24.02.2008, 15:24 Uhr
Maria Riesch (Foto: dpa)Maria Riesch standen nach der Abfahrt die Tränen der Enttäuschung in den Augen, nach der Super-Kombination hatte die 23-Jährige dann doch noch reichlich Grund zur Freude. Nach Laufbestzeit im Super-G machte sie im kanadischen Whistler mit dem abschließenden Slalom ihren sechsten Sieg im alpinen Ski-Weltcup perfekt. Zweite wurde die Österreicherin Marlies Schild vor Anja Pärson aus Schweden. Mit dem Erfolg in der zweiten von nur drei Saison-Kombinationen übernahm Riesch nach Platz zwei im Dezember in St. Anton auch die Führung in dieser Disziplin-Wertung. Da sie im Super-G-Weltcup ebenfalls an der Spitze liegt, hat die Allrounderin nun beste Aussichten auf den Gewinn von zwei kleinen Kristallkugeln.
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Rieschs beste Ski-Freundin hatte schon nach der Abfahrt jubeln dürfen. Als Lindsey Kildow hatte sie sieben Weltcup-Siege gefeiert, als Lindsey Vonn holte sie sich ihre erste kleine Kristallkugel. Der frisch vermählten Amerikanerin reichte zum vorzeitigen Gewinn des Abfahrts-Weltcups ein zweiter Platz hinter der Schweizerin Nadia Styger, die bis zum Sturz von Riesch kurz vor dem Ziel um ihren Sieg zittern musste. Ihren Sturz bei der Olympia-Test-Abfahrt überstand die deutsche Vorzeigefahrerin zwar unverletzt, aber sie musste neben den Hoffnungen auf den Tagessieg trotz ihres folgenden Kombinations-Coups wohl auch den Traum vom Gewinn der Großen Kristallkugel begraben. "Das ist sehr bitter, ich habe wieder viele Punkte liegen lassen", klagte sie.
Die 23-jährige Vonn, die seit ihrer Hochzeit vor der Saison unter diesem neuen Namen startet, brachte sich nach 30 von 38 Wettbewerben auch im Kampf um die Gesamtwertung mit 1103 Punkten vor Hosp (1049) in Stellung. Riesch, die in 7 der 30 Rennen nicht das Ziel erreichte, ist hier mit 981 Zählern Dritte. "Einem ehrgeizigen Sportler tut ein Ausfall einfach weh", sagte sie. Vor allem über die drei Ausfälle bei den letzten fünf Abfahrten musste sie sich ärgern, denn immer war sie extrem schnell unterwegs. Gina Stechert holte als 23. der Abfahrt und Kombinations-16. indes zweimal Weltcup-Punkte.
Der erste Platz im Gesamtweltcup für Riesch war nie offizielles Ziel beim Deutschen Skiverband (DSV). "Dafür gewinnt sie zu wenig. Aber wenn sie sich am Ende unter den ersten Drei platziert, ist sie in ihrer Entwicklung auf einem extrem guten Kurs", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier, der seine beste Sportlerin in Whistler Mountain schon auf dem Weg zum Sieg vermutete. "Sie riskiert sicherlich nicht zu viel, aber ich kann den Grund für die Ausscheiden nicht einschätzen. Ich muss auch keinen Grund finden, das ist halt ein schneller Sport."
Quelle: dpa
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