18.08.2011, 08:40 Uhr
Kurz vor Beginn seines "Heimspiels" bei der Deutschland-Rallye am kommenden Wochenende hat Rekordweltmeister Sebastien Loeb seinen Vertrag bei Citroen um zwei Jahre verlängert und VW damit einen Korb gegeben. "Es war eine schwierige Entscheidung, aber keine Entscheidung des Geldes", sagte der Franzose: "Ich hatte ein tolles Angebot von VW, aber schlussendlich war entscheidend, dass ich für ein Jahr Rallye nicht all das aufgeben wollte, was über zehn Jahre bei Citroen aufgebaut wurde."
Zuletzt hatte sich der 37-Jährige öffentlich Gedanken um eine neue Herausforderung gemacht. Vor allem über ein Wechsel zu VW, das beim Werkseinstieg 2013 voll durchstarten will, wurde spekuliert. Aber auch über ein Karriereende oder einen Wechsel in eine andere Serie hatte der Elsässer nachgedacht. Enttäuscht über die Vertragsverlängerung war auch Sebastien Ogier, Loebs Kronprinz bei Citroen und als WM-Dritter derzeit einer der ersten Verfolger.
"Es hat mich etwas überrascht, dass er gleich für zwei Jahre weitermacht", sagte der zehn Jahre jüngere Rivale, der darauf spekuliert hatte, bald die klare Nummer eins im Team zu sein. "Aber eigentlich ist es für mich keine große Veränderung", ergänzte Ogier: "Ihn im selben Auto zu schlagen, ist eine besondere Herausforderung und ein WM-Titel gegen Sebastien ist mir dreimal wichtiger als einer ohne ihn als Rivale."
Loeb, der rund 200 Kilometer entfernt vom deutschen Rallye-Mittelpunkt Trier in Hagenau geboren ist und die Deutschland-Rallye deshalb als sein Heimrennen bezeichnet, hatte vor sechs Wochen in einem Interview Zweifel an einem Verbleib bei Citroen geäußert. "Vielleicht brauche ich auch etwas Neues", hatte er gesagt: "Einerseits möchte ich gerne etwas mehr Freizeit haben und diese mit meiner Familie verbringen, andererseits brauche ich auch eine Aufgabe. Mache ich dann mit Citroen weiter, weiß ich im Moment nicht, was daran noch eine Herausforderung wäre."
Gleichzeitig hatte er VW über den grünen Klee gelobt: "Sie scheinen ähnlich stark aufzutreten wie Citroen, eben so wie man sich ein echtes Werksteam vorstellt, das unbedingt gewinnen will. Das ist schon ein Unterschied."
Quelle: sid
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