19.05.2011, 14:47 Uhr
Münchens Kandidatur für Olympia 2018 punktet beim IOC. (Foto: imago)
Das Rennen um die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2018 entwickelt sich immer mehr zu einem spannenden Zweikampf zwischen München und dem südkoreanischen Bewerber Pyeongchang. Mit überzeugenden Präsentationen konnten in Lausanne beide Städte bei den Mitgliedern des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) punkten. Den deutschen Vortrag hielt Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Katarina Witt.
"Pyeongchang hat zum ersten Mal Emotionen gezeigt. Das war sehr gut", sagte der norwegische Marketingchef des IOC, Gerhard Heiberg, der aber auch Katarina Witt für eine effektive Stimmensammlerin hält: "Sie ist sehr gut vorbereitet. Natürlich ist sie für ein paar Stimmen gut. Am Ende entscheiden IOC-Mitglieder nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herz." Am 6. Juli fällt in Durban die endgültige Entscheidung über den Austragungsort.
Am bayerischen Stand mit Trachtenmädchen, Bierkrügen und Brezeln herrschte großer Andrang, und auch im deutschen Lager ist die Zuversicht groß. "Mehr und mehr sind wir tatsächlich eine echte Alternative", stellt Witt nach ihrem Auftritt fest. "Doch leider bedeuten die vielen Gratulationen, die wir bekommen haben, noch keine Stimmen.“ Auch Thomas Bach, Chef des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), sieht München in einer hervorragenden Position: "Unsere Message ist angekommen: München ist der beste Ort für 2018. Nach Sotschi und Rio wird es wieder an der Zeit sein, in bestehende Märkte zurückzukehren."
Aber auch Pyeongchang konnte in Lausanne massig Punkte sammeln. "Die Südkoreaner waren nicht typisch asiatisch, sondern sehr relaxed und sehr emotional. Eine sehr starke Bewerbung", sagte der Schweizer Denis Oswald, ergänzte aber: "Am Ende kann aber auch so eine Person wie Katarina Witt den Unterschied ausmachen." Besonders finanziell können die Südkoreaner aus dem Vollen schöpfen. Mehr als eine halbe Milliarde Dollar wolle man von 2012 bis 2018 investieren, darunter allein 80 Millionen Euro für Propagandazwecke. "Damit wollen wir das Wintersport-Bewusstsein in ganz Asien erhöhen", sagte Sprecherin Theresa Rah. Ein Budget, von dem München nur träumen kann.
So müssen die Münchner auf der Zielgeraden des Bewerbungsmarathons vor allem auf ihre Überzeugungskraft bauen - und auf den Faktor Witt hoffen. "Katarina Witt verkörpert Exzellenz, aber ich würde ihr Charisma nicht überbewerten. Kein IOC-Mitglied lässt sich durch Charme überzeugen", sagte der Russe Witali Smirnow und fügte etwas rätselhaft an: "Ich weiß, dass ich nichts weiß, aber ich würde meinen deutschen Freunden sagen, kämpft weiter." Am 6. Juli wird auch Herr Smirnow mehr wissen.
Quelle: t-online.de , sid
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