10.02.2012, 19:50 Uhr
Philipp Petzschner ist im Davis-Cup-Spiel gegen Juan Monaco chancenlos. (Quelle: imago)
Dem deutschen Davis-Cup-Team droht der Gang in die Relegationsrunde. Gegen den Vorjahresfinalisten aus Argentinien liegt die Auswahl von Teamchef Patrik Kühnen nach dem Eröffnungstag mit 0:2 zurück. Nun muss mit Rückkehrer Tommy Haas eine furiose Aufholjagd her, um doch noch ins Viertelfinale einzuziehen.
Zunächst wollte Philipp Petzschner gegen Juan Monaco einfach nichts gelingen. Sang- und klanglos musste sich der 27-Jährige dem argentinischen Topspieler Juan Mónaco mit 3:6, 3:6, 3:6 geschlagen geben. Sich selbst gab der Doppelspezialist dafür die "Schulnote mangelhaft". Anschließend hielt die deutsche Nummer eins Florian Mayer vor rund 3800 Zuschauern dem Druck des Gewinnen-Müssens nicht stand und unterlag dem einstigen Weltranglisten-Dritten David Nalbandian trotz Satzführung mit 6:2, 0:6, 1:6, 6:7 (5:7).
Dem mit Spannung erwarteten Davis-Cup-Comeback von Haas nach mehr als vier Jahren kommt in der Erstrundenpartie am Samstag somit Endspielcharakter zu. Gelingt an Kühnens 46. Geburtstag gegen Juan Ignacio Chela und Eduardo Schwank kein Sieg im Doppel, muss das deutsche Team vom 14. bis 16. September in einem Relegationsmatch um den Verbleib in der ersten Weltgruppe spielen.
Doch dazu soll es nicht kommen. Petzschner hat noch Hoffnung, an der Seite von Haas die Trendwende einleiten zu können. "Ich freue mich drauf, mit Tommy zu spielen", sagte die Nummer 56 der Welt. Er selbst werde die Enttäuschung gegen Mónaco wegstecken, versicherte er: "Ich glaube nicht, dass man mich aufbauen muss."
Im ersten Aufeinandertreffen mit Mónaco war für Petzschner der dritte Einzel-Sieg im Davis Cup nie in Reichweite. Zwar hatten sich die deutschen Spieler bei der Eröffnungszeremonie noch mit dem Hit "Thunderstruck" der Hardrocker AC/DC Mut gemacht, doch der Optimismus wich schnell der Ernüchterung. Früh geriet Petzschner mit 0:4 in Rückstand - das Unheil gegen den starken Mónaco nahm seinen Lauf.
Petzschner lies sich unverständlicherweise immer wieder auf Grundlinienduelle mit dem Sandplatzspezialisten ein. "Ich habe viele Dinge probiert, und keines hat so richtig funktioniert. Das ist frustrierend", bilanzierte Petzschner nach der einseitigen Partie über 2:02 Stunden. "Petzsche hat sicher nicht ganz so gespielt, wie wir uns das erhofft haben. Aber er hat alles gegeben", sagte Haas bei "bild.de".
Nach Petzschners Pleite schien Mayer mit tollem Tennis neue Begeisterung bei den deutschen Fans entfachen zu können. Doch nach dem souverän gewonnenen ersten Satz riss plötzlich der Faden im Spiel des Weltranglisten-21. Und auf einmal zeigte dann Nalbandian, warum er mit einer Einzel-Bilanz von 22:5 Siegen zu den besten Davis-Cup-Spielern zählt. Nalbandian traf fast alles und holte sich im Eiltempo die nächsten beiden Durchgänge.
Zwar kämpfte sich Mayer im vierten Satz zurück, doch selbst eine 4:1-Führung reichte ihm nicht mehr. Am Ende ließ Nalbandian nach dem Tiebreak im vierten Satz die Gaucho-Delegation jubeln.
Nach einer überraschenden Niederlage von Grand-Slam-Rekordgewinner Roger Federer steht auch die Schweiz vor dem Gang in die Relegationsrunde. Die Nummer drei der Welt unterlag dem US-Amerikaner John Isner auf dem Sandplatz in Fribourg in seinem ersten Erstrunden-Match im Davis Cup seit acht Jahren mit 6:4, 3:6, 6:7 (4:7), 2:6.
Mit der Pleite endete auch Federers Serie von 15 Einzelsiegen im Davis Cup. Zuletzt hatte er 2003 gegen Lleyton Hewitt ein Davis-Cup-Einzel verloren. "So, wie ich heute gespielt habe, muss ich immer spielen. Das ist der Sieg meines Lebens", sagte Isner. Zuvor hatte bereits Mardy Fish Stanislas Wawrinka in einem Fünf-Satz-Krimi über 4:26 Minuten mit 6:2, 4:6, 4:6, 6:1, 9:7 niedergerungen und Davis-Cup-Rekordsieger USA in Führung gebracht.
Titelverteidiger Spanien und Ex-Champion Serbien gaben sich derweil auch ohne ihre Starspieler Rafael Nadal und Novak Djokovic keine Blöße. Die Iberer führen gegen Kasachstan 2:0. Der frühere French-Open-Sieger Juan Carlos Ferrero setzte sich in Oviedo gegen Michail Kukuschkin 6:1, 4:6, 7:6 (7:2), 4:6, 6:4 durch, Nicolas Almagro besiegte Andrei Golubew 6:3, 4:6, 6:1, 6:1.
Beim ersten Davis-Cup-Auftritt in Nis brachten Janko Tipsarevic und Viktor Troicki Gastgeber Serbien ebenfalls mit 2:0 in Führung. Tipsarevic ließ Filip Prpic beim 6:3, 6:3, 6:4 keine Chance. Troicki hatte etwas mehr Mühe, setzte sich aber gegen Michael Ryderstedt 6:4, 6:3, 5:7, 6:3 durch.
Die Weltrangliste ist um viele Attraktionen reicher: Diese Spielerfrauen glänzen an der Seite der Sport-Asse. zum Video
Quelle: dpa
Ernst schrieb:
am 10. Februar 2012 um 21:00:50
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(0)
Daviscup
Deutschland spielt Daviscup, keiner kann es im Fernseher sehen.
Wen wundert das noch ,dass es nicht mehr boomt?
Wer ist schuld
Funktionäre, Geld ???
Jedes Vorbereitungsspiel der Fußballer wird LIve übertragen,auch wenn es niemanden interressiert. Wer soll das verstehen??
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