24.04.2010, 16:54 Uhr | dpa
Andrea Petkovic schreit die Freude über ihren Sieg heraus. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Andrea Petkovic warf ihren Tennisschläger in die Luft, ballte beide Fäuste und schrie ihre Erleichterung in den sonnigen Frankfurter Himmel. Nach ihrem souveränen Auftaktsieg im Fed-Cup gegen die französische Nummer zwei Pauline Parmentier wirkte die 22-Jährige von einer Riesenlast befreit. "Die Gewichtseinheit gibt es gar nicht, die mir vom Herzen gefallen ist", sagte die deutsche Nummer eins nach ihrem ungefährdeten 6:3, 6:2-Erfolg in 76 Minuten.
Da Tatjana Malek das zweite Einzel gegen Frankreichs Spitzenspielerin Aravane Rezai aber mit 6:2, 3:6, 0:6 verlor, steht es im Relegationsspiel zwischen Deutschland und Frankreich nach dem ersten Tag 1:1.
Petkovic wird damit auch an diesem Sonntag gefordert sein, wenn sie auf Rezai trifft. "Das wird ein komplett anderes Spiel werden", sagte Petkovicdie durch ihren ersten Einzelsieg im Fed Cup überhaupt auch das Trauma der 2:3- Erstrunden-Niederlage in Tschechien abschüttelte. Anfang Februar war sie in Brünn am Druck, die Nummer eins im Team von Barbara Rittner zu sein, zerbrochen und hatte ihre beiden Einzel verloren. "Jetzt ist die Geschichte von Brünn vorbei. Damals hatte ich Angst, heute habe ich mich einfach darauf gefreut, vor meinem Publikum zu spielen", sagte Petkovic. "Ich hatte schon beim Matchball Tränen in den Augen und habe gezittert."
Anders als bei ihrem Einzel-Debüt im Team-Wettbewerb sahen die 1300 Zuschauer in Frankfurt von Beginn an eine selbstbewusste Petkovic. Schon im dritten Spiel des erste Satzes nahm die Lokalmatadorin ihrer Konkurrentin den Aufschlag ab und behielt in der Folgezeit auch beim eigenen Service die Nerven. Fünf Break-Bälle konnte Petkovic abwehren, ehe sie nach rund 45 Minuten ihren zweiten Satzball verwandelte. Damit war der Widerstand der Französin gebrochen. Petkovic spielte druckvoll und konzentriert weiter und konnte gleich den ersten Matchball verwandeln. "Es war keine Weltklasse-Leistung, ich habe es aber solide zu Ende gespielt", meinte die 47. der Welt nach ihrem ersten Sieg gegen Parmentier.
Malek erwischte gegen Rezai einen tollen Start und entschied den ersten Satz für sich. Mit ihrem Slice und immer wieder eingestreuten hohen Bällen brachte die 22-Jährige Rezai fast zur Verzweiflung und schien im vierten Duell mit der Französin auf dem Weg zum vierten Sieg. Doch die Französin erhöhte im zweiten Durchgang das Risiko, kam so zurück in die Partie und drehte die Begegnung doch noch zu ihren Gunsten. Malek verkrampfte hingegen immer mehr, am Ende hatte die Weltranglisten-88. dem druckvollen Spiel der Französin nichts mehr entgegenzusetzen.
Angefeuert wurden Petkovic und Malek auch von den beiden verletzten Anna-Lena Grönefeld und Sabine Lisicki. Während Grönefeld bereits seit Beginn der Woche beim Team war, stieß Lisicki, die wegen einer Sprunggelenksverletzung passen musste, am Freitag dazu. "Das war das letzte Mosaiksteinchen und auch ein Statement an die Französinnen, dass wir ein Team sind", sagte Petkovic. "Ich freue mich, hier beim Team zu sein, auch wenn ich leider nicht spielen kann", sagte Lisicki.
Quelle: dpa
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