10.01.2012, 12:29 Uhr
Die Verantwortlichen des FC St. Pauli haben sich drei Tage nach den schweren Ausschreitungen bei einem Hallenturnier am Wochenende hinter die eigenen Fans gestellt und das Vorgehen der Polizei massiv kritisiert. "Wir können uns nicht alles gefallen lassen", sagte Präsident Stefan Orth und meinte damit gleichermaßen Angriffe durch rivalisierende Anhänger des VfB Lübeck, das Vorgehen der Polizei und Berichte, die bei etwa 1.000 anwesenden St. Pauli-Fans die Hauptverantwortung für die Gewaltexzesse sahen. Orth verlangte eine "lückenlose Aufklärung" durch die Behörden.
Bei dem regionalen Turnier ("Schweinske-Cup") in der Alsterdorfer Sporthalle waren nach Polizeiangaben 90 Menschen verletzt worden, als sich Fan-Gruppen des FC St. Pauli und des VfB Lübeck sowie drei Hundertschaften der Polizei massive Auseinandersetzungen lieferten. Vierzehn Beamte wurden verletzt, die meisten Blessuren entstanden offenbar durch den Einsatz von Schlagstock und Reizgas. In Medien und Internetforen gibt es zahlreiche Erlebnisberichte, nach denen auch Kinder in Mitleidenschaft gezogen wurden und bei dem traditionell als Familien-Event ausgerichteten Turnier unter Schock die Flucht suchten. Das Turnier wurde abgebrochen und am Samstag nicht fortgesetzt.
Was genau sich in der Sporthalle zutrug, wird von Polizei, Staatsanwaltschaft und Veranstalter weiter untersucht. St. Paulis Präsident Orth und Sicherheitschef Sven Brux trugen eine eigene Version vor, die auf eigenem Augenschein und vielen Zeugenaussagen beruhen soll: Danach sei die Gewalt eindeutig von etwa 120 rechtsradikalen Lübeck-Fans ausgegangen, die ungehindert zwei Angriffe auf St. Pauli-Anhänger ausgeführt hätten. Danach sei die Polizei ausschließlich gegen Hamburger Fans vorgegangen und habe die Lübecker gewähren lassen. "Das Vorgehen der Polizei war einseitig und überzogen", sagte Brux, der bei Heimspielen des Zweitligisten für Organisation und Sicherheit zuständig ist.
Im weiteren Verlauf, räumten Orth und Brux ein, habe es auch Gewaltexzesse von St-Pauli-Seite gegen Polizeibeamte gegeben, die sie scharf verurteilten. Die von St. Pauli ermittelte Chronologie der Ereignisse unterscheidet sich aber in einigen Punkten wesentlich von der Darstellung der Polizei und anderer Zeugen. So sei ein Eindringen in den VIP-Raum der Halle eine Fluchtbewegung gewesen, bei der auch Verletzte geborgen wurden. In anderen Berichten ist von einer mutwilligen Verwüstung des Raums die Rede. Brux bekräftigte den Vorwurf eines einseitigen Vorgehens der Polizei: Er sei zu Lübecker Anhängern gegangen, "die waren bester Laune und hatten keine roten Augen vom Reizgas". Offenbar diskutieren Hamburger Fans eine Sammelklage gegen die Einsatzleitung der Polizei.
Blutigen Randale zwischen Fans von St. Pauli und dem VfB Lübeck. Polizei setzte Tränengas ein, dutzende Menschen wurden verletzt.
Die größte Diskrepanz liegt in der Zahl gewaltbereiter Fans des FC St. Pauli: Die Polizei spricht von 230, Sven Brux nannte auf Nachfrage die Zahl von 30 bis 40 gewaltsuchenden im Fanspektrum insgesamt. Hier gibt es offensichtlich verschiedene Interpretationen: "Wenn es darum geht, von Nazis angegriffen zu werden und sich zu wehren, dann haben wir sicher 230 Gewaltbereite", sagte Brux. Der Kiezklub werde landesweit für die Haltung seiner Fans gerühmt, hier habe man die Umsetzung gesehen: "Wenn einer Nazi-Sprüche macht, wird ihm das auch körperlich nicht guttun."
Die Veranstalter des Turniers haben Regress-Ansprüche gegen ermittelte Straftäter angekündigt und sprachen von "organisierter Kriminalität". Von einer Verabredung zur Gewalt über das Internet haben die Vertreter des FC St. Pauli keine Kenntnis. Das Fazit in der Stellungnahme des Klubs lautet: "Der FC St. Pauli ist der Ansicht, dass der Beginn der Auseinandersetzungen auch durch handwerkliche Fehler in Planung und Durchführung seitens des Veranstalters und der Polizei ermöglicht wurde. So hat man die verhältnismäßig kleine Lübecker Gruppe viel zu lange ungestört agieren lassen und diese sogar im Nachhinein unbehelligt wieder zum Hauptbahnhof gebracht. Hierfür fehlt uns jedes Verständnis."
Der Hamburger Innensenator Michael Neumann (SPD) hat unterdessen die Polizei vor Kritik in Schutz genommen. Auch die Polizei selbst wies die Vorwürfe des FC St. Pauli zurück. Der Verein hatte den Sicherheitskräften eine Mitschuld für die Vorfälle gegeben.
Die Situation vor Ort sei höchst chaotisch gewesen, wie man an den Bildern erkenne, sagte Neumann im Gespräch mit dem NDR 90,3. Er habe viel Respekt vor dem Einsatz der Polizei. "Die Polizei war nicht der Ausgangspunkt dieser Krawalle. Sondern der Ausgangspunkt waren angebliche Fans von Fußballvereinen", betonte der Innensenator.
Quelle: dapd
pauli fan schrieb:
am 9. Januar 2012 um 21:04:03
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Rechter Schwachsinn
St. Pauli ist ein antifaschistischer Fußballverein weshalb es immer wieder zu konfrontationen mit nazis kommt. Ich bin
auch schon dabei gewesen und ich halte mich an heiner geißler: „Wenn mich einer anfasst, dann schlage ich zurück und wenn es ein Polizist ist, dann schlage ich zurück."
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lautrer schrieb:
am 9. Januar 2012 um 20:19:56
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st.pauli
moment mal,st pauli sind das nicht einzig wahren und guten im fußballgeschäft,die tun doch nie jemand was wenn er ihre einstellung
teilt.
um es auf eine einfache formel zu bringen st.pauli gut(weil links) die meisten anderen alle böse weil sie diese aufgeblasenen Weltretter nicht leiden können.
Tiffert Schneeball mitten in die fresse,linienrichter voller Bierbecher an den hinterkopf,Frankfurter kassenrolle ins gesicht,naja im steine werfen sind sie auch bestens,haben ja übung(schanzenviertel)usw
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Rhöner schrieb:
am 9. Januar 2012 um 20:01:25
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St. Pauli - Fans
Wann wachen die Pauli-Verantwortlichen endlich auf? Das Verhalten der Fans ist nicht mehr tolerierbar. Vielleicht sollte man
den Verein mit Punktabzügen bestrafen damit dieser Fan-Irrsinn aufhört. Die Fan-Jungfräulichkeit ging den einstmals so gepriesenen Pauli-Fans schon vor längerer Zeit verloren. Aber die Vereinsverantwortlichen scheinen ja auch ein Brett vor dem Kopf zu haben.
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