20.09.2009, 18:04 Uhr
André Greipel ist der beste Sprinter der Vuelta. (Foto: AP)Alejandro Valverde und André Greipel haben der 64. Spanien-Rundfahrt den Stempel aufgedrückt. Der 29-jährige Spanier gewann eine Woche vor der Straßen-WM sein Heimspiel und zum ersten Mal eine große Länder-Tour. Greipel holte sich als fünfter deutscher Radprofi das Grüne Punktetrikot. Der vierter Etappensieg zum Vuelta-Abschluss nach insgesamt 3292 Kilometern war das Sahnehäubchen auf seiner Leistung.
Im Massensprint verwies der Columbia-Profi, der nicht für die Tour de France nominiert worden war, nach 110 Kilometern den Italiener Daniele Bennati auf Platz zwei. Der umstrittene Valverde gewann die Gesamtwertung mit 55 Sekunden vor seinem Landsmann und Olympiasieger Samuel Sanchez und 1:32 Minuten vor Cadel Evans aus Australien.
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Der Wert von Valverdes erstem Vuelta-Sieg hängt vom Urteil des Internationalen Sportgerichtshofes CAS ab. Die höchste Sportinstanz will bis Jahresende darüber entscheiden, ob Valverdes Zweijahres-Sperre durch das Italienische Olympische Komitee CONI gerechtfertigt ist und über Italien hinaus weltweit ausgedehnt wird. Wegen seiner Verbindungen zum mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes war der der Spanier von der Tour de France ausgeladen worden.
Die spanischen Organisatoren, die sich die Vuelta-Rechte mit ihren Tour-Kollegen im Verhältnis 51:49 Prozent teilen, sahen dazu keinen Grund. "Wir hätten es gern gesehen, wenn der CAS sich dazu vor Vuelta-Beginn geäußert hätte. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt hatte Valverde das Recht, hier zu starten. Er lieferte eine beeindruckende Vorstellung", sagte der neue Vuelta-Direktor Xavier Guillen. "Ich habe in dieser Saison schon unzählige Kontrollen über mich ergehen lassen. Jeder, der sich im Radsport auskennt, weiß, es geht nur über Training. Ich mache mir vor dem CAS-Urteil keine Sorgen", erklärte Valverde in einem Eurosport-Interview.
Keine Zweifel bestehen dagegen an der hervorragenden Leistung von Greipel. Der 27-Jährige, der nach einem Sturz im Januar vier Monate ausgefallen war, konnte sich nach Rudi Altig, Dietrich Thurau, Uwe Raab und Erik Zabel als fünfter Deutscher mit dem Grünen Trikot dekorieren lassen. Er trug sogar zwei Tage das Goldtrikot.
Trotz der nachgewiesenen Topform zur rechten Zeit dürfte der WM-Titel am kommenden Sonntag in Mendrisio/Schweiz außer Reichweite für Greipel liegen. Die Strecke ist eher auf Fahrer mit Valverdes Fähigkeiten ausgerichtet. Aber Greipels Teamchef Jan Schaffrath, bei den Titelkämpfen im Tessin zuständig für die deutschen Elitefahrer, gab zu bedenken: "In den vergangenen Jahren wurde schon oft vorher gesagt, die Strecke ist so und so und favorisiert jene Fahrer, andere nicht. Aber ich warne vor solchen Planspielen - oft kam es anders. Bei einem Massensprint hätte André beste Karten."
Zeitfahr-Weltmeister Bert Grabsch war aus Rücksicht auf die WM vorher abgereist, genau wie Olympiasieger Fabian Cancellara (Schweiz). Bester Deutscher im Gesamtklassement auf Rang 43 war Christian Knees vom Team Milram, für das Gerald Ciolek die 2. Etappe gewonnen hatte.
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Quelle: dpa
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