12.12.2011, 11:59 Uhr
Die neuen deutschen Skisprung-Stars: Richard Freitag (li.) und Severin Freund (Quelle: imago)
Für die große Party fehlte Richard Freitag nach dem "Wahnsinns-Wochenende" schlicht die Zeit. 300 Kilometer musste der 20-Jährige nach dem furiosen Sieg im tschechischen Harrachov auf der Autobahn abspulen, ehe er im sächsischen Breitenbrunn endlich die Glückwünsche seiner Eltern entgegennehmen durfte. "Ein bisschen schade ist das schon. Wir hätten gerne etwas länger gefeiert", sagte Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster, bevor er wie seine Schützlinge den Blinker setzte und die Heimreise antrat.
Daheim im Erzgebirge wartete bereits Vater Holger Freitag auf den neuen deutschen Vorflieger. Jener Mann, der mit Harrachov seine ganz eigenen Erfahrungen gemacht hat. Am 8. Januar 1983 feierte der Senior am gefürchteten "Teufelsberg" ebenfalls seinen ersten Weltcup-Sieg - es sollte sein einziger bleiben. Zumindest in dem Punkt will Richard Freitag seinem Vater nicht nacheifern. "Ich versuche mein Bestes, dass es nicht mein einziger Sieg bleibt", versprach der 20-Jährige.
Der perfekte Zeitpunkt für einen zweiten Erfolg wäre zweifellos die Vierschanzentournee. Spätestens seit Harrachov sind die Erwartungen der noch immer zahlreichen deutschen Fans an den Saisonhöhepunkt enorm gestiegen. Platz eins für Freitag, Rang drei für Severin Freund: Die DSV-Adler weckten in Tschechien Erinnerungen an die großen deutschen Skisprung-Tage vor fast zehn Jahren, als Sven Hannawald und Martin Schmitt Siege in Serie einfuhren.
Auch wenn der Vergleich noch hinkt: Zwei Deutsche auf dem Podest hatte es zuletzt im März 2002 geben - eben Hannawald und Schmitt. Die Fans danken es bereits jetzt, Tickets für die Tournee sind begehrt wie seit Jahren nicht mehr. Sowohl Oberstdorf (30. Dezember) als auch Garmisch-Partenkirchen (1. Januar) meldeten am Wochenende eine steigende Nachfrage. "Bei uns steht das Telefon nicht mehr still", sagte Tournee-Geschäftsführer Stefan Huber und hofft auf ein Ende der Durststrecke.
Einen deutschen Sieg bei einem Tournee-Springen gab es zuletzt im Dezember 2002 in Oberstdorf durch Hannawald, eine Saison zuvor hatte er mit seinem historischen und bis dato einzigen Grand Slam für den bislang letzten deutschen Gesamtsieg gesorgt.
Zumindest die Dominanz der Österreicher scheint kurz vor dem Saisonhöhepunkt gebrochen. "Nach den ersten Weltcups dachte ich noch, dass sie wieder alles gewinnen. In Harrachov waren dann aber doch auch mal andere dran", sagte Freund, der sich über sein eigenes Ergebnis freute, "aber noch mehr über das von Richard".
Bei den ersten vier Weltcups hatten die Austria-Springer Andreas Kofler und Gregor Schlierenzauer die Siege noch unter sich ausgemacht - dann kam Richard Freitag. In beiden Durchgängen stand der Shootingstar, der vor der Saison einen 13. Platz als bestes Weltcup-Ergebnis in den Listen stehen hatte, der beste Sprung der Konkurrenz. "Ich kann meine Gefühle gar nicht beschreiben. Alles ist am Ende von mir abgefallen, das ist Wahnsinn", sagte Freitag über das neue Gefühl des Sieges.
Kein Zweifel: Der stets bescheidene und ruhige 1,72-Meter-Mann hat Blut geleckt. Kaum zu glauben, dass Freitag erst mit 14 Jahren zu den Spezialspringern wechselte. Ausgerechnet Vater Holger, der einstige Weltklasse-Springer, hatte ihn und auch Bruder Christian zunächst zur Nordischen Kombination gebracht. Doch Richard Freitag und der Langlauf wurden nicht wirkliche Freunde - das Talent aus dem Erzgebirge wechselte das Lager. "Ich hatte von Anfang an mehr Spaß am Skispringen", hat Richard Freitag mal gesagt. Seit dem vergangenen "Wahnsinns-Wochenende" glaubt man ihm das mehr als je zuvor.
Quelle: sid
Springer schrieb:
am 12. Dezember 2011 um 15:29:16
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(0)
Hype
Da versucht doch schon wieder jemand ein paar Springer zu hypen..Das nervt langsam.Erst jemanden pushen und dann wenn er mal 10 wird
wieder fallen zu lassen..Scheiss Doppelmoral..
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