24.01.2012, 20:07 Uhr
Wie gehts weiter mit Jose Mourinho? (Quelle: Reuters)
Die Anzeichen für einen vorzeitigen Abschied von Jose Mourinho bei Real Madrid verdichten sich. Einen Tag vor dem Viertelfinal-Rückspiel der Königlichen im spanischen Pokal beim FC Barcelona (Hinspiel: 1:2) berichten die großen spanischen Sportzeitungen übereinstimmend, der Trainer werde Real bereits zwei Jahre vor Ablauf seines Vertrages verlassen - also im Sommer. Auf einer Pressekonferenz ließ er Fragen nach seiner Zukunft unbeantwortet.
Nachfolger Mourinhos soll angeblich der frühere Real-Jugendtrainer Rafael Benitez werden, der unter anderem schon den FC Liverpool und Inter Mailand trainiert hat. Mourinho war am vergangenen Sonntag nach dem 4:1 gegen Athletic Bilbao erstmals von den eigenen Fans ausgepfiffen worden, obwohl Real die Tabelle souverän mit fünf Punkten Vorsprung auf Barcelona anführt. Der 48-Jährige soll sich zudem mit Teilen der Mannschaft überworfen haben.
Die Sportzeitung "Marca" enthüllte, dass sich der Coach im Training einen scharfen Wortwechsel mit den Weltmeistern Iker Casillas und Sergio Ramos lieferte. Die Spanier im Kader sollen der Meinung sein, dass der Trainer seine Landsleute Cristiano Ronaldo, Pepe, Ricardo Carvalho und Fabio Coentrao favorisiert.
Das Konkurrenzblatt "As" fühlte sich beim - angeblich - angekündigten Weggang des Trainers an das Kentern des Kreuzfahrtschiffs "Costa Concordia" erinnert: "Mourinho spielt mit dem Gedanken, es dem Kapitän Francesco Schettino nachzutun und von Bord zu springen."
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Vor einem Jahr hatte der Portugiese schon einmal mit seinem Weggang gedroht. Damals nutzte er die Drohung dazu, durchzusetzen, dass der Klub sich von Manager Jorge Valdano trennte, den der Trainer als einen Widersacher empfand. "Wen soll Real nach dem Willen des Trainers nun rauswerfen?", fragte "As". "Etwa die Nationalspieler Casillas und Sergio Ramos oder die Tausenden von Vereinsmitgliedern, die den Coach im Bernabeu-Stadion auspfiffen?"
Die Fans, die bisher bedingungslos auf der Seite des Trainers gestanden hatten, nehmen Mourinho übel, dass er die Elf beim 1:2 gegen Barca einen Angsthasen-Fußball spielen ließ. Vor dem Rückspiel steht Mourinho vor einem Dilemma. Die Fans erwarten, dass Real bedingungslos auf Sieg spielt. Der Trainer scheint aber erneut zu einer Defensivtaktik zu neigen, weil er eine Demütigung wie beim 0:5 in seinem ersten Duell mit Barca fürchtet. In diesem Fall, so erwartet die Zeitung "El País", droht bei Real eine Rebellion: "Die Spieler werden einer solchen Marschrichtung nicht noch einmal Folge leisten."
Quelle: sid , dpa
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