27.07.2011, 14:39 Uhr
Rekord-Olympiasieger Michael Phelps ist bei der Schwimm-WM in Shanghai nicht zu stoppen. (Foto: imago)
"The Baltimore Bullet" ist zurück: Nach Bronze und Silber in seinen ersten beiden Finals hat US-Superstar Michael Phelps bei der Schwimm-WM in Shanghai im dritten Anlauf endlich Gold gewonnen. Auf seiner Paradestrecke über 200 Meter Schmetterling schlug der Rekord-Olympiasieger nach 1:53,34 Minuten als Erster vor dem japanischen Olympiadritten Takeshi Matsuda (1:54,01) und dem Chinesen Wu Peng (1:54,67) an. Mit der Freistilsprintstaffel hatte Phelps zum WM-Auftakt nur Platz drei erreicht.
Eine Stunde später schwamm der 26-Jährige in 1:57,26 Minuten als Zweiter ins Finale über 200 Meter Lagen - hinter seinem US-Konkurrenten Lochte (1:56,74). Jan David Schepers schied in 1:59,83 als 13. aus. Über 200 Meter Freistil hatte der 26-jährige Phelps zwar zuvor seinen Widersacher Paul Biedermann geschlagen, den Titel aber seinem Landsmann Ryan Lochte überlassen müssen.
Hendrik Feldwehr schwamm in Shanghai über 50 Meter nur knapp an einer Medaille vorbei und erreichte den vierten Platz. Der Brustschwimmer verfehlte in 27,19 Sekunden um 22/100 das Siegertreppchen. Feldwehr hatte bereits bei der WM 2009 in Rom Platz vier belegt. Der Brasilianer Felipe Franca da Silva gewann in 27,01 Sekunden vor dem Italiener Fabio Scozzoli und Weltrekordinhaber Cameron van der Burgh aus Südafrika.
Beim Blick auf den Videowürfel an der Hallendecke schüttelte Bundestrainer Dirk Lange nach dem Finale über 50 Meter Brust den Kopf, sank in seinen Sitz zurück. Nach einem "sehr bitteren Vormittag" (Lange) mit Vorlauf-Enttäuschungen hatte auch Feldwehr trotz eines starken Auftritts in Shanghai nicht mehr für den befreienden Tageserfolg sorgen können.
"Individuell ein gutes Ergebnis von Hendrik, ansonsten bleibe ich bei meiner Einschätzung von heute morgen", sagte Lange. Feldwehr war nach einem "guten Rennen" trotz des verfehlten Podests "nicht todunglücklich".
Der chinesische Favorit Sun Yang siegte über 800 Meter Freistil. Sun Yang benötigte von den Fans umjubelte 7:38,57 Minuten und war mit der Weltjahresbestzeit knapp drei Sekunden schneller als Ryan Cochrane aus Kanada. Auf Platz drei kam der Ungar Gergo Kis. Für Chinas Beckenschwimmer war es in Shanghai der dritte Titel, insgesamt die 13. Goldmedaille.
Vize-Europameisterin Silke Lippok verfehlte im Finale über 200 Meter Freistil die vorderen Plätze deutlich. Die 17-Jährige musste sich in 1:58,26 Minuten mit dem achten Rang begnügen. Ihren WM-Titel verteidigte Italiens Schwimm-Diva Federica Pellegrini, die schon über 400 Meter triumphiert hatte, in 1:55,58 erfolgreich vor der australischen Staffel-Olympiasiegerin Kylie Palmer (1:56,04) und Kurzbahn-Weltmeisterin Camille Muffat aus Frankreich (1:56,10).
Lippok hatte über die 200 Meter Freistil "alles auf eine Karte gesetzt", der Lohn blieb allerdings aus. "Ich war richtig fest, ein Stein ist dagegen weich", sagte die Bronzemedaillengewinnerin der Staffel. Auch das Daumendrücken von Medaillengewinner Biedermann in der Halle für das "erfrischende Mädchen" hatte nicht geholfen.
Quelle: sid , dpa
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