24.10.2011, 14:49 Uhr
Die Steuerfahndung hat Schiedsrichter im Visier. (Quelle: imago)
Die DFB-Zentrale hat Besuch von der Steuerfahndung bekommen. Beamte nahmen "Einsicht in Unterlagen aus dem Schiedsrichterbereich". Das teilte der Verband mit.
Hintergrund der Maßnahme sei nach Angaben der Steuerbeamten "der Verdacht, dass in der Vergangenheit Schiedsrichter ihre Einnahmen möglicherweise nicht ordnungsgemäß versteuert haben". Das deutsche Schiedsrichterwesen war bereits vor zwei Jahren einmal ins Visier der Steuerbehörden geraten: 2009 wurde der frühere FIFA-Referee Michael Kempter wegen Steuerhinterziehung in mehreren Fällen zu einer Geldstrafe in Höhe von 23.750 Euro verurteilt. Ob der pikante Sex-Skandal zwischen Kempter und dem ehemaligen DFB-Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell in Zusammenhang mit der anonymen Anzeige steht, die zu den Hausdurchsuchungen führte, ist noch unklar.
DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach erklärte, Ziel der Fahndung sei eindeutig nicht der Verband selbst. "Es gibt keinerlei Vorwürfe gegen den DFB. Wir werden die Steuerbeamten bei den Ermittlungen selbstverständlich mit all unseren Möglichkeiten unterstützen. Die korrekte Versteuerung seiner Einnahmen obliegt jedem Schiedsrichter selbst."
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" ermitteln die Behörden gegen knapp zwei Dutzend Personen. Laut SZ-Angaben soll der DFB zudem bereits seit dem Frühjahr von möglichen Unregelmäßigkeiten gewusst haben. Die DFB-Referees waren allerdings anscheinend nicht informiert und haben nun das Gefühl, dass die Behörden "mit Kanonen auf Spatzen" schießen.
Laut "Express" sollen mehrere Bundesliga-Schiedsrichter ihre Einnahmen aus Testspielen nicht ordnungsgemäß versteuert haben. Ein Bundesliga-Referee aus München, der namentlich nicht genannt werden wollte, bestätigte, dass auch seine Wohnung durchsucht worden war. Die Steuerfahnder prüften vor allem die Gewerbesteuerabgaben ab dem Jahr 2009 sowie die Fahrtenbücher.
Völlig überrascht zeigten sich der DFB-Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel sowie Lutz Wagner, Mitglied der DFB-Schiedsrichter-Kommission. "Wir warten jetzt erst einmal die Ermittlungen ab", sagte Fandel. Wagner betonte: "Für uns ist es derzeit noch unmöglich, etwas Konkretes zu dieser Thematik zu sagen. Grundsätzlich ist aber jeder Schiedsrichter selbst für die Abgabe seiner Steuern zuständig."
Das DFB-Schiedsrichterwesen war seit 2005 immer wieder in die Schlagzeilen geraten. Zunächst belastete die Manipulationsaffäre um den ehemaligen Referee Robert Hoyzer die Gilde, dann folgte zu Beginn des vergangenen Jahres der Sex-Skandal um Kempter und Amerell. Hintergrund der noch immer schwelenden Auseinandersetzung ist, dass Kempter seinem früheren Förderer Amerell sexuelle Belästigung in mehreren Fällen vorwirft. Amerell besteht darauf, dass die Affäre stets einvernehmlich war. Er verlangt wegen der Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte Schmerzensgeld.
Quelle: sid , t-online.de
hm schrieb:
am 24. Oktober 2011 um 15:06:12
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@Kuriosus
Ich denke, der Uli Hoeness wird froh sein, dass nur die Steuerredlichkeit der Pfeifer überprüft wird...
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Hein II schrieb:
am 24. Oktober 2011 um 14:35:40
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Sollanek schrieb
Wenn die Steuer sofort abgezogen und dem Fiskus überwiesen wird ist das richtig.So macht man es auch in der Schweiz. Und
dann gbt es keinen Ärger mehr.
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Herrmann schrieb:
am 24. Oktober 2011 um 13:31:52
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@N.ter Beil
Spiegelbild der Gesellschaft - mag sein. Aber wenn Personen dieser Gesellschaft auch noch in der Öffentlichkeit stehen, dann
möglicherweise erwischt werden (sind ja erst nur Ermittlungen), dann ist das Dummheit. Im Umkehrschluss würde das aber bedeuten, dass dumme Menschen in der Öffentlichkeit stehen. Vorgestern Özdemir, gestern Guttenberg, heute die Schiedsrichter - Dummheit repräsentiert und regiert unsere Gesellschaft. DAS macht mir Angst.
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