22.02.2012, 14:36 Uhr
Mutprobe: Mit bis zu 105 km/h nähern sich die Skiflieger in Vikersund dem Schanzentisch. (Quelle: dpa)
Die Frage nach dem kommenden Weltmeister steht ein wenig im Hintergrund. Viel spannender ist im Vorfeld der Skiflug-WM die Siegerweite. Wird auf dem neuen "Monster-Bakken" im norwegischen Vikersund endlich die magische Schallmauer von 250 Metern durchbrochen?. Dieser sei "definitiv möglich", versprechen die Veranstalter schon seit Monaten und wollen damit natürlich auch viele Zuschauer an die größte Schanze der Welt locken.
10,2 Millionen Euro hat das eher verschlafene Vikersund ausgegeben, um den Weltrekord dem slowenischen Planica zu entreißen. Dort flog im Februar 2011 der Norweger Johan Remen Evensen auf 246,5 Meter. In Vikersund ist er nicht mehr am Start. Vor einigen Tagen beendete er seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen.
Nun soll es in Evensens Heimat noch weiter gehen. Im Sommer wurde dafür der Hang erneut umgebaut. Möglich machte den Bau der spektakulären Rekordschanze eine Regeländerung des Ski-Weltverbandes FIS. Der Höhenunterschied zwischen Schanzentisch und Auslauf darf inzwischen 135 Meter betragen - fünf Meter mehr als vorher. Die Parameter des wie in Stein gemeißelten Riesenbakkens sind atemberaubend. Der Anlauf beträgt 134 Meter, am 3,65 Meter hohen Schanzentisch heben die Springer mit einer Geschwindigkeit von bis zu 105 Kilometer pro Stunde ab.
Bis zu acht Sekunden werden die Springer nun in der Luft sein. "Schneller, höher, weiter" scheint das Motto zu diesem Neubau zu lautem. Die bekannten Worte werden in diesen Tagen nicht selten mit vorwurfsvollem Unterton gesprochen. Dabei erkennt die FIS Weltrekorde offiziell gar nicht an.
Gut möglich, dass die Bestmarke schon in der Qualifikation am Donnerstag fällt. "Wir haben vier Tage. Irgendwann wird es einen Durchgang geben, wo ein Sportler ans Limit gehen kann", sagt Bundestrainer Werner Schuster. Dafür müsse aber alles stimmen - Wetter, Anlauflänge und nicht zuletzt der Mut der Ski-Flieger.
"Die Athleten werden körperlich und mental maximal gefordert sein. Es braucht eine gewisse Kaltschnäuzigkeit, ja sogar Brutalität, um beim Tanz auf der Rasierklinge ans Limit zu gehen. Mentale Stärke ist immer gefragt, aber es geht darum, den Adrenalinkick aktiv anzusteuern. Man muss den Ski sehr flach führen. Da hat man fast das Gefühl, die Kräfte sind so groß, dass es einem die Schuhe auszieht. Das kann man nicht technisieren. Das ist in letzter Konsequenz eine Herzensangelegenheit", ist sich Schuster sicher.
Erster Favorit auf den historischen Flug ist der Österreicher Martin Koch, der am vergangenen Wochenende die WM-Generalprobe in Oberstdorf überlegen gewann. Als weitere Gold-Kandidaten gelten Titelverteidiger Simon Ammann (Schweiz) und Vierschanzentournee-Sieger Gregor Schlierenzauer (Österreich)
Außenseiterchancen werden Severin Freund eingeräumt. Bereit für den weiten Flug ist er. "Wenn es an die 250 Meter geht, dann sag ich sicher nicht nein. Solche Flüge fühlen sich extrem geil an", sagt der deutsche Hoffnungsträger. Freund hat allerdings, genau wie der ähnlich ambitionierte Richard Freitag, noch nie einen Sprung in Vikersund absolviert. "Beide müssen sich erst auf die Schanze einstellen", sagt Werner Schuster. Die beiden Zimmerkollegen sieht er im Kampf um Edelmetall als "nicht ganz chancenlos". Zumal bei dem ungewohnten Modus mit vier Durchgängen, je zwei am Freitag und Samstag, ein schwächerer Sprung nicht automatisch das Ende aller Träume bedeutet.
Spätestens am Sonntag im Teamwettbewerb soll dann eine Medaille her. "Von diesem Ziel rücken wir keinen Millimeter ab. In Oberstdorf hatten wir drei Springer unter den besten 20, und die andere Nationen müssen auch erst einmal ihre Leistung bringen", sagt Schuster. Dabei helfen soll der zuletzt starke Andreas Wank. Der zu den Draufgängern zählende DSV-Adler hat seine eigene Erfolgstheorie. "Das beste, was man machen kann, ist gar nicht nachzudenken. Das ist das Geheimrezept. Mal sehen, wer es am besten drauf hat", sagt der 24-Jährige.
Noch offen ist, ob Maximilian Mechler oder Michael Neumayer den vierten Startplatz einnimmt. Neben der Medaille hat der Bundestrainer den deutschen Rekord als weiteres Ziel ausgegeben. Den hält seit 2005 Neumayer, der in Planica auf 227,5 Meter segelte. "Nach den Erfahrungen im letzten Winter bietet der Riesenbakken in Vikersund eine Möglichkeit, um diese Rekordmarke nach oben zu schrauben", glaubt Schuster.
Quelle: dpa , sid
Iserlohn Roosters schrieb:
am 22. Februar 2012 um 21:37:35
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Faszinierendes Risiko
Skifliegen ist in meinen Augen das Highlight einer Saison, deswegen hoffe ich, dass der 1/4 Kilometer (endlich) geknackt wird :)
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scooterfan schrieb:
am 22. Februar 2012 um 19:58:52
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Skispringen
ist schon klasse, aber Skifliegen noch besser :-)
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