05.03.2011, 13:32 Uhr | dpa
Norwegens Überraschungsweltmeisterin Therese Johaug läuft mit der Landesfahne und voller Freude ins Ziel ein. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Mit einem grandiosen Sturmlauf schnappte Therese Johaug ihrer Teamkollegin Marit Björgen bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften überraschenderweise das fünfte Gold weg, doch die "WM-Königin" empfand ihre erste Niederlage bei den Titelkämpfen am Holmenkollen nicht als Majestätsbeleidigung. "Ich bin nicht enttäuscht. Es ist genial und super schön, dass Therese gewonnen hat", sagte Björgen nach ihrem zweiten Platz über 30 Kilometer.
In 1:23:45,1 Stunden lief Johaugsouverän zum Titel und verwehrte Norwegens Skistar Björgen damit die Einstellung des WM-Rekordes der Russin Jelena Wälbe, die 1997 fünf Goldmedaillen gewonnen hatte. "Ich habe keine Worte. Es ist unglaublich. Das ist der schönste Tag meines Lebens", jubelte Johaug. Dritte wurde die Polin Justyna Kowalczyk.
Völlig aus dem Häuschen war auch Nicole Fessel, die vor der gigantischen Kulisse von rund 100.000 Fans am Holmenkollen als beste Deutsche auf den siebten Platz kam. Die Oberstdorferin erreichte 3:03,9 Minuten nach der Weltmeisterin das Ziel. "Das war ein Wahnsinnswettkampf. So etwas habe ich noch nie erlebt. Ich war wie in Trance", sagte Fessel.
Schon zu WM-Beginn hatte die 27-Jährige als WM-Siebte in der Doppelverfolgung geglänzt. "Das war ein sehr gutes Rennen von ihr. Zweimal Platz sieben war nicht zu erwarten. Sie hat gezeigt, dass sie den Anschluss an die Weltspitze gefunden hat", lobte Bundestrainer Jochen Behle.
Fessels Vereinskollegin Katrin Zeller wurde Zwölfte und erklärte danach: "Ich hatte bei 20 Kilometern Krämpfe. Deshalb habe ich den Anschluss an die Gruppe mit Nicole verpasst. Ein Top-Ten-Platz wäre ein schöner Abschluss gewesen."
Evi Sachenbacher-Stehle beendete den Wettbewerb auf Rang 13. "Ich habe mich gleich zu Beginn hingelegt und dadurch das Feld von hinten gesehen. Später kam Seitenstechen dazu. Ich musste stehenbleiben und Atemübungen machen. Die Leute haben bestimmt gedacht: Jetzt spinnt sie total", berichtete die bayerische Frohnatur.
Sprint-Spezialistin Denise Herrmann quälte sich 11:25,5 Minuten nach Johaug als 39. ins Ziel. "Die Lücke zwischen ihr und Evi ist einfach zu groß. Da müssen wir in der Zukunft ansetzen", sagte Damen-Coach Janko Neuber.
Die DSV-Läuferinnen blieben damit erstmals seit sechs Jahren ohne WM-Medaille. "Bei den Damen war uns schon vor der WM klar, dass wir die Lücke, die Claudia Nystad hinterlassen hat, vorerst nicht schließen können. Hier müssen wir uns mit all unseren Kräften verstärkt im Nachwuchsbereich engagieren, um bis 2014 wieder an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen zu können", bilanzierte DSV-Sportdirektor Thomas Pfüller.
Quelle: dpa
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