21.07.2011, 20:18 Uhr
Florian Mayer bleibt der deutsche Hoffnungsträger am Rothenbaum. (Foto: dpa)
Das starke Wildcard-Trio scheiterte, Topmann Florian Mayer feierte: Am Hamburger Rothenbaum ruhen die deutschen Tennis-Hoffnungen künftig auf dem Halbfinalisten des Vorjahres. Nach dem Achtelfinal-Aus der drei Außenseiter Tobias Kamke, Julian Reister und Cedrik-Marcel Stebe verhinderte Mayer mit seinem 7:5, 7:5 über den Argentinier Juan Monaco ein kollektives Kofferpacken der heimischen Tennisprofis. "Ich fühle mich hier sehr wohl. Die Ergebnisse sprechen für sich", sagte er unter dem Jubel der Zuschauer.
Der Höhenflug für drei deutsche Turnier-Überraschungen ist vorbei. Erst unterlag Kamke dem Kroaten Marin Cilic mit 6:3, 3:6, 2:6, dann verabschiedete sich Reister durch das 3:6, 3:6 gegen den Russen Michail Juschni aus dem Turnier. Als Dritter im Bunde musste dann auch noch Aufsteiger Stebe nach dem 5:7, 2:6 gegen den starken Spanier Fernando Verdasco die Koffer packen.
Turnierdirektor Michael Stich war mit dem Auftreten der Wildcard-Starter aber vollauf zufrieden. "Sie haben sich die ganze Woche über super präsentiert. Jetzt haben sie gegen Top-Profis gespielt, die einen Tick besser waren", bilanzierte Stich. Er hatte 1993 als bislang letzter DTB-Profi am Rothenbaum triumphiert.
Der Weltranglisten-20. Mayer wurde gegen Monaco indes seiner Favoritenrolle gerecht - wenn auch mit Mühe. Erst sein drittes Break zum 7:5 brachte in Durchgang eins die Entscheidung. Und auch im zweiten Satz leistete der 22 Plätze schlechter postierte Argentinier trotz eines 0:2-Rückstands lange Widerstand, ehe sich Mayer auf dem ordentlich besetzten Centre Court feiern lassen konnte.
In der Runde der besten Acht trifft der 27-Jährige nun auf den Spanier Nicolas Almagro, der das süddeutsche Duell zwischen Mayer und Kohlschreiber verhinderte. Letzterer konnte bei der 3:6, 5:7-Niederlage seine Chancen nicht nutzen und unterlag im fünften Vergleich mit dem Weltranglisten-14. zum dritten Mal. Besonders bitter kam es für Kohlschreiber im zweiten Satz, als er das Break zum 5:5 schaffte und zurück im Match zu sein schien. Doch Almagro nahm ihm prompt den Aufschlag ab und brachte den Sieg nach Hause.
Für die Lokalmatadoren Kamke und Reister galt dagegen: Frust statt direktes Freundschaftsduell. "Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Das Viertelfinale war mein Ziel, das habe ich nicht erreicht", sagte Kamke. Dabei sah es gegen den einstigen Top-Ten-Akteur Cilic lange so aus, als ob der Weltranglisten-90. seinen Siegeszug würde fortsetzen können. Der 25-Jährige hatte im zweiten Satz bei einer 3:2-Führung sogar einen Breakball. Doch anstatt die Vorentscheidung zu erzwingen, riss anschließend der Faden. "Da hat sich das Momentum ein bisschen gedreht", sagte Kamke. Mit sechs Spielgewinnen in Serie drehte Zwei-Meter-Hüne Cilic die Partie und verunsicherte Kamke.
Direkt nach Kamke betrat sein Trainingspartner Reister den Sandplatz. Und der Nummer 155 der Welt erging es noch schlechter. Der siebenfache ATP-Turniersieger Juschni bewies, warum er zu den diesjährigen Sieg-Aspiranten zählt. Mit seinem druckvollen Grundlinienspiel ließ der Weltranglisten-17. dem Publikumsliebling kaum Chancen, zwei schnelle Breaks brachten Reister in beiden Sätzen jeweils früh ins Hintertreffen. "Michail hat leider sehr gut gespielt. Das muss ich neidlos anerkennen", sagte Reister.
Neues Selbstvertrauen hat derweil Shooting-Star Stebe nach den beiden erfolgreichsten Wochen seiner Karriere gewonnen. Der 20-Jährige bewies in der Hansestadt, dass der Viertelfinal-Vorstoß von Stuttgart kein Zufall war. Gegen die Klasse des Sandplatz-Spezialisten Verdasco reichte es auf Nebenplatz eins aber nicht mehr. "Ich freue mich, dass ich eine Zeit lang mithalten konnte", sagte Stebe, der sich die Top 100 zum Ziel gesetzt hat.
Quelle: dpa
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