17.08.2011, 13:39 Uhr
Die Bühne für den "Circus Maximus" ist bereitet, beim Wagenrennen um das Rallye-Zepter wird ein deutscher Lenker mit Titelchancen aber wieder fehlen. Vor 19 Jahren wurde Walter Röhrl zum zweiten Mal Weltmeister, seitdem fährt die Formel-1-Nation bei der Querfeldein-Hatz der höchsten Kategorie mehr oder weniger hinterher. "Trotz intensiver Anstrengungen war es leider bisher nicht möglich, einen Deutschen erfolgreich in der Rallye-WM zu etablieren", sagt ADAC-Motorsportpräsident Hermann Tomczyk.
Dennoch werden am kommenden Wochenende bei der Deutschland-Rallye wieder über 200.000 Zuschauer in und um Trier erwartet. Davon können viele Formel-1-Streckenbetreiber nur träumen. Allerdings: In der "Königsklasse" des Motorsports kommen sowohl der aktuelle Titelträger Sebastian Vettel wie auch Rekordchampion Michael Schumacher aus dem Autoland Deutschland. Zudem stellt die schwarz-rot-goldene Fraktion mit sechs Piloten ein Viertel des Fahrerfeldes. Wer aber die Rallye-WM-Teilnehmer in der höchsten Kategorie nach deutschen Piloten durchsucht, geht leer aus.
Doch Besserung ist in Sicht. "Mit den jungen Deutschen Hermann Gassner junior, Christian Riedemann und anderen, die auch intensiv von der ADAC-Stiftung Sport gefördert wurden, ist die aktuelle Situation des Rallye-Sports so gut wie schon lange nicht mehr", erklärte Tomczyk. Gassner Junior startet in der Rahmen-WM-Wertung Super-2000-Division in einem Wagen des Red Bull Skoda Teams. Nachdem Gassner, dessen Vater mehrfacher deutscher Rallye-Meister ist, 2007 und 2008 mit einem "Low-Budget-Programm" reinschnuppern konnte, befinde er sich in diesem Jahr "reell betrachtet wirklich in meinem dritten Lehrjahr", sagte der 22-Jährige.
Hoffnungsvolle Talente, dazu der Einstieg von BMW-Tochter Mini und der für 2013 geplante Start in der Rallye-WM von VW - das stimme ihn zuversichtlich, meinte Tomczyk mit Blick auf den Rallye-Sport in Deutschland. "Eine ähnliche positive Situation mit erfolgreichen und aufstrebenden deutschen Fahrern erleben wir derzeit im Motorrad-Straßensport. Dort steigt das Interesse der Medien und breiten Öffentlichkeit Dank der Erfolge von Stefan Bradl, Sandro Cortese oder Jonas Folger signifikant", sagte er.
Eigentlich bringen die Bilder der driftenden Rallye-Wagen das Herz der Motorsportfans ohnehin ja schon zum Rasen, in Kimi Räikkönen gibt zudem ein ehemaliger Formel-1-Weltmeister beim Querfeldein-Treiben Gas. In den zurückliegenden Jahren kämpfte die Rallye aber mit einem generellen Imageproblem. Ende 2008 erklärten Suzuki und Subaru ihren Ausstieg, die WM wurde zu einem Markenzweikampf zwischen Citröen und Ford.
Hinzu kommt, dass bei der Titelvergabe seit 2004 immer nur einer oben stand: Sebastien Loeb, der auf dem besten Weg zu seinem achten WM-Titel ist. Damit würde der Franzose sogar Formel-1-Redordchampion Schumacher überholen. Bei der Deutschland-Rallye, dem 9. Rennen von 13 WM-Läufen, kann Loeb sogar den neunten Sieg in Serie einfahren. Einen deutschen Konkurrenten braucht er bei der letzten Wertungsprüfung "Circus Maximus" am Sonntag in Trier jedenfalls (noch) nicht zu fürchten.
Quelle: dpa
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