14.11.2011, 07:11 Uhr
Lewis Hamilton freut sich über seinen Triumph in Abu Dhabi. (Foto: imago)
Aus Abu Dhabi berichtet Elmar Brümmer
Lewis Hamilton hat sich nach reichlich Kleinholz im Privatleben und auf der Strecke zurückgemeldet. Dem großen Polarisierer im Top-Motorsport würde nach seinem 17. Grand-Prix-Erfolg insgesamt ähnlich wie Bushido ein Integrations-Bambi gebühren. "Siege sind gut für die Seele“, sagt er.
"One Love“ steht auf Hamiltons Helm, und das Zitat aus einem Bob-Marley-Song deuten viele als Anspielung auf das Liebes-Aus mit Pussycat Doll Nicole Scherzinger. Die Beziehungskrise hatte den Weltmeister von 2008 völlig von der Ideallinie abgebracht, mit Vorliebe krachte er im zweiten Saisonhalbjahr deshalb in den Ferrari von Felipe Massa. Der Frust führte zu einer übersteigerten Angriffslust. Mittlerweile gibt es einige in der Formel 1, die "One Love“ anders verstehen: Als Bekenntnis zu seiner wahren großen Liebe, dem Rennsport.
Hamilton ist wieder da, und er hätte Sebastian Vettel in Abu Dhabi schon fast die Einstellung des Pole-Rekordes vermasselt. Klein beigeben, dass ist nicht das Ding des großen Kämpfers. Was die Aggressivität angeht, fährt er in der Alonso-Liga. Den Liebeskummer scheint er jetzt verarbeitet zu haben, und das Privatleben wirkt aufgeräumter. Mit Papa Anthony, seinem ehemaligen Manager, wurde die Funkstille nach über einem Jahr aufgehoben, sie herzten sich schon in Indien wieder. Die Mama wurde nach Abu Dhabi eingeladen, und erlebte als Geburtstagsüberraschung den dritten Saisonsieg des Sprösslings mit, und seine 1000. Führungsrunde in der Formel 1 insgesamt.
Nico Rosberg ist nach dem Grand Prix in Abu Dhabi zufrieden. zum Video
Vier Monate lang, seit dem Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring hat Hamilton auf diesen Erfolg gewartet. Es war ein Befreiungsschlag, der mit Rosenwasser begossen wurde. Nach der turbulenten Anfangsphase setzte sich Hamilton in Vettel-Manier ab, hielt Alonso und Teamkollege Jenson Button in Schach. "Normalerweise bin ich selbst mein größter Kritiker, aber diesmal habe ich alles maximiert. Es hat alles prima geklappt, ein fantastischer Job. Ich bin sehr, sehr glücklich, wieder da oben zu stehen. Während des Rennens habe ich mir verboten, an den Sieg zu denken.“ Ein Erfolg in eigener Sache für den 26-Jährigen, genau zur rechten Zeit: "Ich hatte schon einige interessante Siege, aber das ist einer meiner besten. Ich hab' nicht einen einzigen Fehler gemacht, obwohl ich die ganze Zeit zuvor ziemlich unter Druck stand und viele an mir gezweifelt haben.“ Was für ein Sinnbild: Bei Vettel war die Luft schnell raus, Hamilton geht aufgepumpt ins Finale in Brasilien.
Für 2012 hat McLaren sicherheitshalber einen eigenen Fahrerbetreuer verpflichtet, falls mal wieder eine Krise kommt: Sam Michael, der schon bei BMW-Williams den von den Emotionen her in der Hamilton-Liga beheimateten Kolumbianer Juan-Pablo Montoya in Richtung Erfolg einnorden konnte. Im Kreis der Formel-1-Piloten hat er im Laufe dieser Saison durch seine Un-Taten und sein Un-Verständnis einigen Kredit verloren. Aber sein Lächeln ist schon wieder so überlegen, wie es mal war: "Ich habe schon immer auf mich selbst vertrauen können, egal wie negativ über mich gesprochen wurde. Mein Ziel im Leben ist es nicht, nur nahe dran zu sein – sondern den anderen zu besiegen.“
Quelle: t-online.de
krumm2000 schrieb:
am 14. November 2011 um 21:08:36
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F1 Bushido?
...ich würde ihn eher als Glückskind oder Lottogewinner beschreiben. Hätte er Vettel besiegt, kännte ich ja die ganze
Aufregung verstehen, aber so?? Wenn Glock ihn 2008 nicht kurz vor der Ziellinie vorbeigelassen hätte wäre er noch kein Weltmeister, dafür aber Massa.... kann man das so leicht vergessen? Auf jeden Fall hat er dieses Jahr für viel Unterhaltung gesorgt, dafür sei ihm gedankt.
Wir gedenken auch seiner Opfer....
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Patrick schrieb:
am 14. November 2011 um 20:36:12
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Formel 1
Nicolas Todt, der Sohn von FIA Präsident Jean Todt ist der Manager von Massa. Fragen zur Vertragsverlängerung haben sich damit erübrigt.
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Horst schrieb:
am 14. November 2011 um 20:09:29
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zu Aha...
mal davon abgesehn das Vettel wieder nur 2 Kurven benötigt hat ums ca 3 Fahrzeuglängen voraus zu sein....
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