18.11.2007, 17:26 Uhr
Britta Steffen (Quelle: dpa)Superstar Britta Steffen freut sich nach deutschem Rekord über Platz zwei, Antje Buschschulte schwimmt trotz Schulterverletzung in 26,94 Sekunden sensationell Europarekord über 50 Meter Rücken: Deutschlands Schwimmer haben sich mit einem Befreiungsschlag beim Berliner Rekordfestival Mut für Olympia in Peking gemacht. Der Abstand zur Weltelite ist trotz einiger Leistungsfortschritte in einigen Bereichen aber noch groß.
BerlinAntje Buschschulte schwimmt Europarekord
Der Schwede Stefan Nystrand markierte beim Kurzbahn-Weltcup in der deutschen Hauptstadt in 45,83 Sekunden über 100 Meter Freistil ebenso einen Weltrekord wie die Niederländerin Marleen Veldhuis in 23,58 Sekunden über 50 Meter Freistil. Frankreichs Superstar Laure Manaudou setzte in 1:53,48 Minuten über 200 Meter Freistil eine kontinentale Bestmarke. Paul Biedermann (Halle/Saale) löschte in 1:42,39 Minuten den 19 Jahren alten deutschen Rekord von Michael Groß über 200 Meter Freistil.
Deutschlands Cheftrainer Örjan Madsen mahnte trotz der Leistungsfortschritte im Team: "Wir sollten uns über die Topleistungen unserer Schwimmer in einigen Bereichen freuen, dürfen aber nicht die Weltspitze aus den Augen verlieren." Und: "Erschreckend ist, wie groß in einigen Disziplinen der Abstand noch ist. Aber wenn der Trend anhält, sind wir auf dem richtigen Weg."
Die am Freitag 24 Jahre altgewordene Britta Steffen lieferte in ihrer Heimatstadt über 100 Meter Freistil ein starkes Rennen. Der deutsche Rekord von 52,17 Sekunden reichte hinter der Europarekord schwimmenden Niederländerin Veldhuis aber nur zu Rang zwei. "Das habe ich nicht ganz erwartet", sagte Britta Steffen, "wäre ich ausgeruht gewesen, wäre es schon geil gewesen". Die 40 Jahre alte Mitfavoritin Dara Torres aus den USA musste sich mit Platz drei begnügen. "Ich bin im Plan", stellte Langbahn-Weltrekordlerin Steffen mit Blick auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr fest.
"Was, 50 Meter Rücken? Europarekord? Ich? Das kann ja gar nicht sein", sagte Buschschulte nach ihrem Coup vor der bisherigen Rekordhalterin Janine Pietsch, "normal sind die 50 Meter gar nicht meine Spezialstrecke". Richtig in Laune gewann Buschschulte in 2:05,92 Minuten auch die 200 Meter Rücken und schwamm am Sonntag Vorlauf-Bestzeit über 100 Meter. Am Montag wird sie sich einer Schulteroperation unterziehen. "Vor Olympia ist das die letzte Möglichkeit", sagte sie.
Paul Biedermann bejubelte seinen zweiten deutschen Rekord. Schon über 400 Meter Freistil hat er sich mit deutscher Bestzeit in 3:38,22 Minuten nur dem Südkoreaner Tae-Hwan Park geschlagen geben müssen. Benjamin Madeja aus Potsdam stellte als Fünfter über 200 Meter Brust in 2:10,15 Minuten den deutschen Rekord von Timo Lorenz ein. 1500 Dollar Prämie sicherte sich auch die Wuppertalerin Sarah Poewe über 100 Meter Brust. Der Rostocker Thomas Rupprath wurde jeweils Zweiter über 100 Meter Rücken und 50 Meter Schmetterling.
Nystrand schwamm Weltrekord mit Ansage. "Ich wusste, dass ich den Weltrekord drauf hatte, aber nicht diese Zeit", sagte der 26-Jährige nach einem unglaublich schnellen Rennen (45,83 Sekunden) über 100 Meter Freistil. Dem Südafrikaner Roland Schoeman, der zusammen mit dem Amerikaner Ian Crocker in 46,25 Sekunden die alte Bestmarke hielt, blieb in 47,20 Sekunden hinter dem Australier Eamon Sullivan nur Platz drei. Marleen Veldhuis war nach ihrem Triumph über 50 Meter Freistil vor Dara Torres (23,82) und der bisherigen Rekordhalterin Therese Alshammar aus Schweden (24,05) baff: "Das kann ich noch gar nicht glauben. Es ist einfach großartig."
Der Amerikaner Randall Bal steht bei den Männern schon vor dem Weltcup-Finale am kommenden Wochenende im brasilianischen Belo Horizonte als Gesamtsieger fest. 100.000 Dollar kassiert er dafür. Bei den Frauen ist Therese Alshammar Anwärterin Nummer eins. Für die deutschen Schwimmer geht es von Donnerstag bis Sonntag in Essen bei den nationalen Kurzbahn-Meisterschaften um EM-Tickets.
Quelle: dpa
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