16.09.2009, 15:36 Uhr
Unsichere Zukunft: Astana fehlt ein Lizenzinhaber. (Foto: imago)Dem Team Astana bleibt nicht mehr viel Zeit: Bis zur Weltmeisterschaft in Mendrisio/Schweiz in der kommenden Woche muss der kasachische Rennstall um Tour-Sieger Alberto Contador einen Nachfolger für den scheidenden Teamchef Johan Bruyneel bekannt geben, sonst verliert die Mannschaft ihre ProTour-Lizenz. Das berichtet die niederländische Zeitung "De Telegraaf". Bereits im Mai stand Astana wegen finanzieller Probleme kurz vor dem Aus.
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Mündliche Zusage über Nachfolge
Rini Wagtmans, Manager von Astana, bestätigte die Probleme.Man arbeite aber daran, Astana zu retten. "Andererseits würden dem Radsport in den kommenden vier Jahren 72 Millionen Euro verloren gehen", sagte Wagtmans. Er habe eine mündliche Vereinbarung mit dem früheren Rabobank-Chef Theo de Rooij über die Nachfolge des aktuellen Lizenzinhabers Bruyneel. Unterschrieben sei aber noch nichts. Dazu muss der mit Lance Armstrong zum neuen Team Radio-Shack wechselnde Belgier seinen sofortigen Rücktritt einreichen, was er bisher verweigert.
Klöden soll an Armstrongs Seite bleiben
Offenbar will Bruyneel noch weitere Astana-Fahrer für Radio-Shack verpflichten und spielt auf Zeit. Unter anderem soll Andreas Klöden auch im nächsten Jahr an Armstrongs Seite fahren. Alberto Contador wird dagegen vorerst bei Astana bleiben. "Er wird weiter für uns fahren. Und er wird ein starkes Team bekommen", sagte Wagtmans. Ob der spanische Toursieger auch über das Ende seines bis 2010 laufenden Vertrages bei Astana bleibt, soll sich kommende Woche entscheiden.
Winokurow an der Seite
Der Spanier hatte sich schon bei der Tour wegen der internen Konkurrenz zum siebenfachen Toursieger Armstrong alles andere als kommod gefühlt und vorzeitige Wechselabsichten geäußert. Nach dem Abschied von Armstrong scheinen sich die Verhältnisse aber verändert zu haben. In der kommenden Saison stünde Contador bei Astana der aus seiner Doping-Sperre zurückgekehrte "Volksheld" Alexander Winokurow zur Seite.
Bereits während des Giros Probleme
Während des Giro d'Italia im Mai waren erstmals Finanzprobleme bei Astana öffentlich geworden. Lance Armstrong und seine Teamkollegen machten den Sponsorenaufdruck auf den Trikots unkenntlich und wandten sich damit offen gegen die kasachischen Geldgeber. Erst kurz vor der Tour de France und nach Intervention des Weltverbandes UCI kam Astana einem Großteil seiner Zahlungsverpflichtungen nach, so dass das Team weiter bestehen konnte.
Quelle: sid
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