30.03.2011, 13:53 Uhr | dpa
Die Königsklasse der Motorrad-Weltmeisterschaft macht sich Sorgen. Nach dem Grand Prix an diesem Wochenende im spanischen Jerez fürchten zwei Drittel der MotoGP-Piloten Versorgungsengpässe bei Reifen und Material. Denn die verheerende Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan hat auch Folgen für die japanischen Hersteller Honda, Yamaha und Suzuki. Zudem ist das japanische Unternehmen Brigdestone exklusiver Reifenausstatter aller MotoGP-Teams.
"Was wir an Teilen für die ersten beiden Rennen in Katar und Jerez benötigten, ist vor Ort. Wenn sich die Situation in Japan danach nicht ändert, werden wir unsere Planungen anpassen müssen", sagte Shuhei Nakamoto, Vizepräsident der Honda Racing Corporation, die als einziger Motorradhersteller den Tod eines Mitarbeiters bei dem Erdbeben betrauerte.
Der Sprecher von Yamaha Motor Racing, William Favero, ist noch relativ gelassen: "In unserer japanischen Rennabteilung läuft der Betrieb fast normal. Wir erwarten im Moment auch nicht, dass die MotoGP-Aktivitäten durch das Unglück beeinträchtigt werden." Dass die hauptsächlich in Europa stattfindenden WM-Rennen von Standorten in Belgien (Honda), in Italien (Yamaha) sowie in Großbritannien (Suzuki) aus beschickt werden, entspannt die Lage etwas.
Knapp werden könnten im Saisonverlauf auch die Reifen. "Was wir für die ersten sechs Rennen der Saison brauchen, ist entweder schon da oder per Schiffsfracht unterwegs", erklärte Thomas Scholz, der die Versorgung der GP-Fahrerlager mit Bridgestone-Reifen von Speyer aus koordiniert.
Rund 700 Pneus werden unter seiner Regie zu jedem Rennen transportiert, hergestellt werden sie jedoch ausschließlich in Japan. "Für diese besonderen Reifen verwenden wir so griffige Gummimischungen, dass zur Produktion Spezialmaschinen nötig sind. Diese haben wir nur in Tokio - alle anderen würden verkleben", bemerkte Scholz. Behindert wird die Arbeit bei den Herstellern in Japan vor allem durch ständige Stromabschaltungen, die unter anderem öffentliche Verkehrsmittel betreffen und den Angestellten ihren Weg zum Arbeitsplatz erschweren.
Daher kam den Asiaten auch die Maßnahme des WM-Vermarkters Dorna entgegen, den für den 24. April angesetzten Grand Prix von Japan in Motegi zunächst auf den 2. Oktober zu verschieben. Die Rennstrecke Motegi liegt rund 200 Kilometer südlich des schwerbeschädigten Atomkraftwerks Fukushima und gehört Honda. Piste sowie Zuschauerbereich wurden beim Erdbeben leicht beschädigt.
Quelle: dpa
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