04.02.2012, 18:49 Uhr
Auf der 2013er WM-Schanze im italienischen Predazzo behielt Severin Freund endlich mal die Nerven und bestätigte einen starken ersten Sprung auch im finalen Durchgang. Nur der österreichische Vierschanzentourneegewinner Gregor Schlierenzauer erzielte mehr Punkte als Freund: genau 15,1. Zweimal 134 Meter erzielte Schlierenzauer, 131 und 130,5 Meter Freund.
Es war Schlierenzauers 40. Weltcup-Erfolg, womit er in der Bestenliste Platz zwei hinter dem Finnen Matti Nykänen (46) übernahm. Dritter wurde sein Teamkollege Thomas Morgenstern. Der Vierschanzentourneesieger von 2011 erzielte 227,5 Punkte, flog auf 123,5 und 130 Meter.
"Wenn man so zurückkommt, ist das besonders schön", sagte Freund. Er hatte sich nach dem guten Saisonstart vorgenommen, in allen Wettbewerben zu punkten. Das hatte sich nach dem verpassten Finale von Sapporo erledigt. "Diesmal passte bei mir der Absprung, und schon kommt man ins Fliegen", bemerkte der 23-Jährige, der in den vergangenen Tagen in Oberstdorf auf der kleinen Schanze trainiert und damit seine Selbstsicherheit zurückgewonnen hatte.
"Er ist in einer sehr guten Position angefahren. Das hat er toll hinbekommen und dann natürlich einen ganz anderen Absprung. Das sah sehr ästhetisch aus", lobte Bundestrainer Werner Schuster. Er verwies auf die besondere mentale Stärke von Freund. "Er kann mit etwas Abstand schwächere Sprünge ausblenden und sofort von vorn beginnen. Severin ist sehr gut, in diesem Jahr vielleicht nicht ganz so stabil wie in der vorigen Saison. Aber er sucht immer wieder neu die Herausforderung und bietet Leistung an", resümierte der Coach.
Ein Opfer des Windes, aber auch eines nicht so sauberen Absprungs war Richard Freitag. Nach sehr guten Trainingsleistungen in Predazzo hatte Schuster ihn am ehesten in der Lage gesehen, Schlierenzauer Paroli zu bieten. "Aber ich bin im ersten Durchgang zu früh vom Tisch weg, hatte dann auch keine Windunterstützung", berichtete der 20-Jährige, der sich nur auf Rang 19 wiederfand. Im Finale zeigte er dann sein können und verbesserte sich auf Platz neun. "Richie kann immer in der Nähe von Schlierenzauer sein", sagte Schuster über das Potenzial von Freitag.
Der Bundestrainer hatte allen Grund zufrieden zu sein. Denn auch Andreas Wank war endlich stabil und wurde mit Platz zehn belohnt. Da auch Maximilian Mechler (16.) und Michael Neumayer (24.) das Finale erreichten und sich dort steigerten, gab es ein starkes Mannschaftsergebnis.
Quelle: dpa
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