04.07.2008, 17:18 Uhr
Bundestrainer Joachim Löw (Foto: dpa)Der deutschen Nationalmannschaft steht auf einer wichtigen Position offenbar ein Umbruch bevor. Jens Lehmanns Rang als Torhüter Nummer eins wird erstmals von der Teamleitung nicht mehr garantiert. "Sicherlich wird es bald einen Generationenwechsel im Tor geben. Jens ist schließlich 38 Jahre alt, und wir haben junge Torhüter wie Rene Adler und Manuel Neuer, die ihre Qualität unter Beweis gestellt haben", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Rande eines DFB-Kongresses in Frankfurt.
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Einen konkreten Termin nannte Löw jedoch nicht. Mit Lehmann habe es seit dem verlorenen EM-Finale gegen Spanien (0:1) und der EM-Abschiedsfete der Nationalelf in Berlin keinen Kontakt gegeben. "Wir werden uns Zeit lassen und dann ein Gespräch führen. Es braucht Zeit, um die Gedanken zu ordnen", erklärte Löw. Bislang hatten der Bundestrainer und Torwartcoach Andreas Köpke stets loyal zu ihrem Keeper gestanden. Lehmann selbst hatte sich nach der EM nicht konkret über seine Zukunft im Nationaltrikot geäußert. Er werde in Ruhe überlegen, sagte der Torwart, der beim entthronten deutschen Meister VfB Stuttgart einen Einjahresvertrag unterzeichnet hat.
Fünf Tage nach dem verlorenen Finale gegen Spanien zog der Bundestrainer ein erstes positives Fazit der Europameisterschaft. "Es ist der Mannschaft gelungen, die WM-Stimmung von 2006 mit hinüberzunehmen in die EM. Die Entwicklung der Mannschaft ist hervorragend gewesen, sie hat aber auch Schwankungen gezeigt und konnte Leistungen auf Topniveau nicht in jedem Spiel wiederholen", sagte Löw. Sein Team habe sehr viel investiert im Turnier. Spanien sei indes die einzige Mannschaft gewesen, die ihr Niveau über sechs Spiele habe halten können.
Er werde auch künftig auf junge Spieler wie Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm oder Lukas Podolski setzen, betonte der 48-Jährige. "Die Generation der Jungen hat eine große Zukunft, da dürfen wir einiges erwarten. Die Entwicklung ist noch nicht zu Ende." Über die Zusammenarbeit mit den 23 Spielern seines EM-Kaders vom ersten Tag auf Mallorca bis zum Finale von Wien war der 48-Jährige voll des Lobes. "Es gab Anspannung und Konflikte, aber keine einzige Disziplinlosigkeit. Über 45 Tage hat die Mannschaft mit ihrem Auftreten viele Sympathien gewonnen."
Eine Analyse des Turniers mit seinem Trainerteam habe es bisher nicht gegeben. Am 1. August werde er in die Vorbereitung der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2010 einsteigen, kündigte der Bundestrainer an. Auf dem Weg nach Südafrika ist unter anderem EM-Viertelfinalist Russland der Gegner. "Die Russen werden uns am meisten zusetzen. Aber ich bin überzeugt, dass wir auch diese Hürde meistern", sagte Löw, der im Juli erst einmal Urlaub machen wird.
Am Rande der Veranstaltung in Frankfurt bestätigte der DFB, dass die Zusammenarbeit mit Bernhard Peters Ende dieses Monats beendet werde. Der frühere Hockeytrainer und Berater der Nationalmannschaft hatte während der EM öffentlich den physischen Zustand des deutschen Teams kritisiert.
Quelle: sid , dpa
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