01.06.2009, 14:51 Uhr
Das Leipziger Zentralstadion (Foto: imago)Gibt es in Leipzig bald wieder Spitzenfußball zu sehen? Der Energy-Drink-Hersteller "Red Bull" steht anscheinend unmittelbar vor dem Einstieg beim Vorortklub SSV Markranstädt. Der bereits gegründete Verein Rasenball Leipzig (RB) soll umgehend dessen Spielrecht für die fünfte Liga übertragen bekommen und ab 2010 in der WM-Arena in Richtung Bundesliga marschieren.
Für Holger Nussbaum, Sponsor und Manager des SSV Markranstädt, ist der Mega-Deal mit seinem Verein so gut wie in trockenen Tüchern. "Die Verträge liegen in den Rechtsabteilungen und befinden sich in einer guten Abschlussphase", sagte Nussbaum dem MDR-Fernsehen: "Es müssen noch leichte Modifikationen vorgenommen werden." Nussbaum rechnet mit einem Abschluss in dieser Woche.
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Vor Jahren war ein Einstieg in Leipzig auch daran gescheitert, dass die Vorstellungen des Konzerns nicht mit den DFB-Bestimmungen beispielsweise bezüglich der Namensgebung zusammenpassten. Kommt es nun tatsächlich zum Einstieg von Red Bull, das in der Formel 1 und im Fußball in Salzburg und New York bereits kräftig mitmischt, würden die Karten in Leipzig neu gemischt werden. Der RB Leipzig müsste dann in der Oberliga gegen die beiden Traditionsklubs FC Sachsen Leipzig und 1. FC Lok Leipzig antreten, in der kommenden Saison noch im kleinen und piekfeinen "Stadion am Bad" des SSV (Fassungsvermögen 5500 Zuschauer).
Die beiden Traditionsvereine Sachsen und Lok schafften es trotz großer Anhängerschar in fast 20 Jahren seit der Wende nicht, hochklassigen Fußball zu etablieren. Der FC Sachsen (zweimaliger DDR-Meister als BSG Chemie) befindet sich gerade in der zweiten Insolvenz und steigt aus der Regionalliga ab. Der 1. FC Lok (Europacup-Finalist von 1987) wurde nach der zweiten Pleite und Liquidation des Ex-Bundesligisten VfB Leipzig, dem ersten deutschen Fußball-Meister, neu gegründet und sorgte vor allem mit Krawallen bundesweit für Schlagzeilen.
Beide Klubs wollen in der kommenden Spielzeit wegen der hohen Kosten in ihren alten Stadien, die noch Holztribünen haben, spielen. Ex-Kinoweltchef Michael Kölmel beendete gerade sein Abenteuer als Hauptsponsor beim FC Sachsen mit kräftigen Verlusten. Immer wieder beklagte er zudem mangelnde Unterstützung aus Politik und Wirtschaft. Die Kommune zeigte sich in den vergangenen Jahren tatsächlich wenig interessiert, als Türöffner bei Unternehmen zu fungieren und den Fußball nach oben zu bringen. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung scheint eher auf die Kultur als Stadtmarketing zu setzten.
Quelle: sid
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