01.04.2011, 17:33 Uhr | dpa
Hopp oder top: Löwen-Präsident Dieter Schneider hofft weiter auf Rettung. (Foto: imago)
Im Kampf gegen die finanzielle Pleite und den sportlichen Zwangsabstieg hofft der TSV 1860 München auf einen erlösenden Befreiungsschlag in der Nachspielzeit. "Wir arbeiten unter Hochdruck weiter an einem tragenden Konzept", berichtete Geschäftsführer Robert Schäfer. Vorschnelle Meldungen über eine Rettung musste der Klub dementieren, die Lage bleibt dramatisch.
Die Löwen benötigen kurzfristig mehr als zehn Millionen Euro an frischem Kapital, um die drohende Insolvenz und eine damit verbundene Rückstufung ins Amateurlager abzuwenden. Ein erster Schritt auf dem Weg zur Rettung wurde am Freitag allerdings gemacht. Fristgerecht seien die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) für die laufende Saison verlangten Unterlagen eingereicht worden, teilte Schäfer mit.
Dabei handelt es sich um einen Liquiditätsnachweis in Höhe von angeblich 1,75 Millionen Euro. Mit dem Nachweis entgingen die Löwen einem Punktabzug von neun Zählern. Wegen Verstößen im Lizenzierungsverfahren sind 1860 in der laufenden Spielzeit bereits von der DFL zwei Zähler abgezogen worden. Schäfer teilte weiter mit, dass die Spielergehälter für den Monat März angewiesen seien: "Somit können die Gespräche zum Abschluss einer tragfähigen Gesamtlösung zu Ende geführt werden".
Die Rettungsbemühungen von Präsident Schneider & Co. laufen offenbar weiterhin in verschiedene Richtungen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) ist bei den Rettungsplänen auch der Einstieg eines arabischen Investors aus dem Emirat Abu Dhabi im Gespräch. Dieser könnte für einen zweistelligen Millionenbetrag bis zu 49 Prozent der Anteile an der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA erwerben. Mehr lässt die 50+1-Regel der DFL nicht zu, weil im deutschen Profifußball die Vereine stets die Mehrheit behalten müssen.
Seit einem dramatischen öffentlichen Rettungsappell der Löwen-Bosse vor zwei Wochen werden immer neue Rettungspakete diskutiert sowie Ängste und Hoffnungen geschürt. Es werden nach wie vor auch Lösungen mit Hilfe verschiedener Banken und dem Lokalrivalen FC Bayern gehandelt. Der deutsche Rekordmeister will seinen ungeliebten Arena-Mieter, dem er schon Zahlungen in Millionenhöhe gestundet hat, aus Eigennutz nicht verlieren.
Bayern-Präsident Uli Hoeneß begrüßt den möglichen Einstieg eines Investors: "Wenn das jetzt klappen sollte, wäre endlich mal ein einziger Geldgeber da", sagte Hoeneß der "SZ". 1860 müsste sich dann nicht mehr mit zahlreichen Gläubigern herumschlagen, sondern könnte "endlich mal die Zukunft planen". Die "Bild"-Zeitung berichtete von einer Rettung durch den Einstieg eines europäischen Wettanbieters.
Doch die Uhr tickt - spätestens am Wochenende muss der Verein den Überlebenskampf gewinnen. Man wolle "keine Wasserstandsmeldungen" mehr zu seinen Bemühungen abgeben, kündigte der Klub an. Präsident Schneider gab vorab im "Münchner Merkur" aber die Richtung vor - sie lautet hopp oder top: "Entweder wir schaffen es zu null oder zu 100 Prozent - dazwischen gibt es nichts." Der Präsident gab sich aber auch kämpferisch: "Die weiße Fahne liegt noch tief in der Schublade."
Quelle: dpa
Rudi Radenkovic schrieb:
am 1. April 2011 um 18:58:56
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Da ist Hopfen und Malz verloren.
1860 München ist ein Faß ohne Boden. Wer diesem Verein jetzt noch Geld gibt, der könnte es genauso gut
gleich in den Gulli werfen. Warum geben solche sogenannten "Retter" das Geld nicht für etwas Sinnvolles her, anstatt es in ein zum Scheitern verurteiltes hoffnungsloses Projekt zu investieren? Ich werde es nie verstehen.
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mansch schrieb:
am 1. April 2011 um 18:47:37
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Investor
Die 60er verwechseln Investor mit Goldesel. Auch Araber verschenken keine 12 Mio. schon gar nicht jedes Jahr. Solange die jungen
Mitgl. sich von Beer zur Insolvenz aufhetzen lassen, um Bayern zu schaden, statt den Verein zu retten, sollte man ihnen den Gefallen tun. Die Führung hat gegen diese sog. Fans keine Chance. Nur wenn der Verein wieder eine innere Struktur bekommt, wird sich die Misswirtschaft beenden lassen. Im Gegensatz zu St. Pauli ist 60 nicht Kult, auch wenn die "Fans" das meinen.
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