12.02.2011, 18:00 Uhr | sid
"Quick Nick" ist wieder schnell unterwegs. (Foto: imago)
Nick Heidfeld hat mit der sensationellen Testbestzeit in Jerez eindrucksvoll seine Ambitionen auf das Renault-Cockpit des schwer verletzten Robert Kubica untermauert. Der 33 Jahre alte Mönchengladbacher war am ersten Tag seiner "Bewerbungsfahrten" überraschend der Schnellste vor Lokalmatador Fernando Alonso im Ferrari und Mercedes-Pilot Michael Schumacher, der mit Rang drei seine Bestzeit vom Freitag bestätigte.
Weltmeister Sebastian Vettel begnügte sich in seinem Red-Bull-Renault mit Platz sechs. Nach der eindrucksvollen Vorstellung gleich an seinem ersten Tag im neuen Renault dürfte Heidfeld der Job als Vertreter seines früheren BMW-Kollegen Kubica kaum noch zu nehmen sein. Renault-Teamchef Eric Boullier hatte schon zuvor angekündigt: "Wenn er überzeugt, ist er unser Mann." Schon nach gerade einmal 15 Runden war Heidfeld schneller als der verbliebene Renault-Stammpilot Witali Petrow aus Russland am Tag zuvor. Am Ende unterbot "Quick Nick" dessen bisherige Bestzeit um mehr als zwei Sekunden. Zudem fuhr er seine absolute Bestzeit in der Mittagszeit, in der die Strecke aufgrund der Asphalttemperaturen eigentlich nicht die besten Konditionen bietet.
Renault muss einen möglichst erfahrenen Ersatzmann für Kubica finden, da der 26 Jahre alte Pole am vorigen Sonntag als Gaststarter bei einer Rallye schwer verunglückt war und sich zahlreiche Knochenbrüche zugezogen hatte. Noch am Sonntag war er sieben Stunden lang operiert worden, wobei unter anderem seine rechte Hand vor der Amputation bewahrt wurde. Am Freitag lag Kubica noch einmal neun Stunden auf dem OP-Tisch, als seine gebrochene rechte Schulter und Frankturen am rechten Fuß stabilisiert wurden. Kubica muss sich zudem noch ein drittes Mal operieren lassen. Der Eingriff, bei dem der rechte Ellbogen gerichtet werden soll, wurde laut der Gazzetta dello Sport von den Ärzten entgegen der ursprünglichen Planung von Montag auf den kommenden Mittwoch verschoben. "Nach meinen beiden Testtagen hier in Jerez kann ich nur zufrieden sein, was wir erreicht haben. Mit Ausnahme einiger Kleinigkeiten sind wir sehr gut unterwegs gewesen, was uns in die Lage versetzt, weitere Fortschritte in unserem Testprogramm zu machen", sagte Schumacher.
Vettel maß seiner Zeit und Platz sechs keine allzu große Bedeutung bei. "Einige sind heute schnelle Runden gefahren, andere eher länger draußen geblieben. Wir haben eher zu den Letzteren gehört", sagte der Weltmeister, der auch ein Auge auf Heidfeld geworfen hatte: "Was ich gesehen habe, hat er einen guten Job gemacht. Das Auto scheint nicht so schlecht zu sein. Er kann ja jetzt mal sehen, ob die Rente noch ein bisschen warten kann." Alonso war mit 131 absolvierten Runden der fleißigste Pilot des Tages. Neben ihm knackte nur Schumacher (114) noch die Schallmauer von 100 Runden, Vettel blieb knapp darunter (98). Heidfeld fuhr immerhin 86 Runden.
Michael Schumacher und Nico Rosberg präsentieren ihren neuen Dienstwagen. zum Video
Quelle: sid
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