14.10.2011, 11:04 Uhr
Verwunderung bei den Handballern, Klärungsbedarf im Lager der Schwimmer. Nur die Fußballer sind in einer Kontroverse um das Nationaldress fein raus. Grund für das Durcheinander ist die Androhung unter Sanktionen des Bundesministerium des Innern (BMI) an mehrere Sportverbände, ihre Wettkampfkleidung zu verändern. Künftig dürfen auf den Trikots und Anzügen der Handballer und Schwimmer demnach nicht mehr die bisherigen Verbandslogos mit Adler und Schriftzug abgebildet werden. Laut einer Vereinbarung zwischen BMI und dem DOSB aus dem Jahr 2006 ist der Adler als Hoheitszeichen "von Verbandsemblemen deutlich zu trennen".
Von dieser Anordnung sind allerdings die Nationalkicker des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ausgenommen. "Der DFB benutzt nicht den Bundesadler, sondern ein Wappen, das bereits vor Einführung des Bundeswappens verwendet wurde und genießt deswegen Bestandsschutz", erklärte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
Ganz anders sieht es beim Deutschen Handballbund (DHB) aus: Das Verbandslogo mit dem Adler, dem doppelten Kreis und dem Schriftzug, das schon Heiner Brand beim Gewinn des WM-Titels 1978 getragen hat, gehört der Vergangenheit an. "Wenn Ihr nicht nur diesen nackten Adler nutzt wie er ist, sondern wie bisher mit der doppelten Umkreisung, wo Deutscher Handballbund drinsteht, dann drohen wir an, die Beträge Unterstützung für Jugend und Trainerausbildung zurückzuhalten oder gar ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einzuleiten", gab DHB-Präsident Ulrich Strombach sinngemäß den Inhalt eines BMI-Schreibens wieder. Die Bestimmungen sehen zudem vor, die Verwendung eines Hoheitszeichens sei "bei nationalen und internationalen Sportveranstaltungen grundsätzlich verpflichtend".
Blick zurück: Heiner Brand gewann 1978 mit der Nationalmannschaft WM-Gold - mit dem "falschen Wappen" auf der Brust. (Quelle: dpa)Der DHB hatte sein Emblem nach dem Vorbild des DFB entworfen. Das Logo des Schwimmverbandes ähnelt diesem ebenfalls - und steht auch vor dem Aus. "Wenn das BMI das fordert, kommt das Logo weg, das wäre kein großes Ding. Wir müssen uns da mit dem BMI noch abstimmen", sagte Christa Thiel, Präsidentin des Schwimm-Verbandes (DSV). Für die Großveranstaltungen Kurzbahn-EM im Dezember in Stettin und Langbahn-EM im Mai in Antwerpen würde sie gern noch die alte Kollektion auftragen lassen. Für Olympia in London gibt es ohnehin eine einheitliche Kleiderordnung und anschließend eine neue Kollektion.
Die Handballer sind schneller mit dem Umrüsten - wenngleich unter Protest. "In einem Zustand der spontanen Verärgerung habe ich zurückgeschrieben, dass das für uns nicht infrage kommt", sagte DHB-Chef Strombach, der zudem auf die gleichgestalteten Embleme von DFB und DSV verwies und damit unabsichtlich die Schwimmer ins Blickfeld des BMI schob. "Inzwischen sind wir da aber etwas gemäßigter", gestand der Jurist, monierte aber, dass der DFB nicht mit den Forderungen konfrontiert ist. "Im Sinne der Gleichbehandlung ist nicht erkennbar, warum das so sein soll."
Vorbehaltlich letzter Abstimmungen auf der kommenden Präsidiumssitzung wird die Nationalmannschaft der Handball-Frauen bei der WM vom 2. bis 18. Dezember in Brasilien mit modifizierten Trikots auflaufen: Das Bundeswappen, wie es auch auf den Olympia-Jerseys verwendet wird, ersetzt das Verbandsemblem. Nach und nach sollen dann auch die anderen Auswahlteams die veränderten Sachen bekommen, ehe zu Olympia eine neue Kollektion verteilt wird. Billig wird das Ganze nicht: Die Umrüstung von Trikots, Trainingsanzügen und Aufwärmanzügen soll für die acht DHB-Nationalmannschaften rund 60 000 Euro kosten.
In einer Zwickmühle steckt unterdessen der Deutsche Volleyball-Verband (DVV). Die Frauen haben jüngst EM-Silber gewonnen in Trikots, die weder Verbandslogo noch Bundesadler zeigten, sondern ein Abbild der deutschen Fahne. Dies verlange der Weltverband so, sagte ein DVV-Sprecher. Das Wappentier ist nur auf den Aufwärmtrikots.
"Da kreuzen sich Rechte und Ansprüche, das ist aber seit Jahren bekannt. Wir sind darüber auch nicht glücklich. Im Grunde müsste es eine Einigung zwischen Innenministerium und Volleyball-Weltverband geben. Wir können auch nicht gegen Regelungen des Weltverbandes verstoßen, dann bekämen wir bei keinem Turnier mehr die Trikots abgenommen", verdeutlichte der Verbandssprecher das Dilemma.
Quelle: dpa
ritschi schrieb:
am 14. Oktober 2011 um 20:48:11
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Bundesadler
Wenn die Politik keine anderen Probleme hätte, wäre es gut um Deutschland bestellt.
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hab auch nen vogel schrieb:
am 14. Oktober 2011 um 20:19:31
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adler-ablenkungsmanöver
nachdem unseren polit-grössen kein thema einfällt, wovon sie auch nur einen hauch von ahnung haben, wettern sie
nun gegen trikotaufdrucke. die eigenen bezüge-mitteilungen interessieren sie mehr als die probleme dieses landes. die absetzungsmöglichkeitern ihrer nachtclub-besuche dominieren ihr denken, die fälligen unterhaltszahlungen ihrer tagtäglichen fehltritte grenzen ihren horizont ein
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HGK schrieb:
am 14. Oktober 2011 um 19:51:00
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Trikot
Arme Politiker....echte Probleme lösen sie nicht.....
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