06.11.2010, 17:35 Uhr | dpa, sid
Ihm bleibt die Silber-Medaille: Nicolas Limbach. (Foto: imago)
Historische Atmosphäre im monumentalen Grand Palais von Paris, viele Zuschauer und eine Medaille. Der Start in die Finaltage bei der Fecht-WM war für die deutschen Fechter vielversprechend und enttäuschend zugleich. Säbelexperte Nicolas Limbach wurde erst im Finale vom Südkoreaner Woo Young Won gestoppt. Er unterlag mit 9:15-Treffern und holte die Silbermedaille. Seine Team-Kollegin Stefanie Kubissa wurde nach einer beherzten Vorstellung Sechste.
Bei der vorigen WM konnte der 24-Jährige den Titel noch gewinnen, nun war im Finale Endstation für den "Limbach-Express". Noch vor dem Endkampf hatte Limbach großen Optimismus versprüht. "Das Ziel ist jetzt Gold." Und er hatte auch allen Grund dazu. Wie ein Schnellzug raste er durch das Turnier. Teilweise war zwischen ihm und den Gegnern ein Klassenunterschied zu erkennen. Doch im Finale zeigte er ein anderes Gesicht.
Disziplin-Bundestrainer Vilmos Szabo war nach dem verlorenen Finale ratlos: "Ich habe keine Ahnung, was da passiert ist." Limbach wurde vorgeführt: 1:12 lag er zwischenzeitlich zurück - "so etwas habe ich bei ihm noch nie erlebt", ergänzte Szabo. Limbach war geknickt: "Ich bin schon enttäuscht. Ich hatte ja vorher gesagt, dass ich Gold will." Auf die Frage, wann ihm denn erste Zweifel gekommen seien, wusste Limbach keine Antwort: "Zum Zweifeln bin ich ja gar nicht gekommen." Limbach war gegen den Südkoreaner niemals auf der Höhe. Sein Endspurt, der ihn bis auf 9:14 heranbrachte, kam zu spät.
Der Auftritt der deutschen Säbel-Experten nötigte trotzdem Respekt ab: Limbach Zweiter, Kubissa Sechste, Alexandra Bujdoso (25.) und Johannes Klebes (23.) unter den besten 32 - das war ganz nach den Vorstellungen des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB). Kubissa verlor das Viertelfinale und damit eine Medaille gegen die russische Olympia-Vierte Sophia Welikaja mit 9:15.
"Ich bin hin- und hergerissen zwischen Ärger und Zufriedenheit", kommentierte Kubissa ihr Abschneiden. Wie fast alle WM-Teilnehmer ließ auch sie sich von der tollen Atmosphäre in der 110 Jahre alten Halle neben den Champs-Elysées antreiben: Fast 5000 Besucher verwandelten den Kuppelbau aus Glas und Eisen in ein fechterisches Tollhaus.
Quelle: sid , dpa
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