26.07.2011, 08:50 Uhr
Zwischen Theo Zwanziger (links) und Karl-Heinz Rummenigge sind die Fronten verhärtet. (Foto: ddp)
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge und Theo Zwanziger liegen im Clinch. Nachdem Rummenigge den DFB-Präsidenten im "kicker" scharf attackiert hatte, schießt Zwanziger nun zurück. "Ich bin nicht der Blitzableiter der Bayern", sagte der 66-Jähriger der "Bild"-Zeitung. "Wenn Persönlichkeiten wie Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge sich so äußern, kann ich nicht einfach darüber hinweggehen. Ich halte Ihre Aussagen für nicht gerechtfertigt. Schließlich waren die geforderten Punkte Transparenz, Demokratie und eine stärkere Einbindung der Klubs von Beginn an im von mir erarbeiteten Diskussionspapier, dem sogenannten Fünf-Punkte-Plan, enthalten."
"Die FIFA ist ein Korruptionsstadel - dafür gibt es genug Beweise -, und das wird auch Dr. Zwanziger nicht ändern", hatte Rummenigge zuvor gesagt. "Zwanzigers Politik gegenüber dem FIFA-Präsidenten Sepp Blatter finde ich nicht sehr klug." Der Vorstandschef des deutschen Rekordmeisters ergänzte sogar, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes müsse "aufpassen". Zwanziger hatte unlängst Franz Beckenbauer als Mitglied des Exekutivkomitees des Weltverbandes abgelöst.
"Er verteidigt Blatter stets, obwohl die ganze Welt weiß, wie es wirklich ist", kritisierte Rummenigge. Für den 55-Jährigen ist Blatter nach dessen Wiederwahl nur noch ein "König ohne Reich". Und man könne schon jetzt davon ausgehen, dass "irgendwann" der jetzige UEFA-Präsident Michel Platini als Blatter-Nachfolger komme.
Vor allem den Zeitpunkt der Attacken aus München kann Zwanziger nun nicht nachvollziehen. Rummenigge habe schließlich am Runden Tisch im August die Möglichkeit, seine Vorwürfe zu konkretisieren. "Dies hat er in den vergangenen Jahren im regelmäßig stattfindenden internationalen Jour Fixe von DFB und DFL allerdings nie getan", sagte Zwanziger.
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Auch Wolfgang Niersbach sprang seinem Verbandschef zur Seite. "Wenn man Dinge in der FIFA verändern will, dann geht es nur von innerhalb. Wer unseren Präsidenten kennt, der weiß, dass ihm sehr an den geforderten Veränderungen gelegen ist und er seit seiner Berufung in das Exekutivkomitee der FIFA intensiv daran arbeitet", sagte der DFB-Generalsekretär. "Gegen seinen ursprünglichen Willen hat er sich der Wahl gestellt und wird sich nun aber mit aller Kraft aktiv einbringen. Insofern ist die Kritik von Rummenigge unangebracht und der Sache nicht förderlich." Klingt so, als sei das letzte Wort in der Debatte noch nicht gesprochen.
Quelle: t-online.de , dpa
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