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Marco Simoncelli tödlich verunglück: Video zeigt schrecklichen Unfall

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Ärzte kämpften 45 Minuten um Simoncellis Leben

25.10.2011, 11:33 Uhr

Marco Simoncelli wurde nur 24 Jahre alt. (Quelle: dpa)

Marco Simoncelli wurde nur 24 Jahre alt. (Quelle: dpa)

Noch immer herrscht in der Motorsport-Welt Entsetzen über den Tod von Motorrad-Pilot Marco Simoncelli. Erschütternde Details werden zu dem schlimmen Unfall des Italieners beim Rennen in Sepang bekannt. So verstarb der ehemalige Weltmeister an schweren Kopf- und Nackenverletzungen.

Simoncelli war in der zweiten Runde gestürzt und von Colin Edwards und Valentino Rossi, die beide nicht ausweichen konnten, überrollt worden. Nur Stunden vor der Trauerfeier für den eine Woche zuvor tödlich verunglückten Indycar-Piloten Dan Wheldon wurde der Motorsport damit erneut von einer Schreckensnachricht erschüttert.

Reanimation bleibt erfolglos

"Als unser Ärzteteam bei ihm ankam, war Marco bewusstlos“, sagte der für die Erstversorgung zuständige Oberarzt Michele Macchiagodena. "Im Rettungswagen gab es einen Herzstillstand und wir starteten sofort mit der Reanimation." 45 Minuten kämpften die Ärzte um Simoncellis Leben. Dabei sei es auch gelungen, die Blutung im Brustkorb einzudämmen, so Macchiagodena. Aber letztlich half es nichts. "Um 16.56 Uhr mussten wir ihn für tot erklären.

Stoner: "Mir ist schlecht geworden"

Mit Bestürzung reagierten die Fahrer auf den Tod ihres Kollegen. "Das ist alles traurig, ich weiß nicht, was ich sagen soll", sagte der deutsche Top-Pilot Stefan Bradl. "Ich fühle mich wirklich schlecht. Auf der Strecke sind wir alle Brüder", sagte Ex-Weltmeister Nicky Hayden. "Als ich die Bilder gesehen habe, ist mir schlecht geworden", sagte der bereits als MotoGP-Weltmeister feststehende Australier Casey Stoner.

Fisichella: "Er wird in den Herzen aller bleiben"

Auch in Simoncellis Heimat reagierten Motorsport-Verantwortliche mit großer Bestürzung. "Es ist schwer, den Schmerz über den Verlust solch eines fröhlichen Menschen in Worte zu fassen", sagte Ferraris Formel-1-Teamchef Stefano Domenicali in einer Mitteilung. "Er war ein außergewöhnlicher Junge, allen sympathisch und ein großartiger Pilot. Er wird in den Herzen aller bleiben", meinte der Ersatzfahrer der Scuderia, Giancarlo Fisichella. "Das ist einer meiner schlimmsten Tage", sagte der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Italien, Gianni Petrucci.

Oftmals übertriebene Risikofreude

Simoncellis Lockenkopf war das Markenzeichen des in Cattolica geborenen Rennfahrers. Mit sieben Jahren sammelte er erste Erfahrungen auf einem Pocket-Bike. "Super Sic", wie der 1,83 Meter große Fahrer gerufen wurde, galt als aggressiver Pilot. Oftmals grenzte seine Fahrweise an übertriebene Risikofreude und löste bei manchen Rivalen Unmut aus. 2002 fuhr Simoncelli in Tschechien seinen ersten Grand Prix. Im selben Jahr war er Europameister der 125-Kubikzentimeter-Klasse geworden.

Als Rossi-Nachfolger gehandelt

Nach dem WM-Titel 2008 gelang ihm ein Jahr später noch ein dritter Gesamtrang bei den 250ern. Danach stieg er in die Königsklasse MotoGP um. Simoncelli wurde als möglicher Thronfolger von Motorrad-Superstar Rossi gehandelt. In dieser Saison bestätigte er die Erwartungen: Zwei Podestplätze und zwei Pole Positionen auf der eher unterlegenen Gresini-Honda untermauerten das Talent des so lebensfrohen Fahrers.

"Valentino ist fix und fertig"

Rossi stand derweil nach dem Horrorcrash unter Schock und war nicht in der Lage, einen Kommentar abzugeben. Der neunmalige Weltmeister wollte in der Stunde der Trauer alleine sein und mit niemandem sprechen. "Valentino ist fix und fertig, das geht ihm sehr nahe", sagte Ducati-Teammanager Vittoriano Guareschi, der einer der wenigen Menschen war, die Kontakt zum achtmaligen Weltmeister hatten. Erst spät abends meldete sich Rossi via Twitter kurz. "Sic war für mich wie ein jüngerer Bruder. Er war auf der Strecke stark und im normalen Leben so wunderbar. Ich werde ihn sehr vermissen", teilte er mit. Rossi wird sich unweigerlich Vorwürfe machen und eine Mitschuld geben.

Tritt Rossi jetzt zurück?

Doch die Videoaufnahmen belegen: Rossi trifft keine Schuld. Bei Tempo 200 hatte er einfach keine Chance, seinem am Boden liegenden Landsmann auszuweichen. Rossi habe einen Albtraum erlebt, denn er habe einen Freund überfahren, befand der Corriere della Sera. Dieser Tag könnte für den Italiener durchaus Konsequenzen haben, mutmaßt die Zeitung: "Jetzt könnte Rossi sogar an den Rückzug vom Motorsport denken."

Die seit 1970 tödlich verunglückten Piloten der Straßen-Weltmeisterschaft:

Jahr

Fahrer

Land

Ort

1970

Robin Fitton

England

Nürburgring

1971

Christian Ravel

Frankreich

Spa-Francorchamps

1971

Angelo Bergamonti

Italien

Riccione

1971

Günter Bartusch

DDR

Sachsenring

1973

Renzo Pasolini

Italien

Monza

1973

Jarno Saarinen

Finnland

Monza

1974

Billie Nelson

England

Opatija

1975

Rolf Thiele

BR Deutschland

Assen

1976

Otello Buscherini

Italien

Mugello

1976

Paolo Tordi

Italien

Mugello

1977

Ulrich Graf

Schweiz

Opatija

1977

Giovanni Zigiotto

Italien

Opatija

1977

Hans Stadelmann

Schweiz

Salzburgring

1977

Piers Forester

England

Brands Hatch

1980

Patrick Pons

Frankreich

Silverstone

1981

Michel Rougerie

Frankreich

Rijeka

1981

Sauro Pazzaglia

Italien

Imola

1981

Alain Beraud

Frankreich

Brno

1983

Michel Frutschi

Schweiz

Le Mans

1983

Rolf Rüttimann

Schweiz

Rijeka

1983

Norman Brown

Nordirland

Silverstone

1983

Peter Huber

Schweiz

Silverstone

1984

Kevin Wrettom

England

Spa-Francorchamps

1989

Ivan Palazzese

Venezuela

Hockenheim

1993

Noboyuki Wakai

Japan

Jerez

2003

Daijiro Kato

Japan

Suzuka

2010

Shoya Tomizawa

Japan

Misano

2011

Marco Simoncelli

Italien

Sepang


Quelle: dapd , dpa , t-online.de

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Kommentare (118)

zum Forum

Thema: "Marco Simoncelli tödlich verunglück: Video zeigt schrecklichen Unfall"

Rabe56 schrieb: am 24. Oktober 2011 um 19:18:21
(36) (255) Motorradrennen
Motorradrennen sind kein Vorbild für viele Motorradfahrer. Ich würde sie nicht im TV zeigen.

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ich schrieb: am 24. Oktober 2011 um 19:14:29
(20) (60) Marco Simoncelli: Video zeigt schrecklichen MotoGP-Unfall
Tragen die Fahrer keinen Neck-Brace? Geht das nicht?

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Melanie schrieb: am 24. Oktober 2011 um 19:12:55
(114) (4) Marco Simoncelli
Ach du Schande, na jetzt geht es los... Wenn du immer fein Motorradrennen schaust, so wie du dich hier hinstellst, wirst du
vielleicht auch schon mal bemerkt haben das auch Valentino ein Fahrer ist der gewinnen will und darum geht es in dem Sport, auch er verschenkt nichts aber es geht auch glaube ich nicht darum wie wer fährt, sondern das ein toller Rennfahrer sein Leben verloren hat.... Echt Geschmack los manche!!!
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