06.09.2010, 17:00 Uhr | t-online.de
Aus Köln berichten Patrick Brandenburg und Marc Merten
Michael Ballack steht im Moment sehr alleine da. (Foto: imago)Ein Kapitän sucht den Anschluss an sein Team. Michael Ballackhat der deutschen Nationalmannschaft einen Tag vor dem Spiel gegen Aserbaidschan in Köln einen Blitz-Besuch abgestattet. Zumindest dem Trainerteam. Denn der Großteil der Mannschaft bekam ihren gerade erst im Amt bestätigten Kapitän gar nicht zu Gesicht. Oder wollte sie es auch gar nicht?
Diesen Eindruck vermittelte das Erscheinen Ballacks im Kreise des DFB-Teams im Hotel InterConti in der Kölner Innenstadt. Per SMS hatte er dem Bundestrainer sein Kommen angekündigt. "Er wollte bei der Mannschaft sein und 'Hallo' sagen", so Löw, der Ballack in Empfang genommen hatte. Einen Kaffee habe man zusammen getrunken, über die Genesung und den Fitnessstand gesprochen, die Kapitänsfrage aber mit keiner Silbe erwähnt, referierte Löw anschließend auf der Pressekonferenz des DFB.
Neben Löw saßen Manuel Neuer, Lukas Podolski und Pressesprecher Harald Stenger. Doch während Löw etwas zum Besuch Ballacks zu berichten wusste, schüttelten die anderen drei nur die Köpfe. "Dazu kann ich nichts sagen. Ich habe Michael nicht getroffen", blockte Neuer ab. Und selbst Pressesprecher Stenger musste passen. "Auch ich habe ihn nicht gesehen. Die meisten anderen Spieler waren wohl im Fitnessraum." Ballack werde wohl zum Spiel im Stadion sein, mutmaßte Löw noch. Aber ganz so genau wusste er es dann doch nicht.
Der Capitano hatte die Nähe zu seinen Teamkameraden suchen wollen, doch am Ende bekam er einen Kaffee von Jogi, das war’s. Noch vor dem Mittagessen zog er wieder von dannen. Es muss wie ein Déjà-vu gewesen sein für den stolzen 33-Jährigen. Erst wirkte er bei seinem Auftritt in Südafrika, als er die 4:0-Gala gegen Argentinien von der Tribüne aus beobachten musste, im Kreise der DFB-Elf wie ein Fremdkörper. Nun scheiterte in Köln schon der zweite Versuch einer vorsichtigen Annäherung an die Leute, die ihn noch vor wenigen Monaten als Kapitän respektiert und geschätzt hatten.
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Die Zeit des Leitwolfs scheint für Ballack endgültig vorbei. Die Mannschaft hat ihn nach den Tagen in Südafrika nun auch in Köln links liegen gelassen, und ob Trainer Löw ihn wirklich noch als festen Bestandteil der Nationalmannschaft betrachtet, darf zumindest bezweifelt werden. Er mag ihn als Kapitän bestätigt haben, doch die Betonung, dass auch für den Kapitän zukünftig nichts anderes als das Leistungsprinzip gelte, sind klarer Hinweis darauf, dass sich Ballack strecken muss, um in absehbarer Zeit überhaupt noch mal nominiert zu werden. "Ich habe keine Ahnung, was in vier Monaten oder zwei Jahren sein wird", sagt Löw passender Weise.
Eines ist in jedem Fall klar: Den besten Zeitpunkt für einen Rücktritt – der ihm mittlerweile von diversen Experten nahe gelegt wurde – hat Ballack längst verpasst. Die WM hätte ihn erkennen lassen müssen, dass diese Mannschaft nicht mehr von ihm abhängig ist. Der große Stratege hätte als ebenso große Persönlichkeit und als Teil des Teams abtreten können. Niemand hätte an der Aufrichtigkeit seines Entschlusses gezweifelt. Er wäre für eine große Geste gegenüber der Mannschaft wohl in höchsten Tönen gelobt worden.
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Doch daran mag ihn wohl vor allem auch sein inniger Wunsch gehindert haben, doch noch einen großen internationalen Titel zu holen – den Titel, den die junge deutsche Mannschaft jetzt bei der EM 2012 anstrebt. Und so muss Ballack nun den Weg zurück ins Team suchen, so beschwerlich er auch sein wird. Denn ohne Gesichtsverlust zurücktreten kann er nicht mehr. Das weiß auch Löw. "Ich hatte nie das Gefühl, dass Michael Ballack zurücktreten wollte. Und ich gehe fest davon aus, dass er es auch nicht tun wird."
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Quelle: t-online.de
Leo schrieb:
am 6. September 2010 um 22:01:19
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Marko
Hallo Marko, du hast wohl das Problem noch nicht geschnallt. Lies doch mal die Kommentare der Volksgenossen durch, doch weitestgehend
alle negativ.
Und warum? Es geht nicht um die ollen Kamellen Fußball: Sondern weil M:B. ein aufgeblasener arroganter Selbstdarsteller ist, der nichts mehr in unserer jungen Mannschaft zu suchen hat und den auch keiner braucht .
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chris schrieb:
am 6. September 2010 um 21:57:58
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nichts geleistet
@thomas, erklär mir mal bitte wie jemand mit 98 Länderspielen für Deutschland nichts geleistet haben soll? Kapitänsfrage
hin oder her... Unstrittig sind doch wohl Michael Ballacks Leistungen für die NM!!! Auch wenn man ihn persönlich nicht leiden kann, sollten doch solche unnützen und sinnfreie Kommentare, die unter die Gürtellinie gehen, außen vor bleiben. Also, lieber nichts sagen, als so einen Stuss schreiben...
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Mogran schrieb:
am 6. September 2010 um 21:57:40
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Ballack
das ist also die hochgelobte Kameratschaft!! Na ich danke!! Ich darf daran erinnern, daß unsere ach so tolle Nationalmanschaft noch
rein gar nichts gewonnen hat.In Südafrika beim Spanienspiel habe ich Ballack schmerzlich vermisst. Er hätte das Spiel rumreissen können. Aber unsere jungen Sensibelchen wollen ja unter sich bleiben. So'n lames Spiel war ja nicht auszuhalten. Das Letztemal wo Deutschland einen Titel gewann war mit Bertie Vogts mit einer Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern !!
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