09.02.2012, 12:38 Uhr
Eine äußerst streitbare Schiedsrichter-Entscheidung hat Borussia Mönchengladbach den Weg ins DFB-Pokal-Halbfinale geebnet und die Pokalträume von Hertha BSC platzen lassen. Die Fohlen-Elf kam zu einem 2:0 (0:0, 0:0) nach Verlängerung und profitierte dabei von einem viel diskutierten Foulelfmeter. Hertha-Trainer Michael Skibbe ging nach Abpfiff auf die Barrikaden.
"Die Krönung war das, was der Schiedsrichter in der Verlängerung gepfiffen hat - unglaublich, unglaublich. Hier sind 50.000 Menschen im Stadion, und keiner hat gesehen, was Felix Brych gesehen hat", echauffierte sich der Berliner Coach über die spielentscheidende Szene. Skibbe konnte sich ob der Ungerechtigkeit aus seiner Sicht kaum beruhigen: "Unfassbar, unfassbar. Was soll ich dazu noch sagen. Das war eine eindeutige Fehlentscheidung"
"Wenn überhaupt, war es eine Unsportlichkeit des Gegenspielers, dann wäre es Gelb-Rot für de Camargo gewesen. So ist es anders gekommen: Rot für Hubnik, Tor für Gladbach, Sieg für Gladbach", fluchte ein aufgebrachter Skibbe.
Felix Brych hatte beim Stand von 0:0 in der Verlängerung Berlins Innenverteidiger Roman Hubnik wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit vom Platz gestellt. Nach einem Zweikampf war Hubnik mit Gladbachs Igor de Camargo im Strafraum aneinander geraten, obwohl Berlins Torhüter Thomas Kraft den Ball schon sicher hatte. Statt weg zu bleiben, stürmte Hubnik auf de Camargo zu, der wie vom Blitz getroffen zu Boden sank. Den fälligen Elfmeter verwandelte Filip Daems sicher zur Führung und sorgte damit für die Vorentscheidung.
Herthas Manager Michael Preetz bewertete die Szene ähnlich wie Skibbe. "Ich habe schon mit Brych gesprochen. Er ist einigermaßen entsetzt über seine Entscheidung", sagte Preetz. Der Schiedsrichter, meinte er, habe schon "einige SMS bekommen".
"Das ist glücklich für uns", erklärte Gladbachs Mike Hanke. Nachdem der Stürmer die Fernsehbilder gesehen hatte, stellte er mit verlegenem Schmunzeln fest: "Ich möchte dazu nichts sagen." Auch Borussias Trainer Lucien Favre äußerte sich nicht zur umstrittenen Szene. "Ich habe auf der Bank nichts gesehen", sagte er.
Herthas Abwehrchef Andre Mijatovic sah zumindest eine Teilschuld bei Hubnik, der der Szene besser aus dem Weg gegangen wäre. "Natürlich darf er so nicht hingehen, aber er hat ihn ja nicht getroffen", sagte der Kroate. "Dass solch eine Szene ein Spiel entscheidet, ist einfach schade."
Denn die taktisch prima eingestellte Hertha spielte auf dem hart gefrorenen Boden gefälliger, doch an der besten Abwehr der Bundesliga rieb sich der selbst ernannte Außenseiter auf. Torchancen erspielten sich die beiden Mannschaften daher kaum. Die besten hatten noch die Berliner, doch sowohl Raffael (30.) als auch Lasogga (37.) verzogen knapp. Niemeyer scheiterte in der zweiten Hälfte nach Raffael-Zuspiel am Pfosten (61.), kurz darauf parierte Gladbachs Keeper Marc-Andre ter Stegen einen Schuss von Rechtsverteidiger Alfredo Morales (62.).
Nach zuletzt drei Bundesliga-Niederlagen unter Skibbes Regie verpassten die Berliner in der Kühlbox des Olympiastadions auch im Pokal den erhofften Befreiungsschlag. Skibbe, der erst im Winter seinen Dienst bei der Hertha als Nachfolger von Markus Babbel antrat, steht nach somit vier Pleiten in vier Pflichtspielen schon frühzeitig in der Kritik.
Nach dem Viertelfinal-Sieg bei Regionalligist Holstein Kiel träumen Hummels und Co. bereits vom Finale. zum Video
Quelle: dpa , dapd , sid
Pro Hertha schrieb:
am 9. Februar 2012 um 20:05:45
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de Camargo
Und noch was: die Tatsache, daß der Berliner Spieler eine Sperre von nur 1 Spiel bekommen hat und der Vorsitzende der
Schiedsrichterkommision de Camargo eindeutig rügt, zeigt doch, daß selbst die eigenen Kollegen von einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters ausgehen!
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Pro Hertha schrieb:
am 9. Februar 2012 um 19:54:46
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(6)
De Camargo
Die neuesten Bilder auf Bild.de zeigen doch ganz eindeutig, daß de Camargo mit dem Kopf zustößt und die Nase des Berliners ganz
schön poliert!
Für mich hat der Falsche rot bekommen!
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Ysch schrieb:
am 9. Februar 2012 um 19:43:56
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Sperre für de Camargo,
und zwar mindestens ein halbes Jahr. Das wäre die einzige Konsequenz für seine Tätlichkeit mit anschließender
Schauspielerei und Betrug. Solche Leute haben auf einem Sportplatz, egal welche Liga, nichts verloren. Und warum sollte man ihn nicht sperren? N. Meyer wurde auch bei einem ähnlichen Vergehen gegen A. Streit trotz Tatsachenentscheid nachträglich gesperrt, und zwar lange.
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