04.02.2012, 14:20 Uhr
Nach sechs schweren Stürzen und ebenso vielen Kreuzbandrissen wollte Jan Hudec seine Karriere bereits beendet haben - und steht jetzt wieder ganz oben. Bei der Weltcup-Abfahrt in Chamonix bestätigte der 30-jährige Kanadier seinen jüngsten Aufwärtstrend und raste nach einer Pause von fast fünf Jahren zu seinem zweiten Sieg.
Die Landsleute des WM-Zweiten von 2007 - Weltmeister Erik Guay und Benjamin Thomsen - komplettierten als Dritter und Fünfter ein Wahnsinns-Ergebnis für die so genannten "Crazy Canucks". Aufs Podest schaffte es vor Guay noch der Österreicher Romed Baumann.
Zwei Läufer hatten Kanada zuletzt am 20. Januar 2007 - ebenfalls in Frankreich, in Val d'Isére - aufs Podest gebracht. Seinerzeit siegte der Franzose Pierre-Emmanuel Dalcin vor Guay und dessen Landsmann Manuel Osborne-Paradis.
Didier Cuche landete damals auf Rang zehn. Der Schweizer ist heute, mit 37 Jahren, der beste Abfahrer der Saison und glaubte nach seiner Fahrt mit der Startnummer 16 bereits an seinen vierten Saisonsieg. Dann aber rasten nacheinander Landsmann Beat Feuz, Guay, Romed Baumann und schließlich Hudec und sogar Thomsen an Cuche vorbei. So blieb dem Dritten des Vortages nur Rang sieben, direkt hinter seinem Verfolger im Abfahrts-Weltcup und dem Vortags-Champion, dem Österreicher Klaus Kröll.
In Chamonix hatten anno 2012 aber auch die deutschen Ski-Fans Grund, sich zu freuen. Wie schon am Vortag, als er 23. wurde, war Tobias Stechert, schnellster Abfahrer des DSV. Position 18 bedeutete nach Platz 14 beim Super-G in Gröden am 16. Dezember 2011 sein zweitbestes Weltcup-Resultat überhaupt, das beste in der Abfahrt.
Davon war Stephan Keppler, 51. des Vortags und zuletzt Achter in Kitzbühel, weit entfernt. Immerhin aber verbesserte er sich drei Tage nach seinem 29. Geburtstag auf Platz 28. Freude kam bei ihm trotzdem nicht auf. "Ich kann nicht zufrieden sein. In den Kurven oben war ich mit dabei, aber im Flachen unten, das ist nicht meine Welt. Da wusste ich nicht mehr, was ich machen sollte. Ich brauche ein paar anspruchsvolle Kurven mehr." Andreas Sander landete nach Platz 40 am Vortag auf Rang 39.
Ins Krankenhaus musste Benjamin Raich. Mit Startnummer 23 stürzte der österreichische Superstar und verletzte sich an der Hand. Eine genaue Diagnose musste die Untersuchung in der Klinik ergeben. Besonders bitter wäre ein erneut längerfristiger Ausfall Raichs, hatte sich der 33-Jährige doch gerade erst nach einem Kreuzbandriss aus dem Teamwettbewerb bei der WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen in den Weltcup zurückgekämpft.
Quelle: t-online.de
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