09.05.2009, 10:23 Uhr
Tom Boonen kann es nicht lassen. (Foto: dpa)Nach dem zweiten positiven Kokain-Test binnen zwölf Monaten steht Sprintstar Tom Boonen vor den Scherben seiner Radsport-Karriere. Der Straßen-Weltmeister von 2005 wurde vom Profi-Rennstall Quick Step mit sofortiger Wirkung suspendiert, außerdem muss der Belgier nun mit einem Strafgerichtsverfahren rechnen.
Der Konsum des Rauschgifts wurde nur wenige Tage nach Boonens drittem Triumph beim Frühjahrs-Klassiker Paris-Roubaix bei einer unangemeldeten Kontrolle außerhalb des Wettkampfgeschehens vor zwei Wochen entdeckt.
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"Der Test, der das positive Kokain-Resultat anzeigte, wurde von flämischen Kontrolleuren vorgenommen. Boonen ist bei Quick Step ab sofort von allen Teamaktivitäten suspendiert", teilte Teamsprecher Alessandro Tegner nach einer kurzfristig einberufenen Krisensitzung des belgischen Rennstalls mit. Quickstep-Chef Patrick Lefevre äußerte sich tief enttäuscht: "Ich weiß wirklich nicht, was ich sagen soll. Jetzt müssen wir erst mit unseren Sponsoren sprechen", sagte der Manager.
Das Quickstep-Management hatte Boonen nach dem ersten Kokain-Delikt verteidigt und "private Probleme" berücksichtigt. Boonen hatte damals erklärt, die Droge nicht bewusst genommen zu haben. Das Kokain sei ihm in einer Bar heimlich in einen Drink gemischt worden. Haarproben hatten allerdings ergeben, dass Boonen regelmäßig das Rauschgift zu sich genommen hatte
Das Resultat des neuerlichen Drogentests ist der belgischen Staatsanwaltschaft in Turnhout seit Dienstag bekannt, am Freitag gab es bei Boonen eine Hausdurchsuchung. Der Test war in der Tat positiv. Wir haben dann Boonens Haus durchsucht und ihn auch ein erstes Mal verhört. Wegen der laufenden Ermittlungen können wir dazu aber nicht mehr sagen", meinte Staatsanwalt Jan Poels.
Für Tom Van Damme, Präsident des belgischen Radsportverbandes LVB, ist Boonens Image schwer beschädigt: "Das ist eine traurige Affäre. Ich will gar nicht mehr von Vorbildfunktionen reden. Für seinen Rennstall ist die Angelegenheit ein Schlag ins Gesicht, und für die anderen Mannschaften eine Belastung."
Der 28-jährige Flame war erstmals bei einer Kontrolle im Training am 26. Mai 2008 vor der Belgien-Rundfahrt positiv auf Kokain getestet worden. Ein für den Radsport-Weltverband UCI und die Doping-Kontrolleure relevanter Doping-Tatbestand lag nicht vor, da Kokain-Konsum nur während eines Rennens geahndet wird. Auch nun ist der Quick-Step-Kapitän von Radsport-Instanzen nicht zu belangen, allerdings wird er sich als Wiederholungstäter vor Gericht verantworten müssen.
Erst Anfang Februar hatte er sich dort wegen des ersten Kokaintests schuldig bekannt, war aber mit einer Verwarnung davongekommen. Das Gericht sah ihn "als gestraft genug an", weil er wegen der Kokain-Affäre im vergangenen Jahr aus der Quick-Step-Mannschaft für die Tour der France verbannt worden war.
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Quelle: sid
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