18.07.2010, 17:59 Uhr | dpa
Robert Harting freut sich über seinen Meistertitel und die erfolgreiche EM-Qualifikation. (Foto: dpa)
Schneller, höher, weiter: Anderthalb Wochen vor der EM in Barcelona sind die Stars der deutschen Leichtathletik schon in Medaillenform. "Unsere Leistungsträger haben sich hier hervorragend präsentiert. Insofern ist der Blick auf Barcelona mehr als zuversichtlich", sagte Verbands-Sportdirektor Thomas Kurschilgen zum Abschluss der nationalen Meisterschaften. In Braunschweig machte Diskus-Weltmeister Robert Harting am Sonntag dort weiter, wo Zwei-Meter-Springerin Ariane Friedrich und Hammer-Frau Betty Heidler am ersten Tag aufgehört hatten.
Harting schleuderte die Zwei-Kilo-Scheibe 68,67 Meter weit - der vierte Titel in Serie für den Hünen aus Berlin war damit perfekt. "Ich bin zufrieden", meinte der Weltmeister und bedankte sich bei den 30.000 Zuschauern, die an den zwei Tagen ins Eintracht-Stadion kamen.
"Wir haben hier sechs bis acht absolute Weltklasse-Leistungen gesehen", hatte Chef-Bundestrainer Herbert Czingon schon zur Halbzeit festgestellt. Bei der EM vom 27. Juli bis 1. August zählen somit gleich mehrere Asse des Deutschen Leichtathletik-Verbandes zu den Titelkandidaten. Maximal 80 Athleten sollen nach Spanien mitfliegen.
Nach ihren 4,65 Metern im Stabhochsprung-Krimi freute sich Silke Spiegelburg über ihren fünften Titel, aber auch Lisa Ryzih als Zweite und Carolin Hingst (beide 4,60 Meter) dürften zur EM fahren. Hingst setzte alles auf eine Karte, scheiterte aber dreimal an der DLV-Rekordhöhe von 4,80 Meter. "Es hat Spaß gemacht, weil wir alle so eng beieinander waren", sagte Spiegelburg.
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Während Verena Sailer die deutschen Sprint-Hoffnungen nährte und die 100 Meter in 11,23 Sekunden gewann, kassierte Speerwerferin Christina Obergföll eine überraschende Niederlage: Die Olympia-Dritte musste sich mit 63,13 Meter der Leverkusenerin Katharina Molitor geschlagen geben.
Die größten Härtefälle der deutschen Leichtathletik bleiben aber Hochspringer Raul Spank und Sebastian Bayer. Der lange verletzte WM-Dritte Spank gewann zwar seine zweite deutsche Meisterschaft, verpasste mit 2,25 Metern aber genauso wie Bayer im Weitsprung die EM-Norm. Eine kleines Hintertürchen nach Barcelona lässt ihnen der DLV noch offen. Vizepräsident Günther Lohre deutete eine mögliche Sonderregelung für Athleten "mit Finalchance" an.
Quelle: dpa
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