10.04.2011, 08:19 Uhr
Aus Magdeburg berichtet Jens Bistritschan
Nach dem WM-Kampf brannten beim Herausforderer die Sicherungen durch. Denn was sich Khoren Gevor nach seiner Disqualifikation gegen Weltmeister Robert Stieglitz leistete, wird als einer der größten Skandale in die deutsche Boxgeschichte eingehen. Denn der Armenier attackierte Ringrichter Manfred Küchler sogar tätlich - und zwar mehrere Minuten nachdem dieser den Kampf abgebrochen hatte. "Er hat ihn geschlagen, aber Gott sei Dank nicht voll getroffen", berichtete Jean-Marcel Nartz, der als technischer Delegierter des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB) das Geschehen im Ring direkt vor seinen Augen miterlebte.
Nach seiner Disqualifikation knöpft sich Stieglitz' Gegner Gevor den Ringrichter vor. Experte Axel Schulz zeigt pures Unverständnis für den Armenier. zum Video
Kurz vor Ende der 10. Runde um die WBO-Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht in Magdeburg waren die beiden Boxer in einem von Gevor immer unsauberer geführten Kampf zu Boden gegangen. Dort versetzte der Herausforderer dann Stieglitz nach dessen Einschätzung "einen absichtlichen Kopfstoß". Blut schoss über das Gesicht des Champions und Küchler beendete das Ringduell vorzeitig.
In der gleichen Runde hatte der Ringrichter dem immer mehr ins Hintertreffen geratenden Gevor wegen eines Schlags auf den Hinterkopf seines Kontrahenten bereits einen Punkt abziehen lassen. Im Durchgang davor hatte Küchler noch Gnade vor Recht walten lassen. Mit einer Aktion, die ins Ringen aber nicht ins Boxen gehört, hatte Gevor den Weltmeister zu Fall gebracht – und Stieglitz dabei noch einen Schlag mitgegeben.
Doch die Disqualifikation war erst der Beginn der minutenlangen Tumulte im Ring. Zunächst schien es so zu sein, als könnte Gevor-Manager Peter Schulze seinen Schützling noch zurückhalten. Doch dann stürmte der Armenier in Richtung Stieglitz-Trainer Dirk Dzemski los und wollte auch ihm einen Kopfstoß verpassen, scheiterte aber, da sein Opfer schnell genug seinen Schädel weggezogen hatte. "Ich wollte ihn fragen, ob er ein Sportler ist", erklärte Dzemski zu der Situation auf der Pressekonferenz.
Gevor war nach dem Kampf auf 180. Wie ein Tiger im Käfig stiefelte er auf und ab, beäugt vom Sicherheitspersonal im Ring. Da waren dann nach Meinung von Manager Schulze "zu viele Leute an ihm dran. Die Security wollte ihn ständig anfassen." Eine Fotoreporterin berichtete sogar, dass einer von ihnen Gevor im Gesicht berührt habe. Das würde die Attacke auf Ringrichter Küchler in keinster Weise entschuldigen. Es würde aber die Aktion des sicherlich noch voll unter Adrenalin stehenden Herausforderers ein wenig nachvollziehbarer machen.
Dr. Eisenfaust schickt seinen kubanischen Herausforderer bereits in der ersten Runde auf die Bretter und verteidigt seinen WM-Titel. zum Video
Eher Kopfschütteln lösten dann Schulzes Bemerkungen auf der Pressekonferenz zu einigen Vorkommnissen vor dem Kampf aus. So hatte Gevor aus Angst vor Vergiftung nicht im Hotel essen wollen. Zudem hatte die WBO eine Änderung des Kampfgerichtes abgelehnt, dass für den eigentlich vorgesehen Vereinigungskampf zwischen Stieglitz und WBA-Weltmeister Dimitri Sartison bereits bestimmt worden war. Nach dessen Absage wegen eines Kreuzbandrisses war Gevor dann kurzfristig eingesprungen – obwohl er in seinem Kampf zuvor gegen Sartison klar nach Punkten verloren hatte.
Schulzes Behauptung "Die Disqualifikation war dann das i-Tüpfelchen" wollte Stieglitz` Promoter Ulf Steinforth dann auch nicht so im Raum stehen lassen. Er stellte klar, dass sein Boxstall SES den Herausforderer gut behandelt habe. Dass Gevor bei anderen Kämpfen schlechte Erfahrungen gemacht habe, dafür könne er ja nichts. "Und das Kampfgericht war heute nicht entscheidend", gab Steinforth zu Protokoll.
Seiner Meinung nach wäre Gevor in den letzten zwei Runden "noch K.o. gegangen". Dann hätte Stieglitz seine Bilanz an vorzeitigen Siegen auf 24 erhöht. So blieb "nur" der 40. Sieg im 42. Profi-Kampf.
Für Gevor war es nach den Niederlagen gegen Arthur Abraham, Felix Sturm und Sartison bereits der vierte vergebliche Anlauf auf einen WM-Titel. Manager Schulze warb zwar um eine weitere Chance für seinen Schützling und Stieglitz war dieser nicht sofort abgeneigt. "Doch das muss das Management entscheiden", erklärte der Weltmeister.
Doch von Steinforth gab es dann gleich eine Abfuhr: "Ich glaube nicht, dass man einem solchen Sportler noch einmal eine Chance geben sollte." Zudem müsse sein Schützling nun erst einmal eine Pflichtverteidigung seines Titels machen. Der Gegner dafür steht allerdings noch nicht fest.
Und selbst wenn Steinforth seine Meinung zu Gevor noch ändern sollte, es wird wohl keine Neuauflage des Kampfes gegen Stieglitz geben. Denn Gevor droht nun eine lebenslange Sperre vom BDB, dem europäischen Verband EBU und der WBO. "Dafür werde ich sorgen", kündigte Nartz an.
Quelle: t-online.de
jochen schrieb:
am 10. April 2011 um 18:13:09
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boxen
solche typen sollte man nie mehr boxen lassen. basta und ende
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celica63 schrieb:
am 10. April 2011 um 17:52:12
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boxen
Boxen ist schon ein toller Sport, den nicht jeder mögen muss...aber durch TV-Liveübertragungen ist soviel geld im Spiel, das der
Sport zur Show wird...und welcher Sport ist denn dadurch noch schön??? Tour de France?? gedopte Leichtathleten?? Formel 1ZIRKUS?? Geldgeile Golfer???fast jeder Sport in seiner Ursprünglichkeit ist schön, aber es gibt in jedem Unsymphaten, und durch Geld ist Alles nur ein Fake!!!
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olfw schrieb:
am 10. April 2011 um 17:43:14
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Boxkampf
Über diese Reaktion muß man sich nicht wundern, bei SES wird nur verschaukelt.
Wer ein wenig vom Boxen versteht, bekommt diesen
ständigen Betrug mit und Gevor ist eben nicht bereit gewesen, sich so verarschen zu lassen.
Von wegen Kopfstoß, diese SES Bande wollte nur den Titel behalten und dieser
Ringrichter Küchler wüßte eigentlich gesperrt werden.
Aber bei den Kommentaren hier ist mir alles klar, Ihr rennt alle mit Brille rum,
denn nur mit solchen Typen funktioniert diese ganze Sache.
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