06.03.2011, 15:21 Uhr | sid, dpa
Petter Northug auf dem Weg zur erfolgreichen Titelverteidigung über 50 Kilometer. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Petter Northug hat seinen Weltmeistertitel über 50 Kilometer verteidigt und sich mit dem dritten Langlauf-Gold von Oslo vor 150.000 Zuschauern zum Skikönig der nordischen Ski-Weltmeisterschaften gekrönt. Nach 2:08:09,0 Stunden verwies der Norweger mit seinem bekannt energischen Schlussspurt den Russen Maxim Wylegschanin um 1,7 Sekunden auf Platz zwei. Dritter wurde Northugs Landsmann Tord Asle Gjerdalen, der 6,3 Sekunden später das Ziel erreichte.
Tobias Angerer wurde mit 8,2 Sekunden Rückstand Sechster. Tom Reichelt belegte Platz 18, Franz Göring kam als 27. ins Ziel, während Tim Tscharnke bei seinem Debüt auf dieser Distanz 34. wurde.
Angerer fehlten nur zwei Sekunden zu Bronze. Entsprechend enttäuscht bilanzierte der 33-Jährige: "Da rennst du zwei Stunden durch die Gegend, und am Ende fehlen zwei Sekunden zur Medaille." Die war Angerers klares Ziel gewesen. "Deshalb bin ich schon sehr enttäuscht. Ich bin zweimal gestürzt und das konnte ich am Ende wahrscheinlich nicht mehr kompensieren", sagte Angerer, der sich erneut taktisch geschickt verhielt und erst nach der Halbzeit des Rennens in der Spitzengruppe auftauchte. Das Höllentempo der letzten drei Kilometer hielt er noch mit. Als Wylegschanin attackierte und nur noch Northug folgen konnte, war er aber mit den Kräften am Ende.
"Wir haben nach den Misslichkeiten der Saison nie aufgegeben. Tobi ist heute erneut ein ganz starkes Rennen gelaufen. Eine Medaille wäre verdient gewesen. Aber die wichtigste, die in der Staffel, haben wir geholt", sagte Bundestrainer Jochen Behle.
Aber auch in dieser Staffel jubelte anschließend vor allem Northug: "Das ist einfach unglaublich", meinte der alte und neue Champion nach seinem dritten Titel und ausgiebigem Bad in der Menge. Von dem Trubel ließ sich auch Behle beeindrucken: "Als Trainer habe ich so ein Volksfest wie hier noch nie erlebt. Es war gerade an der Strecke eine Stimmung, wie sie nirgendwo anders sein kann."
Nach dem Startschuss durch Norwegens Kronprinz Haakon hatten es die 82 Läufer zunächst gemächlich angehen lassen. "Das Tempo ist so gering, da macht es nichts, ob wir weiter hinten sind", sagte Behle nach der ersten Hälfte, in der seine Schützlinge Kräfte schonten. Bei Kilometer 25 lagen Angerer und Co. mit einem Rückstand von etwa 20 Sekunden noch gemeinsam in Lauerstellung.
Erst acht Kilometer vor dem Ziel begannen die Attacken. Allen voran die Schweden drückten aufs Tempo und versuchten, Northug zu zermürben. Ohne Erfolg: Am Ende zog Northug unwiderstehlich davon, die Schweden mussten sich ebenso wie Angerer der Übermacht von "König Petter" beugen.
Anders als an den Vortagen erhielten die drei Topläufer ihre Medaille noch im Skistadion. Norwegens König Harald V. und FIS-Präsident Gian-Franco Kasper übergaben die Trophäen, ehe die Titelkämpfe im Rahmen einer kleinen Schlussfeier für beendet erklärt wurden.
Quelle: sid , dpa
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