06.02.2010, 18:10 Uhr
Aus Willingen berichtet Sonja Riegel
Michael Neumayer springt von der Mühlenkopfschanze in Willingen. (Foto: dpa)Der "Man Of The Day" - beim Skispringen der beste der nicht vorqualifizierten Starter - hatte seinen Titel beim Skisprung-Weltcup in Willingen mehr als verdient: Mit seinem dritten Platz meldete sich Michael Neumayer eine Woche vor der ersten Olympia-Entscheidung eindrucksvoll zurück. Und auch die andere Platzierungen der Deutschen lassen die Vorfreude auf Vancouver steigen.
"Das ist affengeil und gibt Selbstvertrauen", jubelte Neumayer, der zuvor bereits im Auslauf der Mühlenkopfschanze einige Freudensprünge vollführt hatte. "Es ist schön, dass es so kurz vor Olympia den erhofften Tick besser wird. Ich bin zur Zeit sehr locker und hoffe, dass es so weiter geht und Spaß macht", sagte der Berchtesgadener.
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Martin Schmitt, der vor über 16.000 begeisterten Zuschauern auf Rang elf sprang, sieht sogar noch Verbesserungspotenzial. "Beim ersten Sprung hatte ich einen kleinen Absprungfehler", so Schmitt. Olympia will der 32-Jährige, der zuletzt wegen eines Erschöpfungssyndroms nach der Vierschanzentournee eine Wettkampfpause eingelegt hatte, einfach auf sich zu kommen lassen. "In meinem Sprung steckt einiges drin und ich hoffe, dass ich das in Vancouver abrufen kann." Die starke Teamleistung der DSV-Adler komplettierteMichael Uhrmannauf Platz zehn.
Noch nicht zufrieden war Pascal Bodmer, der auf Platz 21 landete. "Das war sicherlich noch nicht das, was ich momentan draufhabe", so der Youngster. Ansonsten habe er aber ein gutes Gefühl und freue sich auf Vancouver. Der 19-Jährige hat für Olympia klare Ziele vor Augen: "Eine Platzierung im Einzel unter den Top Ten wäre schön. Und im Team ist mit Sicherheit eine Medaille drin."
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Das Maß aller Dinge bleibt der Österreicher Gregor Schlierenzauer, der, in Abwesenheits vom Gesamtweltcup-Führenden Simon Ammann, den Sieg in Willingen und somit 100 Weltcup-Punkte holte. "Im Gesamt-Weltcup wird sich noch einiges tun nach den Olympischen Spielen", prophezeite der Überflieger, der nun bis auf 57 Punkte an seinen Schweizer Konkurrenten heranrückt.
Auch Thomas Morgenstern, in Vancouver Titelverteidiger im Team und von der Großschanze, ist zuversichtlich. "Ich habe in Willingen insgesamt fünf Sprünge auf sehr hohem Niveau gemacht", so Morgenstern. Er fahre mit einem "wunderschönen" Gefühl nach Vancouver, so der 23-Jährige. "Jetzt habe ich heute den vierten Platz gemacht, den möchte ich bei Olympia natürlich nicht haben", fügte er hinzu.
Zum morgigen Teamwettbewerb werden die Österreicher ohne ihre Olympiastarter antreten, die Deutschen jedoch in Bestbesetzung: Mit Neumayer, Bodmer, Schmitt und Schlussspringer Uhrmann ist die Mannschaft am Start, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch am 22. Februar in Vancouver auf Medaillenjagd gehen wird.
Quelle: t-online.de , dpa
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