballack mit Bayer Leverkusen vorzeitig ins Achtelfinale der Champions League einziehen und zugleich Chelsea in höchste Gefahr stürzen.
"Wir sollten nicht den Fehler machen, zu ängstlich zu agieren", fordert der 35-Jährige deshalb. Im Hinspiel in London hatte Bayer zwar 0:2 verloren, aber eine der besten Leistungen in einer bisher wechselvollen Saison gezeigt.
"So eine Leistung müssen wir annähernd bringen, was das Defensiv- und Kombinationsspiel angeht, um zu bestehen", sagt Trainer Robin Dutt. "Selbstverständlich können wir gewinnen", ist er überzeugt. Genährt wird sein Optimismus durch die zuletzt mageren Resultate des englischen Premier-League-Klubs, der drei der letzten fünf Liga-Spiele verloren hat. Auch die Remis gegen Valencia und Genk hätten am Image gekratzt: "Die Engländer galten als haushoher Favoriten. Das ist nun auch infrage gestellt", sagt Dutt.
Der ehemalige Chelsea-Profi Ballack warnte aber auch vor seinen Ex-Kollegen. Denn mit einem Erfolg würde die Werkself definitiv in der Königsklasse überwintern, Chelsea aber in Gefahr geraten rauszufliegen. "Sie wissen natürlich um die Brisanz des Spiele", sagte Ballack.
Bei einer Niederlage oder einem Unentschieden würde für Bayer die letzte Gruppenpartie am 6. Dezember in Genk zum Endspiel. "Irgendwelche Rechnereien machen keinen Sinn, wir konzentrieren uns nur darauf, das Spiel zu gewinnen", sagt Dutt. Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser beschäftigt sich aber auch mit diesem Fall: "Ein Punkt wäre gut, bei einer Niederlage wird es schwer." Auf jeden Fall geht auch der Vereinschef davon aus, dass Ballack und Co. dem Starensemble um Frank Lampard, Fernando Torres und Didier Drogba "die Stirn bieten" kann.
Angesichts zahlreicher Verletzter hat Bayer-Coach Dutt vor dem Champions-League-Hit personell keine große Auswahl. Allerdings kann er wieder auf Nationalspieler André Schürrle zurückgreifen, der zuletzt wegen einer Grippe gefehlt hatte. Offen ist, ob er den zuletzt nicht konstanten Kapitän Simon Rolfes auf der Sechs aufbietet oder wie beim 2:0 in Kaiserslautern Stefan Reinartz in die Startelf stellt.
"Wir können alles klar machen, wissen aber auch, was auf uns zukommt", sagt Innenverteidiger Manuel Friedrich. "Doch wir werden alles in die Waagschale werfen." Auch Teamkollege Sidney Sam ist zuversichtlich, dass eine Überraschung gelingen kann. "In Chelsea haben wir gut gespielt, da ist vor eigenem Publikum etwas drin."
Bei einem Sieg ist Bayer durch. Denn Chelsea und der FC Valencia, die am letzten Spieltag der Gruppe E gegeneinander spielen, könnten dann beide höchstens noch zu Leverkusen aufschließen. Bei Punktgleichheit zählt die höhere Punktzahl aus den direkten Vergleichen der betreffenden Mannschaften. Und da läge Bayer dann mit sechs Zählern vorne.
Quelle: t-online.de
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