07.09.2011, 06:45 Uhr
Die DFB-Elf bleibt durch einen Treffer in allerletzter Sekunde gegen EM-Gastgeber Polen weiter ungeschlagen.
Aus Danzig berichtet Patrick Brandenburg
Nach zwei Gala-Auftritten gegen Brasilien und Österreich nun also Ernüchterung. Ein glückliches Last-Minute-Remis der Nationalmannschaft gegen Polen und die Erkenntnis, dass der so genannte zweite Anzug noch nicht passt. Ein Rückschlag für manchen Beobachter, doch für den Bundestrainer war es genau das Gegenteil. "Ich bin dankbar für solche Spiele. Es ist wichtig, auch auf Schwierigkeiten zu stoßen", gab Joachim Löw nach dem 2:2 im brandneuen Danziger Ostseestadion hocherfreut zu Protokoll. (Lesen Sie auch: Das deutsche Team in der Einzelkritik)
"Das war ein guter Test für uns", sagte der Bundestrainer und zog nur das Positive aus der über weite Strecken hakenden Begegnung mit dem 65. der FIFA-Weltrangliste. "Nach unseren jüngsten Siegen werden wir überall ein bisschen mehr gejagt." Dass Gegner wie EM-Gastgeber Polen gegen Deutschland besonders motiviert zu Werke gehen und auch im Testspiel alles für einen Erfolg über den Favoriten in die Waagschale werfen, ist Löw nur recht. Genau auf diese wachsenden Widerstände soll sein Team vorbereitet sein.
Phillip Lahm und Co. wissen das Unentschieden aus dem Testspiel gegen Polen richtig einzuordnen. zum Video
Denn er will nicht erst beim Turnier im kommenden Jahr auf Probleme stoßen. Dann könnte es in der Hitze des Gefechts zu spät sein. "Die Polen haben dem Spiel entgegengefiebert, die Stimmung im Stadion war einfach klasse", lobte Löw das Länderspieldebüt der Ostsee-Arena und dachte vornehmlich an den Lerneffekt für das eigene Team, das sich von der fanatischen Kulisse im bernsteinfarbenen Schmuckkästchen nicht beeindrucken ließ. Und schon gar nicht von einem späten Rückstand. Selbst nach Kubas vermeintlichem Siegtreffer per Elfmeter in der Nachspielzeit gelang seinem Team doch noch eine Antwort, als Cacau im allerletzten Angriff die erste Niederlage der DFB-Geschichte gegen Polen vereitelte.
Auch personell hat die Partie dem Bundestrainer deutliche Aufschlüsse gebracht. So verpassten die früheren Helden Per Mertesacker und Simon Rolfes den Nachweis, dass Sie nach langen Verletzungspausen unbedingt wieder in die Mannschaft gehören. Der Neu-Londoner Mertesacker leistete sich bei seinem DFB-Comeback nach fünf Monaten Pause einige grobe Stellungsfehler und sah gegen die polnische Offensive mehrfach nur die Hacken. Deutschlands Abwehrchef der vergangenen drei großen Turniere konnte von Glück sagen, dass Torwart Tim Wiese zwei seiner Fehler mit guten Reaktionen ausbügelte.
Viel schwerer noch als diese Patzer, die Mertesacker mit etwas mehr Spielpraxis bei seinem neuen Klub Arsenal vermutlich auszugleichen weiß, wiegen die Mängel Aufbauspiel. Im Vergleich zu Mats Hummels und Holger Badstuber, die zuletzt die Stammplätze im Abwehrzentrum besetzten, wirkt Mertesackers Spiel altbacken und uninspiriert. Die beiden Youngster haben mit ihrer Definition des Innenverteidigers als Ausgangspunkt der Offensive einen neuen, hohen Standard gesetzt, an den der Hüne nicht heranzureichen scheint.
Ähnlich liegt der Fall bei Rolfes. Der Leverkusener galt lange als großer Hoffnungsträger auf der Position im defensiven Mittelfeld. Heute muss er sich als Herausforderer den ständigen Vergleich zu den WM-2010-Heroen Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira gefallen lassen, und da sieht er nicht gut aus. Rolfes ist ein ebenso leidenschaftlicher Kämpfer, aber technisch nicht annähernd so beschlagen. Der Bayer-Kapitän kann es sicher besser als gegen Polen. Aber wer in den vielleicht besten Kader der DFB-Geschichte drängen will, braucht bessere Argumente. Zumal noch spielstarke Laufwunder wie Sven und Lars Bender auf der Lauer liegen, die zudem noch etliche Jahre jünger sind.
Dritter Verlierer beim Kader-Casting war der Wolfsburger Christian Träsch. Der Allrounder hat das Pech, meist als rechter Verteidiger aushelfen zu müssen. Aber das ist nun mal die einzige wirklich vakante Position im DFB-Team. In der ersten Halbzeit sah Träsch kein Land und hatte Riesenmühe mit dem Kölner Slawomir Peszko. "Es war heute nicht so einfach für ihn, die komplette Abwehr war neu formiert", nahm der Bundestrainer Träsch zwar in Schutz und führte fehlenden Automatismen als Entschuldigung an. Aber gepunktet hat er mit dieser Darbietung auf keinen Fall.
Sieger gab es auch im deutschen Team, allen voran Thomas Müller und Toni Kroos. Beide holten sich ein Sonderlob des Bundestrainers ab. "Thomas ist überragend, keine Frage", sagte Löw, als er eigentlich verneinen wollte, dass der deutsche Spaßfußball vornehmlich am Torschützenkönig der WM 2010 hängt. Bei Joker Müller imponierte Löw weniger die Tatsache, dass er sowohl den Elfer zum 1:1 rausholte und das 2:2 durch Cacau energisch vorbereitete. "Im Spiel ohne Ball ist er super. Er ist einfach nicht zu packen." Damit dient er den Teamkollegen als Leitbild, denn für den Bundestrainer entscheidet sich in der Zeit ohne eigenen Ballbesitz das Spiel: "Wenn wir das richtig machen, sind wir immer gut."
Die DFB-Elf quartiert sich im Dwor Oliwski in Danzig ein. t-online.de macht den Hotel-Check. zum Video
Noch mehr Lob, ein fast schon überschwängliches, durfte sich Kroos abholen. "Er geht mir immer etwas unter in der allgemeinen Betrachtung", mahnte Löw die DFB-Kritiker. "Er ist ständig am Ball, enorm präsent und immer anspielbar. Ich bin zuletzt unglaublich zufrieden mit ihm." Zwar fiel Kroos‘ Leistung im Vergleich zu den jüngsten Spielen etwas ab, aber als Elfmeterschütze übernahm der 21-Jährige Verantwortung, als es darauf ankam.
Quelle: t-online.de
Zahnschmelz schrieb:
am 7. September 2011 um 20:32:52
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Löw
Löw ist zwar ein Cleverle, aber emotional dumm. Das wird ihm das Genick brechen.
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Beobachter schrieb:
am 7. September 2011 um 20:16:21
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Länderspiel
....es war schon sehr seltsam, dass weder Klose noch Podolski in ihrem Geburtsland nicht in der Lage waren, Tore zu schießen..
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Christian Lorenz schrieb:
am 7. September 2011 um 20:05:55
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Länderspiel Polen
Der Herr Löw ist überheblich wenn er sagt, dass er sich über dieses Spiel freue. Mir sind die letzten Haare ausgegangen
über unsere stümperhafte Mannschaft. Warum zum Teufel immer diese Wechsel.Man sollte mit der Mannschaft spielen , die zur EM vorgesehen ist , damit die Mannschft sich immer besser einspielt um endlich mal das Niveau der Spanier zu erreichen. Davon sind wir noch meilenweit entfernt .
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