08.03.2009, 11:32 Uhr
Wieder ins Fettnäpfchen getreten: Rudolf Scharping (Foto: imago)BDR-Präsident Rudolf Scharping geht im Wahlkampf zum Gegenangriff über und tritt prompt ins nächste Fettnäpfchen. Der frühere Verteidigungsminister entkräftete die massive Kritik der Opposition um Herausforderer Dieter Berkmann, geriet jedoch durch eine Ehrengast-Einladung zur Jubiläumsfeier des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) an Dopingsünder Stefan Schumacher erneut in die Defensive.
"Es wäre uns eine Freude, Sie in Leipzig zu begrüßen und gemeinsam mit Ihnen einen festlichen Rahmen zu schaffen, um diese Feier zu einem Signal für den Aufbruch in eine neue Epoche des Radsports werden zu lassen", heißt es in dem Schreiben, das Stefan Schumacher auf seiner Internetseite veröffentlichte.
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Der Brief zu den Festlichkeiten am 20. März in Leipzig stammt vom 22. Januar und ist von Scharping sowie Generalsekretär Martin Wolf unterschrieben. Schumacher war zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht gesperrt, seine positive A-Probe aber bereits mehr als drei Monate bekannt. Zudem hatte Scharping Schumacher bereits im Oktober öffentlich kritisiert und der BDR hatte angekündigt, ein sportrechtliches Verfahren gegen den Nürtinger einzuleiten.
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Außerdem wollte der BDR prüfen, ob eine Geldstrafe sowie Anspruch auf Schadensersatz möglich sei. Das Schreiben tauchte zu einem für Scharping unglücklichen Zeitpunkt auf. Am selben Tag hatte der in letzter Zeit größtenteils schweigsame Radfahrer-Boss zum Rundumschlag gegen seine Kritiker ausgeholt. "Für Schlammschlachten in der Öffentlichkeit stehe ich nicht zur Verfügung", sagte Scharping, der sich am 21. März auf der Hauptversammlung des BDR zur Wiederwahl stellt.
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Er wies den Vorwurf des früheren BDR-Vize Dieter Kühnle, die Sponsoren-Gelder seien geringer geworden, entschieden zurück. Zwischen 2006 und 2008 hätten neue Sponsoren 1,7 Millionen Euro gezahlt. Mit dieser Summe sei der Rückzug anderer Sponsoren sogar mehr als ausgeglichen worden. "Alle diese Mittel wurden ausschließlich über die Kontakte des Präsidenten gewonnen", meinte Scharping.
Der für Marketing zuständige und später zurückgetretene Vizepräsident Kühnle habe nichts dazu beigetragen. Außerdem sei es mit einer ausführlichen Dokumentation der Maßnahmen gegen Doping gelungen, den Sportausschuss des Deutschen Bundestages zu überzeugen. "Die öffentlichen Mittel wurden weder gekürzt noch gestrichen oder gesperrt. Das war ein großer Erfolg und für den BDR lebenswichtig", sagte Scharping.
Es sei zudem falsch, dass er Mountainbikerin Sabine Spitz nicht zu ihrem Olympiasieg gratuliert habe. Er habe eine SMS geschickt und ein "von mir geworbener Sponsor hat die Medaille mit einem beachtlichen Betrag zusätzlich honoriert". Spitz hatte sich darüber beklagt, von Scharping nicht angerufen worden zu sein. Herausforderer Berkmann bezeichnete die unterlassene Gratulation im "Focus" als Unterlassungssünde.
Die Kritik an der Behandlung Hanka Kupfernagels, die nicht über ihren Ausschluss aus dem A-Kader informiert worden war, wies Scharping ebenfalls zurück. Sowohl er als auch Sportdirektor Burckhard Bremer hätten mehrfach mit dem Bundestrainer gesprochen, um ihr trotz fehlender Zugehörigkeit zum A-Kader die notwendigen Einsätze in der Nationalmannschaft zu ermöglichen.
Quelle: sid
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