21.12.2011, 17:01 Uhr
Podest knapp verfehlt, gute Form bestätigt: Felix Neureuther hat sich mit einem vierten Platz beim Weltcup-Slalom in Österreich in die Weihnachtspause verabschiedet. Im Flutlicht-Slalom von Flachau fehlten dem Partenkirchener Ski-Rennfahrer nur 0,22 Sekunden auf das Podest. Der Sieg ging an den Kroaten Ivica Kostelic, der vor Andre Myhrer (Schweden) und Cristian Deville (Italien) gewann. Sein bestes Weltcup-Ergebnis im Torlauf fuhr Fritz Dopfer als Zwölfter ein.
"Ich kann mich in erster Linie freuen über meinen vierten Platz. Aber wenn ich sehe, wie knapp das Rennen war, kann ich mich auch ärgern, dass ich nicht mehr Gas gegeben hab' im ersten Lauf", sagte Neureuther. "Die Weltspitze bei den Männern ist so dicht zusammen, da muss man auch einen vierten Platz entsprechend würdigen", sagte Alpin-Direktor Wolfgang Maier und war mit seinen beiden Athleten zufrieden.
Einen Tag nach Platz zwei für Maria Höfl-Riesch verfehlte der Deutsche Skiverband (DSV) zwar hauchdünn einen weiteren Stockerlrang - erst durch Kostelics Fahrt rutschte Neureuther vom Podest. Aber die Bilanz in der bisherigen Weltcup-Saison macht Hoffnung auf eine reichhaltige Ausbeute nach der kurzen Weihnachtspause. Ein Sieg und insgesamt sechs Podestplätze durch zwei Damen und zwei Herren lauten die bisherigen Saisonergebnisse. Dazu machten die Herren in allen Disziplinen einen Schritt nach vorne.
Vor sechs Wochen konnte Neureuther wegen Knieschmerzen nicht einmal Treppen gehen, jetzt holt er mehr und mehr den Trainingsrückstand auf. Auch wenn es anders als vor zwei Tagen in Alta Badia nicht zum Podest reichte, untermauerte Neureuther im Schneetreiben in Flachau die gute Form. Der Materialwechsel vor der Saison scheint sich für den 27-Jährigen auszuzahlen, denn seine Fahrten wirken deutlich stabiler.
Einen Riesenschritt nach vorne hat Dopfer in diesem Winter gemacht. Dreimal Top-Ten im Riesenslalom, dazu läuft es auch im Torlauf immer besser. Auch wenn der für den SC Garmisch startende Rennfahrer in Flachau die besten Zehn knapp verfehlte - es reichte fürs dritte Top-15-Ergebnis im Slalom. Dominik Stehle schied im ersten Durchgang ebenso aus wie Stefan Luitz. Nach Weihnachten geht es mit einer Abfahrt in Bormio/Italien weiter. Neureuther sollte am 1. Januar beim Weltcup in München wieder am Start sein.
Einen besonderen Moment gab es auf der Hermann-Maier-Piste schon vor dem Start. Knapp vier Jahre nach einer Unterschenkelamputation in Folge eines schweren Sturzes schnupperte der frühere Skirennfahrer Matthias Lanzinger als Vorläufer wieder Weltcup-Luft. "Ich habe mich entschieden, dass mein Unfall nicht das Ende sein sollte", sagte der Österreicher zu seinem Auftritt im Vorprogramm des Torlaufs. Als Behindertensportler strebt Lanzinger inzwischen einen Start bei den Paralympics 2014 an und feierte jüngst seinen ersten Sieg im Europacup.
Teil zwei des Foto-Shootings mit dem Biathlon-Star. zum Video
Quelle: dpa
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