21.04.2010, 13:11 Uhr | dpa
Hoffnungsträger: Linus Gerdemann (vorne) soll die Zukunft des Team Milram mit Siegen sichern. (Foto: imago)
Gerry van Gerwen gibt sich alle Mühe, selbst in bitteren Zeiten Zuversicht auszustrahlen. Der Manager des einzig verbliebenen deutschen Spitzen-Radteams lächelt oft, gerne und medienwirksam, noch lieber verliert sich der 57-Jährige aber in staatsmännischen Worten, die Mut machen sollen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es aufhört. Ich will nicht, dass es aufhört. Es wird nicht aufhören", sagt der Chef des Team Milram.
Van Gerwen ist Niederländer und fungiert doch als deutsche Speerspitze in einem schier endlosen Kampf, der kaum zu gewinnen ist.
Auf dem Spiel steht die Zukunft des erstklassigen deutschen Radsports. Die Zeichen für den Erhalt des Teams stehen schlecht, zum Saisonende droht der große Knall. Als letzter bedeutender Geldgeber hierzulande dürfte auch van Gerwens Sponsor Milram abspringen. Der Vertrag mit der Nordmilch AG läuft nach fünf Jahren aus - und vieles deutet darauf hin, dass die Bremer Firma ihr Engagement in Höhe von geschätzten 7,5 Millionen Euro einstellt.
Nach all den Doping-Schlagzeilen über Jahre hinweg ist der Radsport in Deutschland überaus schwer vermittelbar. Mobilfunk-Riese T-Mobile und der Mineralwasser-Hersteller Gerolsteiner haben längst aufgegeben, und vier Jahre nach dem Aufkommen all der Doping-Enthüllungen droht nun auch dem letzten deutschen Rennstall von internationalem Format mit erstklassiger ProTour-Lizenz sein Ende.
Dann jedenfalls, wenn van Gerwen keinen Nachfolger findet. "Ein paar Sponsoren sind zu uns gerollt und haben nachgefragt", betont van Gerwen. "Das hat mich überrascht. Aber ich will keine Wasserstandsmeldungen abgeben, ich kann nur sagen: Es läuft besser als erwartet." Ähnlich zuversichtlich hatte sich 2008 übrigens auch der damalige Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer geäußert - er fand keinen Nachfolger als Hauptsponsor. Das Ende der Sprudel-Equipe war damit besiegelt.
In diesem Zusammenhang klingt manche Äußerung aus dem Milram-Team schon fast nach Durchhalteparole. "Etwas abzureißen geht immer schneller als etwas aufzubauen. Ich denke, dass es mit dem deutschen Radsport wieder nach oben geht, Schritt für Schritt", meint etwa Kapitän Linus Gerdemann. Aufgeben ist also noch keine Alternative für den 27-Jähirgen.
Doch ob es eine Zukunft für den Rennstall gibt, wird nicht zuletzt auf Erfolge von Gerdemann und seinen bekanntesten Mitstreitern Fabian Wegmann und Gerald Ciolek ankommen. "Ich habe einen Erfolgshunger, der gewaltig ist. Wir wollen zeigen, dass es sich lohnt, in uns zu investieren", erklärt Gerdemann.
Am 8. Mai startet der Giro d'Italia, bei dem sich der Milram-Kapitän für das alljährliche Saison-Highlight einrollen will. Einzig Etappensiege bei der Anfang Juli startenden Tour de France könnten das Ruder wohl herumreißen und die Zukunft der Milram-Equipe sichern. "Spätestens am zweiten Ruhetag der Frankreich-Rundfahrt will ich sagen: Es geht weiter oder nicht", meint van Gerwen. So wie damals die Gerolsteiner, die auf der Suche nach einem Geldgeber immer wieder ihre Frist verlängerten, wolle es der Niederländer aber nicht machen. Sein Stichtag steht. Bis zum 21. Juli bleiben dem Teamchef damit drei Monate - der Countdown läuft.
Quelle: dpa
Bernhard schrieb:
am 21. April 2010 um 19:55:03
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ALLE
Bitte nicht nur über den Radsport schimpfen - in allen Sportarten in denen es um Geld geht wird gedopt - nur kann man z.B. den Fußball
nicht so runter machen, da das ein Wirtscahftsfaktor ist.
Mir ist ein Sportler der dopt weil er gewinnen willl immer noch lieber als ein Sportler der verliert weil er dafür geschmiert wird!
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rudren 1102 schrieb:
am 21. April 2010 um 19:44:03
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Milram Team
Jungs von Milram ! Wenn ich die nötige Kohle hätte, würde ich Euch
alle übernehmen.Viel Erfolg bei allen Touren.
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öööööööööööö schrieb:
am 21. April 2010 um 17:20:48
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doping
alle jahre wieder,heisst es alles sauber und dann kommt der grosse knall:(.diese sportart hat keine zukunft da es zuviele doping fahrer gibt.
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