12.06.2011, 11:16 Uhr
Scharfe Kritik an Franz Beckenbauer und Sepp Blatter: Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency International zweifelt am Reformwillen der FIFA und teilt kräftig gegen die beiden Fußball-Funktionäre aus. Beckenbauer habe am geplanten runden Tisch des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nichts zu suchen, die Äußerungen des Weltverbandspräsident Joseph S. Blatter seien nur noch lächerlich. Beckenbauer habe "vier Jahre in der FIFA den Mund nicht aufbekommen, da habe ich jetzt Zweifel", sagte Sylvia Schenk, Vorstandsmitglied bei Transparency International, gegenüber "Spiegel online".
Deutschlands Fußball-Ikone habe "die Situation mit zu verantworten. Wer vier Jahre in einem Exekutivkomitee sitzt und da passiert so ein Chaos, kann jetzt nicht nur sagen: Blatter ist schuld, ich kann nichts dafür." Beckenbauer sei eine Führungskraft der FIFA gewesen, "daher bin ich skeptisch, ob von ihm große Impulse kämen". Auch Günther Hirsch, ehemaliges Mitglied der FIFA-Ethikkommission, habe sich "eher blamiert". Hirsch war von 2000 bis 2008 Präsident des Bundesgerichtshofs.
DFB-Präsident Theo Zwanziger will bei einem runden Tisch am 21. Juni mit Experten, Vertretern des Verbandes und der Deutschen Fußball Liga (DFL) diskutieren, wie man die FIFA überzeugen kann, die doppelte WM-Vergabe an Russland (2018) und Katar (2022) zu überprüfen. Bei der Vergabe der Endrunden sollen Bestechungsgelder geflossen sein. Dass Zwanziger den Reformwillen des FIFA-Präsidenten Blatter gelobt hat, ist Schenk ebenfalls sauer aufgestoßen. "Wenn Blatter wirklich super Vorschläge gemacht hätte, könnte ich das ja noch verstehen. Aber alles, was Blatter da geäußert hat, war in meinen Augen Alibi oder sogar lächerlich", sagte sie. Es sei eine Chance vertan worden.
Startenor Placido Domingo, Teil des neuen Lösungskomitees der FIFA, könne "uns sicher etwas vorsingen", sagte Schenk. "Aber was qualifiziert ihn dazu, das zu machen, was jetzt an hochprofessioneller Arbeit bei der FIFA nötig ist?" Auch Johan Cruyff und Pele hätten sich auf diesem Feld nie betätigt. Schenk fordert eine absolut unabhängige Expertenkommission.
"Bitte nicht Placido Domingo, sondern ehemalige hochrangige Richter, Politiker, Juristen, Professoren - einfach Personen, denen man weltweit zutraut, dass sie unabhängig entscheiden." Die frühere Mittelstreckenläuferin Schenk war von von 2001 bis 2004 Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer und hatte von 2007 bis 2010 den Vorsitz von Transparency International Deutschland inne.
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Quelle: sid
Cicero schrieb:
am 12. Juni 2011 um 19:28:01
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FIFA
Genau wie in der Politik: Eine machtgeile, geldgierige Parallelgesellschaft.
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user1 schrieb:
am 12. Juni 2011 um 19:25:33
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FIFA
Diese erlesene Männerrunde ist eigentlich zu einer Lachnummer verkommen. Schade nur, daß die trotzdem immer noch soviel Macht
besitzen. Da sollten starke Verbände sich mal zusammenschließen und dort mit eisernem Besen fegen, aber richtig fegen.
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boykott schrieb:
am 12. Juni 2011 um 19:25:19
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fifa
die kritiker zahlen doch für den eintritt in stadien.und nicht wenig.die stars flippen aus und werden grössenwahnsinnig.geht nicht
mehr zu bayern und ihre klappe wird kleiner.
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