01.03.2011, 16:35 Uhr | dpa
Überraschungs-Weltmeister: Matti Heikkinen lässt auch die Norweger hinter sich. (Foto: dpa)
Für die deutschen Skilangläufer hängen die Trauben bei den nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Oslo hoch. Über 15 Kilometer in der klassischen Technik mussten sich die beiden früheren Gesamtweltcupsieger Tobias Angerer und Axel Teichmann mit den Rängen neun und 13 abfinden. Im Finnen Matti Heikkinen gab es in Abwesenheit des norwegischen Starläufers Petter Northug einen Überraschungs-Weltmeister. Er setzte sich in 38:14,7 Minuten vor dem Norweger Eldar Rönning durch, der 13,3 Sekunden Rückstand hatte. Platz drei ging an dessen Landsmann Martin Johnsrud Sundby. Er kam 31,9 Sekunden nach Heikkinen ins Ziel.
Für die deutschen Läufer, die auch im sechsten WM-Renen chancenlos waren, war an Podiumsplätze nicht zu denken. Wenigstens schaffte es Angerer in die Top Ten. "Meine Form ist sehr gut. Ich habe mich sehr wohl gefühlt und Kraft gehabt. Aber meine Stärken liegen in erster Linie in den Massenstart-Rennen", sagte Angerer.
Wie die anderen beiden Starter - Junior Hannes Dotzler kam auf den 47. Rang - hatte auch Angerer Materialprobleme. "Den schnellsten Ski hatte ich nicht. Das war besonders in den Abfahrten ein bisschen schade", sagte er. Das sah auch Bundestrainer Jochen Behle so. "Ich denke, wir waren nicht bei den Spitzenbrettern dabei. Die brauchst du aber, wenn du um die Medaillen mitkämpfen willst. Weltmeister Heikkinen hatte etwa einen Sensationsski", bemerkte der Coach, den das Ergebnis wurmte.
Das war auch bei Axel Teichmann der Fall. "Ich wollte unter die besten Acht, das hat leider nicht geklappt. Wo die Zeit im Wald liegengeblieben ist, kann ich nicht sagen", meinte der Weltmeister von 2003. Behle sieht die Gründe in der langen Krankheit und dem damit verbundenen Trainingsausfall. "Er läuft den Defiziten hinterher. Seine Stärke, auf der letzten Runde noch Zeit gutzumachen, fehlt ihm noch", sagte der Bundestrainer.
Noch im Zielbereich beriet Behle sich mit dem Thüringer über die weiteren Einsätze und sie entschieden gemeinsam, dass er im Teamsprint nicht wie ursprünglich vorgesehen an der Seite von Tim Tscharnke starten wird. Diesen Part übernimmt Jens Filbrich. "Der Teamsprint ist noch härter als die Staffel. Der Zeitplan der Klassik-Entscheidungen hier in Oslo ist für Axel ungünstig. Drei Wettbewerbe innerhalb von vier Tagen - das ist nicht so toll", begründete der Coach.
Bei den Damen könnten Steffi Böhler (Ibach) und Nicole Fessel (Oberstdorf) im großen Pulk um Platz drei mitkämpfen. Davor dürften sich die Norwegerinnen, die ohne die dreimalige Oslo-Weltmeisterin Marit Björgen antreten, und die Finninnen platzieren. Ein ähnlicher Einlauf ist auch bei den Herren zu erwarten. Wo das Duo Tscharnke/Filbrich landet, kann keiner voraussagen.
Termine Zeitplan der Biathlon-WM 2011
Quelle: dpa
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