13.06.2010, 16:23 Uhr | dpa
Roger Federer ist der sechste Titelgewinn beim Tennis-Turnier im westfälischen Halle vorerst verwehrt geblieben. Im Finale musste der topgesetzte Schweizer gegen den Australier Lleyton Hewitt überraschend eine 6:3, 6:7 (4:7), 4:6-Niederlage hinnehmen - die erste Pleite des 28 Jahre alten Tennisprofis beim "deutschen Wimbledon" nach 29 Einzelsiegen hintereinander.
"Ich kann nicht immer gewinnen", sagte Federer gelassen und attestierte seinem Kontrahenten einen exzellenten Auftritt: "Hewitt hat wunderbar gespielt, gut gekämpft und sich super bewegt." Sein ein Jahr ältere Gegner erhielt für den Sieg bei den 18. Gerry Weber Open 113.600 Euro. "Ich reise mit einem Riesenselbstbewusstsein nach Wimbledon", bilanzierte der derzeit in der Weltrangliste als Nummer 32 geführte ehemalige Weltranglistenerste nach seiner Premiere in Halle. Federer schraubte trotz der Niederlage, für die es immerhin noch 59.900 Euro gab, sein Gesamt-Preisgeld auf mehr als 56 Millionen Dollar (rund 46,6 Millionen Euro).
Hewitt hatte im ersten Satz seinen Aufschlag zum 2:4 abgegeben. Damit war die Entscheidung praktisch schon gefallen, obwohl sich zu tollen Schlägen des Schweizers zwischendurch auch eine Portion Leichtsinn gesellte. Nach 37 Minuten verwandelte er vor rund 11.000 Zuschauern im nicht restlos gefüllten Gerry-Weber-Stadion seinen zweiten Satzball zum 6:3. In Durchgang zwei durchbrach der Australier Federers Aufschlag zur eigenen 2:0-Führung, doch Hewitt musste sofort das Rebreak hinnehmen. Beim Stand von 4:4 wehrte er drei Breakbälle ab, zog auf 5:4 davon und nutzte die plötzlich auftretenden Schwächen des Schweizers, der den Tiebreak mit 4:7 verlor und im Entscheidungssatz sofort ein Break zum 0:1 kassierte. Diesen Vorteil verwertete Hewitt nach 2:21 Stunden zum 28. Titelgewinn seiner Laufbahn.
Das ATP-Turnier im Londoner Queens Club gewann Sam Querrey. Der US-Amerikaner setzte sich im Endspiel mit 7:6 (7:3), 7:5 gegen seinen Landsman Mardy Fish durch. Für den 22-Jährigen, der im Halbfinale Rainer Schüttler ausgeschaltet hatte, war es nach den Siegen in Belgrad und Memphis bereits der dritte Turniersieg in diesem Jahr. Querrey durfte sich zudem über den ersten Turniersieg seiner Karriere auf Rasen freuen.
Quelle: dpa
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